Kein Appetit … Isst mein Baby genug?

MITTWOCH, 25.10.2017

Es gibt Babys, die sind rund und proper und von Geburt an wahre Genießer. Egal ob Milch oder Brei – sie hauen so richtig rein. Aber dann gibt es auch die zarteren Zwerge, die einfach weniger Appetit haben.

Beim Thema Baby-Ernährung gehen die Meinungen auseinander. Manche Mamis stillen ihr Würmchen 12 Monate lang, andere führen nach 4 Monaten die erste Beikost ein. Meinungen, Ratschläge und Studien gibt es viele. Ärzte plädieren oft für eine frühe Einführung verschiedener Nahrungsmittel, Stillorganisationen wie die „La Leche Liga“ raten, das Baby so lange wie möglich zu stillen.

Mein Baby will keinen Brei

Lustigerweise haben die Kleinen ihren eigenen Kopf und pfeifen auf alle Empfehlungen. Da hast du dir als Mami monatelang einen Kopf über die richtige Ernährung gemacht und jetzt spielt Klein-Johann nicht mit. Die liebevoll selbstgekochten Bio-Breie werden unter lautem Protest ausgespuckt. Andersherum erleben Still-Mamis, dass ihre Kleinen nach ein paar Monaten die Lust an der Muttermilch verlieren und appetitlos herumnuckeln. Ab jetzt werden Löffel gezählt, Milliliter gemessen und der Windelinhalt genauestens kontrolliert. Nicht selten verfallen Eltern nun in Panik.

Wie viel Milch braucht mein Baby?

Die Situation verschlimmert sich meist noch, wenn Mamas sich sklavisch an die Mengenangaben auf Milchpulver-Kartons oder Gläschen halten. Dabei sind das nur Durchschnittswerte und Orientierungshilfen. Jedes Kind ist anders. Genauso verhält es sich mit Brei und Beikost. Es gibt keine fixen Vorgaben, welche Menge ein Baby essen muss. Solange ein Säugling fit und aktiv ist, gut gedeiht und wächst, spielt die Menge keine Rolle. Die Kleinen sollten so viel essen, wie sie mögen. Und wenn sie genug haben – und nicht krank oder träge wirken – brauchen sie eben auch nicht mehr. Die Zwerge sollen schließlich lernen, auf ihren Bauch zu hören.

Bloß nicht das Essen hinterhertragen

Besorgte Über-Mamas, die ihre Babys bei jedem kleinen Mucks sofort an die Brust legen oder ihnen ständig mit Obst oder Brot hinterherrennen, geben ihrem Nachwuchs das falsche Signal. Sie werden permanent mit Essen konfrontiert, egal ob auf dem Spielplatz, im Kinderwagen oder beim Autofahren. Wird alle halbe Stunde die Brust angeboten oder ein Keks unter Klein-Idas Nase gehalten, verlieren die Kleinen ihr natürliches Hungergefühl.

Hungrig ins Bett?

Kinder ahmen ihre Eltern nach, sie lernen von ihnen und sie gucken sich jede Menge ab. Wenn nun Mama und Papa beim Thema Essen immer einen leicht besorgten Eindruck machen und den ganzen Tag mit Nahrung um das Kind herumscharwenzeln, wird der Nachwuchs kaum ein normales Verhältnis zu Speis und Trank entwickeln. Und ganz ehrlich: Was ist schon dabei, wenn ein Kleinkind abends mal etwas hungriger ins Bett geht, weil es sich heute spontan dafür entschieden hat, dass seine Lieblingsnudeln nicht mehr schmecken? Wenn das Bäuchlein in der Nacht knurrt, hilft oft schon ein Glas Wasser. Und die Erkenntnis, am Abend besser doch ordentlich zuzugreifen. Wichtig: Ohne Essen ins Bett sollte keine Strafe sein! Entscheidet sich der Zwerg vor dem Zubettgehen noch einmal um, dann ist ja vielleicht noch ein wenig vom Abendessen übrig …

Kein Kind sollte mehr essen müssen, weil es etwas von Mama und Papa aufgedrängt bekommt. So lernt dein Baby fast ganz von allein den richtigen und gesunden Umgang mit Essen.

Isst mein Baby genug? pin

Was, wenn der Spatz einfach nicht essen will?

Das sagt die Redaktion

Als Super-Mama kocht man den Brei natürlich selbst – bio, versteht sich. Was, wenn das Baby den Brei partout nicht essen will, Gläschen aber schmatzenderweise verdrückt? Wie gut, dass ich nie eine Super-Mama sein wollte!