Babyschnupfen: von Muttermilch bis Nasensauger

MONTAG, 28.01.2019

Es hat deinen Schatz erwischt: Der erste Schnupfen ist da! Muttermilch, Nasentropfen oder Zwiebelsäckchen? Alles über Hausmittel, verbesserten Nachtschlaf und wie es überhaupt dazu kommt. 

Es ist Winter und plötzlich hat man ein Schupfen-Baby mit laufender Nase. Unter einer verstopften Nase leidet dein Baby jedoch ganz besonders. Zum einen sind die Atemwege noch so klein, dass sie leicht zuschwellen, zum anderen hat dein Kind noch nicht gelernt, wie es durch den Mund atmet. Das heißt, wenn dein Baby Schnupfen hat, muss die Nase unbedingt freigehalten werden.

Wie entsteht Schnupfen bei Babys überhaupt?

Je wärmer und kuscheliger, desto besser für dein Kind? Ganz im Gegenteil - die trockene Luft in stark überheizten Räumen setzt die Abwehrkräfte der Nasenschleimhaut herab. Diese muss jedoch unbedingt feucht gehalten werden, damit sie ihre Aufgaben, besonders die der Fremdkörperabwehr, wahrnehmen kann. An der Oberfläche der Schleimhaut befinden sich sogenannte Flimmerhärchen, die sich rhythmisch in Richtung Nasenloch bewegen. Wird Luft eingeatmet, so filtern die Flimmerhärchen gröbere Staub- und Dreckpartikel, aber auch Viren und Bakterien aus dem Atemstrom heraus und befördern sie in Richtung Außenwelt. 

Die Schleimhaut des Atemwegtraktes ist also die erste Barriere bei der Bekämpfung von eindringenden Bakterien und Viren. Durch die Arbeit der Flimmerhärchen und die ständige Flüssigkeitsausscheidung wird die Atemluft außerdem gereinigt, angefeuchtet und erwärmt. Der Baby-Schnupfen entsteht also dann, wenn dieser Reinigungsmechanismus gestört ist und die Schnupfenviren an der Schleimhaut haften bleiben können. Neben trockener Heizungsluft beeinträchtigen auch Zigarettenrauch, schlechte Luftqualität sowie eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme die Schleimhautfunktion. Tipp gegen trockene Luft: Hänge nasse Handtücher über den Heizkörper oder verwende einen Luftbefeuchter. Regelmäßiges Lüften erhöht nicht nur den Sauerstoffgehalt, sondern auch die Luftfeuchtigkeit im Raum.

Muttermilch – Zaubermittel der Natur

Wenn es jetzt aber dein Baby doch erwischt hat, gibt es viele Maßnahmen, die deinem Schatz sehr gut helfen! Dass Muttermilch extrem gesund ist, sagt nicht nur die Weltgesundheitsorganisation (WHO), sondern ist auch von vielen Forschern mehrfach bewiesen worden: Sie schützt dein Kind vor Allergien, hilft bei Magen-Darm-Infekten und transportiert Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme, Hormone und Abwehrstoffe. Aber nicht nur das – Muttermilch ist ein regelrechtes Wundermittel gegen den Baby-Schnupfen:

Im Vergleich zu Kuhmilch enthält Muttermilch weniger Eiweiß, mehr Kohlenhydrate, mehr Vitamine A / C / D / E, Enzyme wie Lysozym und Antikörper (Immunglobuline, vor allem IgA). Alle diese Inhaltsstoffe übernehmen eine ganz besondere Aufgabe im Körper deines Babys:

  • a) Lysozym: die antibakterielle Wirkung zerstört die Bakterienwände.
  • b) Laktoferrin: bindet Eisen. Da Bakterien das Eisen zum Wachstum brauchen, können sie sich nicht entwickeln (antibakteriell).
  • c) Antikörper (IgA): sorgen für Nestschutz (sog. Leih-Immunität). Da sich die Immunabwehr deines  Säuglings erst im Laufe der ersten 3-6 Monate entwickelt, sorgen deine Antikörper in dieser Zeit für einen Schutz vor Infektionskrankheiten bei deinem Kind. Bei Schnupfen bewirken sie ein Abschwellen der Schleimhäute.
  • d) Freie Fettsäuren (z.B. Capryl- und Caprinsäure): sind Zersetzungsprodukte der Milchfette, die bei Lagerung entstehen. Diese freien Fettsäuren lösen die Hülle von manchen Viren auf, ohne den Eiweißmantel zu zerstören. Ohne die Hülle kann sich das Virus aber nicht mehr an andere Zellen binden und infizieren; die freien Fettsäuren haben somit eine antivirale Wirkung.

Allein das regelmäßige Trinken der Muttermilch unterstützt das Immunsystem bei einer Infektionskrankheit. Wenn du aber noch zusätzlich von außen Abhilfe schaffen möchtest, besteht die Option der Nutzung von Muttermilch in Form von Nasentropfen, die mehrmals täglich auf die Nasenschleimhäute aufgetragen werden können. Neben dem anti-entzündlichen Effekt werden so die geschwollenen Schleimhäute deines Babys feucht gehalten und beruhigt.

Am einfachsten gelingt dir das folgendermaßen:

  • die Muttermilch sanft mit der Hand aus der Brust ausstreichen
  • die Milch in einem Glas auffangen
  • mit einer Pipette vorsichtig einen Tropfen in jedes Nasenloch geben

Alternativen zur Muttermilch

Du stillst nicht? Kein Problem, alternativ zur Muttermilch kannst du auch andere Präparate anwenden: Dabei ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass die jeweiligen Mittel für die entsprechende Altersgruppe geeignet sind! Mit Hinblick auf Unverträglichkeiten solltest du besondere Vorsicht bei jeder Erstverwendung von Maßnahmen oder Präparaten walten lassen – vor allem je jünger dein Kind ist.

Eine effektive Möglichkeit ist physiologische Kochsalzlösung oder für Babys geeignete Meersalz-Nasentropfen. Diese tropfst du, genau wie die Muttermilch, vorsichtig mit Hilfe einer Pipette in die Nasenmuscheln deines verschnupften Babys. So lösen sich Verstopfungen der Nase durch Schleim und Sekret besser und deinem Baby fällt die Atmung wieder leichter. Auch Homöopathische Nasentropfen mit Euphorbium – auch Wolfsmilch genannt – sind eine weitere Alternative zur Verwendung bei Neugeborenen und Säuglingen mit Schnupfen.

Nasentropfen für Säuglinge?

Auf keinen Fall solltest du dem Baby Nasentropfen geben, die auch du verwendest! Die abschwellenden Wirkstoffe sind in diesen Präparaten viel zu hoch konzentriert.

  •   Für Kinder unter zwei Jahren gibt es Nasentropfen mit einer reduzierten Xylometazolin-Konzentration. Sie beträgt meist nur 0,025 Prozent. Lass dich in der Apotheke beraten.
  •   Diese Nasentropfen solltest du deinem Baby nicht öfter als drei Mal am Tag verabreichen.
  •   Und nicht länger als maximal sieben Tage am Stück verabreichen.

Auch wenn die Nasentropfen für Säuglinge in der Apotheke frei erhältlich sind, solltest du die Therapie mit eurem Kinderarzt absprechen und dich über babygerechte Präparate informieren. 

Vorsicht bei ätherischen Ölen: Zu stark konzentriert, direkt im Bereich der Atemwege aufgetragen oder mit Kampfer, Menthol oder Eukalyptus versetzt, können sie bei Säuglingen Atemwegsprobleme bis hin zum Atemstillstand auslösen und sind darum in den ersten beiden Lebensjahren tabu.

Klopf, Klopf – Atemwege befreien

Zur Lockerung von Verschleimungen in den unteren Atemwegsabschnitten kann es hilfreich sein, den Rücken des Babys mit hohler Handfläche von oben nach unten sanft abzuklopfen. Dazu kannst du dein Baby entweder bäuchlings über die Knie legen oder mit zugewandtem Rücken und leicht vornübergebeugtem Oberkörper auf den Schoß setzen. 

Hausmittel und Tipps bei Babys Erkältung

Da dein Baby offensichtlich seine Nase noch nicht selber schnäuzen kann, sammelt sich also alles Sekret an und verstopft die Nase zusätzlich. Spezielle Nasensauger für Säuglinge schaffen hierbei Abhilfe. Aber Achtung: Sauge nur vorsichtig am Naseneingang ab. Einen Erfahrungsbericht dazu findest du hier: "Mama übt noch: Ode an den Nasensauger". Zum Schlafen kannst du dein Baby etwas aufrechter lagern. Dafür steckst du am besten ein kleines Kissen unter (!) die Matratze. Das begünstigt die Atmung und der Schleim kann besser ablaufen. Für verbesserten Nachtschlaf sorgt außerdem ein Ständer mit nasser Wäsche, den du ins Schlafzimmer stellst. Wie oben schon gelesen, hilft feuchte Luft den Schleimhäuten. Ansonsten wie bei Erwachsenen auch: Viel Trinken.

Große Aufregung und heftiges Weinen oder Schreien können, verglichen mit dem Ruhezustand,  die Atemwegsschleimhäute deines Babys zum Anschwellen bringen und somit die Atmung behindern. Möglichst viel Ruhe und Schlaf können sich daher günstig auf das Allgemeinbefinden auswirken. Darüber hinaus haben Ruhe und Schlaf bei erkältungsbedingtem Schnupfen einen unterstützenden Einfluss auf die Abwehrreaktion des Immunsystems. Tipp: Versuche so also bestenfalls große Anstrengungen und Aufregungen von deinem Baby fernzuhalten. 

Babyschnupfen – Muttermilch als Nasentropfen? pin

MeinSpatz Gezwitscher

Tipp aus der Redaktion für gute Nachtruhe trotz Schnupfen: Zwiebelsäckchen. Einfach eine Zwiebel in kleine Stücke schneiden und  diese dann in ein Taschentuch wickeln und zubinden. Nachts in der Nähe des Babys aufhängen. Oder wenn es schnell gehen soll, einfach eine halbe Zwiebel aufschneiden und neben dein Baby stellen – natürlich ausserhalb der Reichweite. Die Ausdünstungen der Zwiebel erleichtern deinem Spatz das Atmen und wirken keimtötend.