Mache ich mir zu viele Sorgen um mein Baby?

DIENSTAG, 07.11.2017

Mamas in Alarmbereitschaft: Zu viele Informationen bewirken oft das Gegenteil – sie machen unsicher. Warum es sich lohnt auf dein Bauchgefühl zu vertrauen und Papas manchmal viel entspannter sind … 

Vom Fieberkrampf bis zur Gehirnerschütterung – neun Monate lang bekommst du Informationen über erschreckende Eventualitäten, die deinem kleinen Spatz zustoßen könnten. Logisch, dass du nach der Geburt manchmal übervorsichtig bist und dein Baby beschützen willst. Gerade beim ersten Kind fühlt man diese geballte Unsicherheit – alles ist neu. Die Frage, die man sich in dieser Zeit häufig stellt: Mache ich alles richtig? Das geht schon bei Kleinigkeiten wie der Mütze los: Ab wann ist es warm genug sie wegzulassen? Ratschläge und gut gemeinte Tipps sind meistens nicht weit: Ärzte, Hebammen, Freunde, die eigene Mama – jeder hat die ultimative Lösung für dein Problem.

Hör auf dein Bauchgefühl

Noch dazu findest du mehr oder weniger praktische Vorschläge in Hülle und Fülle im Netz. Oft sind diese widersprüchlich, wie bei der Frage: Muss ich mit einem fiebernden Baby sofort zum Arzt? Das Antwort-Spektrum reicht von „Natürlich musst du sofort abklären lassen, was los ist!“ bis zu „Fieber allein ist kein Grund zum Arzt zu gehen.“ Viele Mamas suchen sich die eine Antwort aus, die sie am liebsten lesen möchten. Aber eine Sache steht fest: Du bist DER Experte für dein Kind. Du lebst mit ihm zusammen, du beobachtest es täglich, du kennst es. Versuche die ganze Informationsflut auszublenden. Denn dann spürst du ganz genau, wann dein Kind sich so ungewöhnlich verhält, dass es einen Arzt braucht und wann Umarmungen und Nähe heilsamer sind als jeder Fiebersaft der Welt. Das Bauchgefühl wird in unserer heutigen Gesellschaft völlig unterschätzt. Und das ist es, dass du wieder ausgraben solltest, um nicht zum Spielball von Empfehlungen zu werden. Bevor du das nächste Mal das Internet befragst: Hör lieber auf deine elterliche Intuition und deinen gesunden Menschenverstand.

Expertenwissen auf die eigene Lebenssituation übertragen

Klar, Informationen sind nützlich. Dass Kinder z. B. im ersten Lebensjahr besser auf dem Rücken schlafen, um das Risiko für den plötzlichen Kindstod zu mindern – das ist gut und wichtig zu wissen. In den ersten Wochen hilft dir die Hebamme bei allen Fragen: Trinkt mein Baby genug? Ist der Stuhlgang so wie er sein soll? Aber du musst nicht alle Ratschläge 1:1 befolgen. Horch in dich hinein und wende nur das an, was zu deiner Lebenssituation und deinem Baby passt. Später gibt vielleicht ein Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder unsicheren Eltern das Gefühl, besser vorbereitet zu sein. Wobei Papis ohnehin entspannter sind. Sie sammeln weniger Infos und nehmen es nicht immer so genau. Sie ziehen auch mal ohne Fleece-Jäckchen und Matschhose los, den Schnuller vergessen sie zu Hause und die Windeln werden einfach in der nächsten Drogerie gewechselt. Fällt der Nachwuchs von der Schaukel, wird der Hinterkopf vom Sand befreit und weiter geht’s! Vielleicht verrät dir Papa bei Gelegenheit mal, wie er so cool bleibt …

Überbehütende Mama pin

Bin ich eine überfürsorgliche Mama? 

Das sagt die Redaktion

Die Top 5 der nervigste Sprüche,

die man meist ungefragt zu hören bekommt:

- Du kannst dein Kind doch nicht so verwöhnen.

- Bei uns gab es das damals auch nicht.

- Willst Du das wirklich so machen?

- Das hat bestimmt Hunger.

- Das Kind braucht doch eine Mütze.