Der ultimative Baby-Bade-Guide

DIENSTAG, 26.03.2019 Julia M.

Das erste Bad ist für deinen kleinen Schatz aufregend. Damit ihr zusammen den perfekten Bade-Spaß erlebt, haben wir alles Wichtige in unserem Baby-Bade-Guide zusammengefasst!

Wasserscheue Babys sind wirklich selten, und die Meisten genießen das Plantsch-Vergnügen sehr. Wichtig: Ist der Nabel noch nicht abgeheilt, ist auch Baden absolut tabu! Das Risiko, dass sich der Nabel entzündet, ist dann sehr hoch. Bis dahin reicht die Katzenwäsche auf dem Wickeltisch völlig aus. Deine Hebamme gibt dir dann grünes Licht für das erste Bad, wenn sie sieht, dass der Nabel so weit in Ordnung ist. Im Normalfall ist sie auch beim ersten Mal dabei und zeigt dir die wichtigsten Dinge. Solltest du keine Nachsorge Hebamme haben, scheu dich nicht, den Kinderarzt darum zu bitten, sich den Nabel noch einmal anzusehen. Dann geht es los.

Wie oft und wann sollst du das Baby baden?

Ein oder zwei Badetage in der Woche fest in euren Tagesablauf zu integrieren, wäre optimal  – damit bringst du bereits etwas Routine in den Alltag, und dein Spatz gewöhnt sich daran. Babys schwitzen noch nicht sehr stark und krabbel auch erst mal nicht durch den Dreck. Daher ist ein- bis zweimal pro Woche Badezeit völlig ausreichend. Gesicht, Hände und Po Deines Sprößlings solltest Du aber zusätzlich täglich oder nach Bedarf mit einem warmen, feuchten Waschlappen reinigen. 

Wann der beste Zeitpunkt für das Bad ist, hängt ganz von dir und deinem Spatz ab. Ist dein Kind erst wenige Wochen alt, wirst du vielleicht tagsüber den besten Zeitpunkt finden. Tipp: Dein Baby sollte munter und nicht gerade ungeduldig vor Hunger sein. Wenn möglich, immer erst nach einer Mahlzeit baden, allerdings auch nicht unmittelbar danach. 

Ist dein Nachwuchs ein paar Monate alt, macht es vielleicht Sinn, das Bad auf den Abend zu verlegen. Das warme Wasser kann dein Baby entspannen und schläfrig machen. Denn es erinnert an die warme Umgebung im Mutterleib und bedeutet somit Sicherheit und Geborgenheit für deinen kleinen Schatz. Es ist auch eine gute Möglichkeit, andere Familienmitglieder in die täglichen Abläufe einzubinden. Viele Väter mögen es sehr, sich so intensiv mit ihrem Kind zu beschäftigen.

Badewanne oder Badeeimer?

Die normale Badewanne ist für kleine Babys noch nicht wirklich geeignet, weil du entweder davor knien oder dich hinüberlehnen musst. Das ist nicht nur unbequem, du kannst dein Kind auch nicht so gut festhalten. Besser ist, dein Baby im Waschbecken oder einer kleinen Babybadewanne zu baden. Auch ein Badeeimer ist möglich. Hier sparst du Platz und dein Baby fühlt sich aufgrund der embryonalen Haltung häufig besonders wohl. Allerdings wird dein Spatz sehr schnell zu groß dafür und du brauchst dann eine andere Lösung. Eine ebenfalls platzsparende Alternative sind zusammenklappbare Babybadewannen. 

So hältst du dein Baby beim Baden richtig

Ganz wichtig ist natürlich deinen Spatz beim Baden richtig festzuhalten, damit der Kopf nicht unter Wasser rutscht. Und das ist eigentlich ganz einfach:

Schiebe deinen linken (Linkshänder: rechten) Arm unter den Nacken deines Babys, sodass du die Achsel und den linken Oberarm gut im Griff hast. Das Köpfchen liegt nun sicher auf deinem Unterarm. Mit der rechten Hand fasst du unter den Po und lässt dann die Füßchen zuerst behutsam ins Wasser gleiten. Erstaunter Blick, aber keine Proteste? Gut, dann kannst du den Po langsam loslassen.

Der gleiche Griff funktioniert auch in der Bauchlage. Zuerst greifst du unter den Armen durch, stützt dein Baby mit Hals und Kinn auf deinen Unterarm auf und hältst es mit deiner Hand am Oberarm fest. Wenn du dich unsicher fühlst, kannst du einen Wanneneinsatz ("Badesitz") benutzen. Auch damit aber das Baby nie allein lassen, wenn es mal an der Tür klingelt oder das Telefon läutet. Vorsicht, wenn dein Baby schon größer ist: Es kann dann vor Freude schon heftig strampeln und planschen. Also besonders gut festhalten!

Vor dem Baden

Lege alles, was du brauchst, in greifbare Nähe: Waschlappen oder Schwamm, eventuell ein für Babys geeignetes Reinigungsgel oder -Shampoo (das aber erst Sinn macht, wenn dein Baby wirklich schon eine stattliche Haarpracht besitzt), ein Handtuch, eine frische Windel und einen Strampelanzug. Den Wickelplatz kannst du auch schon mal vorheizen und ein Handtuch auf die Heizung legen. Heize den Raum, in dem Du Dein Baby badest, vor (nicht unter 22°C). Vermeide außerdem Zugluft. Das Badewasser sollte ca. 37 Grad haben. Das kannst du mit einem Badethermometer aus der Drogerie einfach überprüfen. Das ist deshalb so wichtig, weil Babys Schmerz verzögert wahrnehmen. Sollte das Wasser also zu heiß sein, gibt dein Baby evtl. erst zu spät Rückmeldung und die Verbrühung ist schon passiert. Wenn du möchtest, kannst du noch einen Badezusatz hineingeben. Gut sind Produkte mit rückfettenden Substanzen (z. B. Mandelöl, Jojobaöl). Für die ersten Bäder reicht aber auch einfach klares Wasser.

Weniger ist mehr!

Mit der freien Hand wäscht du von oben nach unten: Mit einem Waschlappen beginnst du ganz vorsichtig und ohne Shampoo am Köpfchen und arbeitest dich bis zum Po vor. Achte darauf, dass du ph-neutrale, unparfümierte Seife oder ein Babywaschgel verwendest. Generell gilt: Weniger ist mehr! Sollte dein Kind unruhig werden und beginnen zu zappeln, kannst du gern ein Spiel daraus machen. Alles ist erlaubt – von Singen über Planschen. Die positive und spaßige Erfahrung deines Babys mit dem ersten Bad ist wichtiger als die perfekte Hygiene.

Und hinterher?

Das Bad sollte nur fünf bis zehn Minuten dauern, um die dünne Babyhaut nicht zu sehr zu reizen. Halte das Badetuch griffbereit neben der Wanne, damit du dein Baby nach dem Baden rasch darin einwickeln kannst. Hier gilt: Beim Abtrocknen nicht reiben, sondern sanft trockentupfen. Und vor allem solltest du darauf achten, dass alle Hautfalten gut trocken sind, wie hinter den kleinen Ohren, am Hals oder am Bauchnabel. Zum Schluss gibt es noch eine sanfte Massage mit Babylotion oder Öl: Denn nach dem Baden ist die Haut ausgetrocknet und besonders aufnahmefähig. Außerdem wirkt eine Massage beruhigend und stärkt durch die intensive Berührung gleichzeitig die Eltern-Kind-Bindung. Wie Babymassage genau funktioniert lernst du in einem Babymassage-Kurs oder auch über ein Video-Tutorial.

Baden dient nicht nur zum Säubern des Babys, sondern ist eine wunderbare Gelegenheit Streicheleinheiten und Liebkosungen auszutauschen. Nach ein paar Monaten kannst du auch zusammen mit deinem Spatz in der großen Badewanne plantschen. Viel Vergnügen!

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Welche Wassertemperatur ist die Richtige, wie häufig soll ich mein Baby baden und lieber mit Badeöl oder Waschlotion? Alle Fragen rund um den Badespaß mit einem Säugling findest du in unserem Bade-Guide für Babys.

MeinSpatz Gezwitscher

Andere Länder, andere Sitten: Während hierzulande das erste Bad erst nach der vollständigen Heilung des Nabels ansteht und auch dann nur alle paar Tage, werden die Babys in Frankreich sofort mit Seife gebadet und das am liebsten täglich. Richtig oder falsch? Das muss jede Mami für sich selbst herausfinden. Eine Mama aus der Redaktion tauscht sich regelmäßig mit ihrer guten Freundin in Paris aus, und die Unterschiede könnten größer nicht sein. Beinahe alles, was hier tabu ist, gehört dort zum Baby-Pflichtprogramm und andersherum: "Mir hat das sehr geholfen, auch wenn ich mich an die deutschen Empfehlungen zur Babypflege gehalten habe. Aber zu sehen, dass meine Freundin es komplett anders macht und ihr kleines Baby davon nicht zu Bruch geht, hat mich entspannter gemacht."

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.