Fernreise mit Baby - Folge 1: Reiseplanung

DIENSTAG, 27.02.2018

Carmen und Stan vom „Babysteps Podcast“ wagen einen 4-wöchigen Trip nach Neuseeland. Mit dabei, ihr 5 Monate alter Sohn Levi. Warum, wie und wozu, erfährst du in unserer ersten Folge.

Sobald Kinder da sind ist für viele das Thema Fernreise gestorben. Nicht so für Carmen (29) und Stan (32). Sie haben Lust auf ein Abenteuer. Elternzeit ist Reisezeit! Das Ziel: Neuseeland. Nicht gerade um die Ecke. Mit einem Camper wollen sie 4 Wochen lang das Land erkunden. Und wir werden bei diesem Roadtrip sozusagen live dabei sein. Denn die beiden haben einen Podcast. In dem erzählen sie ganz ungeschönt von ihrem Alltag als Neu-Eltern. Denn ihr Sohn ist grade mal zarte 5 Monate alt. In ihren Gesprächen geht es vor allem um Ehrlichkeit. Heikle Themen wie unangenehme Geburtsfolgen, konfliktgeladene Impfdiskussionen und neue Beziehungsherausforderungen werden von Carmen und Stan mit ausgeprägtem Halbwissen, mehr oder weniger qualifizierten Kommentaren und eigensinnigem Humor auf den Punkt gebracht. Nächste Herausforderung: Ein unkonventioneller Urlaub mit Baby.

Alles zur Reiseplanung erfährst du im Podcast

Auf MeinSpatz.de lassen uns die beiden ab jetzt einmal pro Woche an ihren Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben und versorgen uns mit dem ultimativen „Babysteps Reisetipp“. Heute geht's los. Den ersten Reise-Podcast kannst du dir hier anhören:

Wie du Carmen und Stans Podcast kostenlos abonnieren kannst, erfährst du unten im MeinSpatz Gezwitscher.

Der ultimative Babysteps Reisetipp

Bei einem Flug mit einem Säugling, egal ob kurz oder lang, gibt es vor allem eins zu beachten: Der Druckausgleich gelingt den Kleinsten noch nicht von selbst. Das kann bei Start und Landung zu einem ganz unangenehmen Druck auf den Ohren führen. Was dagegen hilft? Das Baby zum Schlucken bringen. Wenn man (noch) stillt, kann das Baby zu Start und Landung ganz einfach angelegt werden. Ansonsten muss ein Fläschchen herhalten. Vielleicht mit einem verdünnten Fruchtsaft (natürlich ohne Zucker). Der wird oft so gierig runtergeschlungen als gäbe es kein Morgen mehr. Zusätzlich haben wir von unserem Kinderarzt Nasentropfen bekommen. Eigentlich sind die Tropfen bei Schnupfen zum Abschwellen der Schleimhäute gedacht. Ein Tropfen vor Start und Landung in jedes Nasenloch öffnet aber auch ohne Schnupfen die Nebenhöhlen und sorgt dafür, dass der Druck auf dem Kopf erst gar nicht ins Unerträgliche steigen kann. Die Tropfen gibt es übrigens auch ohne Rezept in der Apotheke. Auf einem Langstreckenflug, wie unserem nach Neuseeland, haben wir zusätzlich Nasentopfen mit Kochsalzlösung im Handgepäck. Die helfen gegen die trockene Luft aus der Klimaanlage und können von Mama, Papa und Baby gleichermaßen ab und zu eingetropft werden, da sich auch viele Erwachsene wegen ausgetrockneten Schleimhäuten im Flugzeug erkälten. Ein Schnupfenmittel ist und bleibt natürlich ein Medikament, welches man leicht zweckentfremdet. Um den Zwergen vorbeugend in einer sehr außergewöhnlichen Situation das Leben zu erleichtern, geht das aber durchaus in Ordnung.

Und zum Kennenlernen – ein Interview mit Carmen und Stan:

Wie seid ihr auf die Idee gekommen diese Reise zu unternehmen?

Stan: Zuvorderst, die einzigartige Chance, dass wir beide in Elternzeit für so einen langen Zeitraum überhaupt gemeinsam verreisen können. Das es überhaupt diese Möglichkeit gab, hat uns schon angetrieben. Ich bin allerdings in dieser Ehe eher der Vorsichtige. Daher hatte ich schon Bammel, als Carmen die Reise zum ersten Mal vorgeschlagen hat. Aber das mich meine Frau zu solchen Abenteuern pusht, hat mein Leben bisher immer bereichert. Und deswegen habe ich sie auch geheiratet.

Carmen: Ich habe mir da mittlerweile schon recht ausgeklügelten Überzeugungsstrategien zurechtgelegt, um Stan aus seiner Komfortzone (dem heimischen Wohnzimmer, wo seine geliebte Playstation stationiert ist) zu holen und zum Abenteuer zu motivieren. Mit Baby im Gepäck musste ich allerdings noch einen drauflegen und wirklich alle Register ziehen.

Warum ausgerechnet Neuseeland? Weiter weg geht es ja kaum… Seid ihr „Herr der Ringe“ Fans?

Stan: Als ausgewiesener Supernerd bin ich natürlich auch großer Herr der Ringe Fan. Das stimmt! Als Kind habe ich immer von Neuseeland geträumt. Aber ehrlich gesagt habe ich es nie für möglich gehalten, dass ich mal dort vorbeikomme. Für mich war das schlagende Argument, dass unsere besten Freunde – die sich gerade auf Weltreise befinden – zur selben Zeit dort sind und wir das Land so gemeinsam entdecken können. Das hilft meinem Sicherheitsbedürfnis schon immens.

Carmen: Ich wusste, dass ich mit Neuseeland bei Stan gute Karten habe. Klar, der Flug könnte zwar kaum länger sein, dafür ist es aber wirklich ein ideales Reiseland mit Kind, wenn man sich die äußeren Bedingungen wie Klima, Natur, Tierwelt, ärztliche Versorgung, Sprache und Kultur ansieht.

Ein Roadtrip soll es sein: Habt ihr schon Camping-Erfahrung?

Stan: Gemeinsam haben wir immerhin schon den West Coast Trail in Kanada bewältigt. Einen der härtesten Trails der Welt. Wir hatten damals auch Glück mit dem Wetter, muss man dazu sagen. Aber diese Erfahrung stärkt natürlich das Selbstbewusstsein. So einen Trail würden wir übrigens nicht mit Kind machen. Generell trauen wir uns aber schon zu mit dem Nötigsten auszukommen. Und wenn es dann auch mal eine Nacht in einem AirBnB sein muss, um wieder zu Kräften zu kommen, hat man doch mit dem Camper Van alle Möglichkeiten.

Skeptiker halten eine Fernreise mit Baby im besten Fall für mutig. Wie mutig fühlt ihr euch?

Stan: Ich kann mich gut in diese Skeptiker hineinversetzen. Am Ende wäre ich wahrscheinlich genau so einer geblieben, wenn es meine Frau nicht geben würde. Aber vor ein paar Jahren hätte ich es auch noch für mutig gehalten mich für zehn Stunden in ein Flugzeug zu setzen. Nur um dann festzustellen, dass da gar nichts dabei ist. Die Grenze dessen, was mutig ist, bestimmt man selbst. Und für mich zählt nur die Frage: Schadet es meinem Kind? Dem ist nicht so. Wer sich mit seinem Kind aus Angst vor der Welt einschließt, wird einen angstvollen Menschen erziehen. Und das wäre schade. Denn nichts ist befriedigender als zusammen so ein Wagnis zu meistern.

Carmen: Kritik erleben wir vor allem von den älteren Generationen. Es war vor 20 Jahren vielleicht einfach noch nicht möglich so eine Reise zu unternehmen. Da war es wiederum normal, dass beide Eltern im Wohnzimmer rauchen. Lustigerweise wird das von der älteren Generation dann oft begründet mit: „Das war damals so“. So glaube ich, dass es heutzutage völlig normal ist, dass wir als Familie die Welt erkunden.

Worauf freut ihr euch am meisten?

Stan: Auf das Meer. Ich freue mich riesig darauf, wenn Levi zum ersten Mal die Wellen und die Weite des Ozeans sieht.

Carmen: Nachts im Camper Van mit meinen beiden Männern kuscheln, wenn der Regen auf das Autodach prasselt.

Wovor habt ihr am meisten Respekt?

Stan: Einzig vor der langen Reise hin und zurück. Weil es einfach eine logistische Herausforderung ist.

Carmen: Jetlag. Ich bin gespannt wie (und ob überhaupt?) sich die Zeitverschiebung auf Levis Schlafverhalten auswirkt. Ich hoffe es werden nicht zu viele schlaflose Nächte für mich. Sein Rhythmus ist allerdings auch in unserem Alltag in München nicht besonders treffsicher.

Wie bereitet ihr euch auf die Reise vor?

Stan: Lustigerweise ist der Podcast für uns von Anfang an eine Art Selbsterziehung gewesen. Weil wir eine Folge über Pro vs. Kontra Impfen machen wollten, haben wir angefangen zu dem Thema ausführlich zu recherchieren. So ist es auch mit der Reisevorbereitung. Wir haben schon den Anspruch anderen einen echten Einblick darin zu geben, woran man denken muss und was gute Tricks sind. Also bereiten wir uns eben auch sehr sorgfältig vor. Andererseits ist es doch am Ende klar: An alles kann man nicht denken. Ein Stück Chaos, ein Stück Unwägbarkeit bleibt. So ist das Leben und genau deswegen ist es so spannend und lebenswert.

Carmen: Ich wälze schon fleißig den Lonely Planet und lege uns mögliche Reise-Routen zurecht, wohl wissend, dass wir am Ende eh wieder alles umschmeißen und den Empfehlungen von anderen Reisenden vor Ort folgen werden. 

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Eine Fernreise mit Baby? Und dann auch noch Neuseeland? Wie das funktioniert, erfahrt ihr in unserer neuen Serie mit Carmen und Stan vom "Babysteps Podcast". 

MeinSpatz Gezwitscher

Was ist ein Podcast überhaupt? Du hast den Begriff mit Sicherheit schon mal gehört, aber was bedeutet er eigentlich genau? Wikipedia hilft uns weiter: „Podcasting bezeichnet das Anbieten abonnierbarer Mediendateien (Audio oder Video) über das Internet." Es handelt sich also immer um eine Serie. Viele einzelne Folgen ergeben zusammen einen Podcast. Er ist nicht an Sendezeiten gebunden und kann einfach und kostenlos abonniert werden. Dies ist z. B. über eine meistens ebenfalls kostenlose App auf deinem Handy möglich. Den „Babysteps Podcast“ könnt ihr unter anderem bequem über iTunes (iOS) oder Stitcher (Android) abonnieren. Noch mehr über das Thema findest du auf CHIP: „Was ist ein Podcast? Einfach und verständlich erklärt“.