Fernreise mit Baby - Folge 7: Großes Fazit mit Reiseroute

MITTWOCH, 18.04.2018

Was toll war und was man alles besser machen könnte, erzählen uns Carmen und Stan nach ihrem 4-wöchigen Neuseeland Trip mit Baby: Von Reiseplanung bis Reiseroute.

Die Müdigkeit ist ihnen ins Gesicht geschrieben und die Nerven sind leicht überstrapaziert. Carmen und Stan sind nach insgesamt 30 Reisestunden wieder am Münchener Flughafen gelandet. Der Rückflug hatte es in sich: Geschlagene acht Stunden Babygeschrei am Stück! Allerdings war es nicht der kleine Levi, der den Flug von Auckland nach Dubai zur Hölle gemacht hat, sondern das Baby in der Nebenreihe. Da fällt der ach so toleranten Carmen plötzlich auf wie nervtötend so ein kleines Wesen für alle Mitreisenden werden kann. Grund genug, um sich mal so richtig über die gescheiterten Beruhigungsversuche der Mutter (die kurz vorm Nervenzusammenbruch stand) auszulassen.

Doch nicht nur die Strapazen des Rückflugs, sondern auch der Jetlag des sechsmonatigen Levi bringen die Erholung der letzten vier Wochen schnell zum Schmelzen. Was bleibt sind einzigartige Erinnerungen und Eindrücke, die Carmen und Stan auch in der letzten Podcast-Folge zu ihrem Neuseelandabenteuer besprechen. Und auch dieses Mal reden die beiden Klartext über Beziehungsherausforderungen während solch einer Reise, was sie im Nachhinein anders geplant hätten und warum der nächste Urlaub vielleicht doch eher in Europa stattfinden wird. Außerdem erzählt Carmen warum Stan einen Baum (ja, einen zwei Meter hohen Baum, der zwischenzeitlich für dicke Luft zwischen den beiden gesorgt hat) auf die Weininsel Waiheke Island geschleppt hat und weshalb sie ihren gefürchteten 30. Geburtstag letztendlich doch noch genießen konnte. Und Levi? Der hat in den letzten Urlaubstagen mit Bauchschmerzen für Aufregung gesorgt und ist einem weiteren Arztbesuch kurz vor Rückflug nur knapp entkommen – wie erlösend so eine volle Kaka-Windel sein kann und was in den letzten Urlaubstagen noch so passiert ist, erfährst du im Babysteps Podcast:

Die Reiseroute

Hier noch einmal die komplette Reiseroute zur Nachverfolgung:

  1. An- und Abreise Flughafen Auckland
  2. Piha Beach (kleines Surferdorf, perfekt zum Relaxen und Wandern)
  3. Flug von Auckland nach Christchurch, Umstieg in Camper Van
  4. Okains Bay Camping Ground auf der Banks Peninsula (super schöner Zeltplatz, sehr zu empfehlen)
  5. Dunedin (lebhafte Studentenstadt mit viktorianischer Architektur)
  6. Lake Wanaka (tiefblauer Bergsee, der Ort Wanaka selbst ist eher touristisch und weniger spannend)
  7. Mt. Cook National Park (Gletscherregion mit interessanter Natur)
  8. Golden Bay (wunderschöner Zeltplatz Motueka Holiday Park im Able Tasman National Park, unbedingt den Wharariki Beach besuchen)
  9. Marlborough Sounds (Tipp: mit dem Boot durch die Flusstäler fahren)
  10. Weingut Cloudy Bay (leckerer Lunch (japanische Küche) und super Wein (vor allem Sauv Blanc und Pinot Noir), aber Vorsicht der Spaß ist nicht ganz günstig)
  11. Fährenfahrt von Picton nach Wellington
  12. Lake Taupo und Tongariro National Park (Wandern durch „Mittelerde“) 
  13. Rotorua (Geysire und Thermalquellen)
  14. Tauranga (Hafenstadt, eher touristisch)
  15. Waiheke Island (unbedingt im Mudbrick Vinyard zum Sonnenuntergang essen und nachmittags im Weingut Wild on Waiheke Tontauben oder Bogenschießen)

Der ultimative Babysteps Reisetipp

Im Nachhinein betrachtet war unsere Neuseelandreise zwar wunderschön, aber auch recht anstrengend. Klar, wir haben keinen Pauschal-Urlaub im Club Hotel auf Mallorca gebucht, indem man sich jeden Morgen aufs Neue auf die - natürlich in bester deutscher Manier mit Handtuch vorreservierte - Liege am Pool fläzt während der Nachwuchs in der Kinderbetreuung Batik-T-Shirts färbt. Und natürlich waren wir uns bewusst, dass solch ein Abenteuer-Urlaub mit Baby anstrengend wird. Allerdings hätten wir durch eine bessere Routenplanung an manchen Orten noch mehr Zeit zum Durchatmen, Entspannen und Genießen gehabt. Daher folgende Tipps zur Reiseplanung:

Weniger ist mehr – vor allem mit Baby im Gepäck:

Im Camper Van schleppt man sich teilweise im Schneckentempo die Serpentinen hoch und mit Baby sind unserer Erfahrung nach drei Fahrstunden pro Tag das maximal Schaffbare (auch wenn Carmen das lange nicht einsehen wollte). Daher würden wir bei begrenztem Zeitbudget empfehlen sich im Vorfeld auf eine der beiden Inseln zu beschränken. Landschaftlich wäre die Südinsel unsere Präferenz, allerdings kann es hier im Herbst (März-Mai) deutlich kälter und regnerischer sein als auf der Nordinsel.

Fixe Aufenthalte einplanen:

So viel Spaß das tägliche Entdecken neuer Zeltplätze auch macht, es wird auf Dauer recht mühsam jeden Morgen die gerade neu errichtete Camping Base wieder abzubauen (Bett im Camper Van einklappen, Tische und Stühle zusammenbauen, Plane abhängen, Feuerstelle/Grill säubern, Gepäck für die Fahrt verstauen, etc.) und weiterzuziehen. Wir hätten an besonders schönen Spots gerne auch mal zwei Nächte verbracht, um einfach mal ein Buch zu lesen oder die Füße hochzulegen – hatten dafür aber einfach nicht genug Zeit. Deshalb würden wir für die nächste Reise solcher Art im Vorfeld zwei bis drei schöne Campingplätze recherchieren und dort einen längeren Aufenthalt zur Erholung einplanen. Wir hatten für die jeweils ersten und letzten Tage unseres Neuseeland-Aufenthalts ein AirBnB gebucht, um uns vor und nach dem langen Flug zu entspannen. Das vor allem zu Beginn der Reise (AirBnB in Piha Beach nähe Auckland) für den kleinen Levi wichtig, um sich zu akklimatisieren und sich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Vor dem Rückflug hatten wir zwei Tage (Airbnb auf der Insel Waiheke vor Auckland), um den Urlaub gemütlich ausklingen zu lassen und noch einmal ganz in Ruhe zu duschen (was vor allem beim Wildcampen oft auf der Strecke geblieben ist) bevor wir ins Flugzeug gestiegen sind. Das war Gold wert!

Unbedingt Vorreservieren:

Wir hatten vollkommen unterschätzt, dass selbst in der Nachsaison viele Attraktionen und Campingplätze bereits weit im Vorfeld ausgebucht sind. Vor allem am Osterwochenende waren viele Neuseeländer mit ihren Familien campen, weshalb wir drei Zeltplätze anfahren mussten bis wir einen (eher schlechten als rechten) Zeltplatz mit freien Kapazitäten finden konnten. Hotels waren für dieses verlängerte Wochenende komplett ausgebucht und daher auch keine Alternative. Sich mit Baby auf eine fünfstündige Zeltplatzsuche zu begeben sorgt für Gequengel beim Nachwuchs und Frust bei den Eltern. Daher besser im Vorfeld Feiertage recherchieren und Übernachtungsmöglichkeiten vorreservieren.

Nicht vom Flugzeug in die Arbeit springen:

Mein (Carmens) Plan war drei Tage nach Ankunft in Deutschland wieder in den Beruf einzusteigen. Allerdings hat uns der Jetlag dieses Mal deutlich härter getroffen als beim Hinflug. Und selbst wenn Stan und ich nachts doch mal ein Auge zudrücken könnten, heißt das noch lange nicht, dass uns Levi schlafen lässt. Wir sind jetzt seit genau einer Woche wieder zurück in Deutschland und es pendelt sich langsam wieder ein Schlafrhythmus bei Levi ein, was allerdings viel elterliche Anstrengung und Geduld erfordert. Daher unbedingt ein paar freie Tage nach Wiederankunft in Deutschland bei der Reiseplanung einkalkulieren.   

   

Fernreise mit Baby: Fazit und Reiseroute pin

Warum Carmen plötzlich von Babygeschrei genervt ist, die beste Reiseroute durch Neuseeland und die absoluten Insinder-Tipps für Reisen mit Säugling – erfährst du in der 7. und letzten Folge unserer Reihe "Fernreise mit Baby".

MeinSpatz Gezwitscher

Hier an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Carmen und Stan, die uns in den letzten Wochen an ihrer Fernreise haben teilhaben lassen. Danke für die spitzenmäßigen Tipps, die neiderregenden Fotos und die privaten Einblicke in eure Abenteuer. Wer sich noch nicht von der sympathischen Familie verabschieden möchte: Einfach den „Babysteps Podcast“ abonnieren.