Der Fliegergriff: So liegt dein Baby sicher im Arm

FREITAG, 11.10.2019 Lotte L.

Der Fliegergriff ist eine praktische Halte- und Trageposition für Säuglinge, die besonders bei Koliken und Blähungen empfohlen wird. Wir erklären, wie und ab wann man den Griff am besten anwendet und welche Vorteile er mit sich bringt.

Beim Fliegergriff (auch bekannt als „Tiger im Baum“) liegt dein Spatz mit dem Bauch nach unten auf deinem Unterarm. Dabei gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, seinen Kopf zu positionieren: entweder in deiner Armbeuge oder in deiner Hand. Am besten probierst du aus, welche Variante für dich am bequemsten ist, und ob für dich das Halten mit dem linken oder rechten Arm angenehmer ist.  

Positionen beim Fliegergriff

1.       Köpfchen in der Armbeuge

Lege das Baby mit dem Bauch auf deinen Unterarm, so dass das Köpfchen in deiner Armbeuge gebettet wird und die Beine links und rechts seitlich neben deiner Hand herunterhängen. Stelle sicher, dass dein Arm dicht und waagerecht an deinem Körper anliegt, so dass das Baby durch deinen Bauch gestützt wird. Es ist wichtig, dass du mit dem Arm, auf dem dein Baby liegt, zwischen seinen Beinen hindurch greifst und mit der Hand seinen Bauch, Po oder Oberschenkel umfasst. Du kannst auch den zweiten Arm zur Unterstützung hinzunehmen und von unten nachfassen, damit du dein Baby schön sicher im Griff hast. Ob man am besten einen oder zwei Arme benutzt, hängt davon ab, wie viel Kraft man hat und wie schwer das Baby ist. 

Diese Variante des Fliegergriffs erlaubt dir relativ viel Flexibilität und Bewegungsfreiheit, denn du kannst deine freie Hand und auch die Hand am tragenden Arm einsetzen, um z.B. etwas anzufassen und festzuhalten. Du musst allerdings immer gut aufpassen, dass dein Baby eng und sicher an deinem Körper anliegt und das Köpfchen gut gestützt ist.

2.       Köpfchen in der Hand

Auch bei dieser Variante ruht das Baby auf deinem Unterarm, aber diesmal in die andere Richtung gedreht: Das Köpfchen liegt in deiner Handfläche und wird dort abgestützt, die Beinchen hängen an beiden Seiten neben dem Ellenbogen hinab. Die zweite Variante eignet sich gut bei ganz kleinen Säuglingen, da in der Regel der Kopf bei größeren Babys ziemlich schwer ist und dadurch das Halten mit der Hand über eine längere Zeit recht anstrengend wird. Bei dieser Variante wird das Köpfchen sicher durch die Hand gehalten und abgestützt. Auch hier kann man den zweiten Arm zur Unterstützung hinzunehmen, um ein schwereres Kind sicher zu halten.

Bei beiden Varianten kann jeweils die freie Hand über den Rücken des Babys streicheln, denn das beruhigt und hilft gegen Blähungen.

Vorteile des Fliegergriffs

Richtig angewendet hat der Fliegergriff viele Vorteile für ein Baby. Vor allem hilft er bei Verdauungsproblemen, wie Koliken oder Bauchschmerzen. Denn durch den leichten Druck, der durch die Körperwärme und die Bauchlage auf den Darmbereich entsteht, können gestaute Gase leichter abgehen. Auch die Bewegungen beim Tragen massieren den Bauch sanft, fördern den Abgang von Luft und regen die Verdauung an. Dadurch kann sich der Bauchbereich entspannen und Schmerzen gelindert werden. Daneben hilft die Bauchlage auch, Babys Balance zu trainieren und seine Nackenmuskulatur zu stärken.

Da Neugeborene alleine noch kaum ihre eigene Position ändern können, bietet der Griff den kleinen Fliegern eine neue, spannende und abwechslungsreiche Perspektive auf die Welt.

Ganz wichtig: der Fliegergriff ermöglicht dem Säugling körperliche Nähe zu Mama oder Papa und dadurch ein Gefühl von Geborgenheit. Auch dadurch hat er oft eine beruhigende Wirkung auf Babys.

An wann darf ich den Fliegergriff anwenden?

Man darf den Fliegergriff sofort nach der Geburt anwenden. Dadurch trainiert man die Bauchlage des Babys. Bei einem Neugeborenen sollte man jedoch darauf achten, die Füßchen mit der freien Hand unterstützen. Denn wenn die Beinchen einfach gerade an beiden Seiten des mütterlichen Arms herunterbaumeln, übt das einen starken Zug auf das untere Ende der kindlichen Wirbelsäule und den Darm aus. Daher sollte man sicherstellen, dass man Babys Beine so hält, dass sie leicht gebeugt bzw. angehockt sind.

Aber bitte Vorsicht!

Willst du dein Baby im Fliegergriff halten, nimm es immer ganz vorsichtig hoch und achte darauf, dass du ihm mit deinem Körper sicheren Halt gibst. Da ein Baby in den ersten Lebensmonaten den Kopf noch nicht oder kaum alleine halten kann, ist es ganz wichtig, sein Köpfchen immer ausreichend zu stützen.

Am besten probierst du den Fliegergriff erst einmal über einer weichen Unterlage und nicht zu weit über dem Boden aus. Bestimmt hilft dir auch deine Hebamme gerne, den Griff zu üben, wenn du dir nicht sicher bist.

Nicht ratsam ist es, den Fliegergriff direkt nach dem Stillen oder Füttern anzuwenden, da der Druck auf den Bauchbereich dazu führen kann, dass sich ein Baby übergeben muss. Am besten wendest du den Fliegergriff außerdem nach dem Bäuerchen an.

Bei vielen Babys kann der Fliegergriff Blähungen effektiv lindern. Wenn die Verdauungsbeschwerden aber trotzdem anhalten, helfen zusätzliche Bauchmassagen, um gestaute Gase im Darm zu lösen. Am besten malst du dazu mit deinen Fingern im Uhrzeigersinn sanfte Kreise auf Babys Bauch. Dazu kannst du deinem Kleinen Fencheltee anbieten, da er die Verdauung fördert und Krämpfe löst. Am besten nimmst du dir Zeit, wiegst dein Baby, sprichst mit ihm und singst ihm etwas vor, denn auch das trägt zur Entspannung, Beruhigung und zum Wohlbefinden deines Lieblings bei.

In diesem Video erklärt eine Hebamme den Fliegergriff und zeigt, wie man ein Baby am besten hochnimmt, hält und trägt.

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Beim Fliegergriff liegt der Säugling bäuchlings auf dem Unterarm. Diese Trageweise eignet sich insbesondere zur Linderung von Verdauungsbeschwerden.

MeinSpatz Gezwitscher

Wie oft und wann sollte man ein Baby baden? Antworten auf diese und viele andere Fragen rund um das Baden eines Säuglings findest du in unserem Bade-Guide für Babys.

Lotte L.

Lebt mit ihrem einheimischen Mann und zwei kleinen Moglis im Norden Thailands. Die berufstätige Mama fühlt sich in ihrer Wahlheimat meistens rundum wohl. Ihre beiden Jungs sind für Lotte zwar auch Ursache chronischen Durcheinanders, von Dauererschöpfung, Schmierfingern am Kostüm und gelegentlichen Identitätskrisen, vor allem aber sind sie Sinn allen Daseins, Quelle unendlichen Glücks und bedingungsloser Liebe.