Ich freu mich so aufs Arbeiten – bin ich eine Rabenmutter?

DIENSTAG, 21.11.2017

Beim Thema „Mama und Karriere“ scheiden sich bekanntlich die Geister. Aber was ist jetzt das „richtige“ Modell?

Das Baby ist da und die Eltern sind überglücklich. Doch irgendwann kommt unweigerlich der Punkt, an dem sich Mama entscheiden muss: Zu Hause bleiben oder arbeiten?

Karriere und Kind: Selbstverwirklichung oder Notwendigkeit

So wundervoll es ist, sich voll und ganz dem kleinen Bündel zu widmen – nicht alle Mamas sind dafür geschaffen, sich ausschließlich um ein Kind zu kümmern. Einige wollen irgendwann wieder ein eigenes Leben und im Job erfolgreich sein. Oder einfach mal was anderes sehen als Windeln, Babybrei und Co. Darüber hinaus kann es sich nicht jeder leisten, seinen Nachwuchs zu Hause zu betreuen. Für wieder andere ist das aber nur eine Ausrede, weil sie sich nicht trauen zu sagen „Ich gehe wieder arbeiten, weil ich es so möchte!“ Doch ist Frau automatisch eine Rabenmutter, nur weil sie zurück in den Job möchte? Sicher nicht. Für viele Mamis gehört der Beruf nun einmal zum Glücklichsein dazu. Und geht es der Mama gut, wirkt sich das positiv auf den Nachwuchs und auch die Beziehung zwischen Mutter und Kind aus. Wichtig ist eigentlich nur, dass der Spatz in der Zeit, in der du und dein Partner arbeiten, gut versorgt ist – ob in der Kita, bei der Tagesmutter oder bei Oma.

„Nur“ Hausfrau?

Genauso wenig solltest du dich als faul abstempeln lassen, nur weil du dich für dein Kind und gegen den Beruf entscheidest. Wenn du dich mit Leib und Seele der Erziehung deines Kindes verschreibst, ist das eben dein Job! Und der ist nicht mehr oder weniger anstrengend als irgendeine andere Arbeit. Du brauchst dich nicht dafür zu rechtfertigen, „nur“ zuhause zu sein. Schließlich bedarf es einer Menge Geduld und Ausdauer, um sich rund um die Uhr der Kindererziehung zu widmen. Im Büro geht es da oftmals viel entspannter zu. Leicht machst du es dir damit sicher nicht.

Was sagen die anderen?

Lass dich nicht von deinem Umfeld verunsichern! Auch wenn die Schwiegermutter davon überzeugt ist, dass man Vollzeitmama sein muss, wenn man sich für Kinder entschieden hat. Und wenn deine beste Freundin behauptet, dass nur arbeitende Mütter ausgeglichen und modern sein können, brauchst du das ebenfalls nicht für bare Münze zu nehmen. Jeder Mensch und jede Familie sind individuell. Das Stichwort lautet Toleranz: Wir sollten alle aufhören Mamas die ein anderes Lebensmodell haben zu verunglimpfen oder kritisch zu betrachten. Oft steckt die eigene Unsicherheit dahinter: Habe ich das Richtige gewählt? Oder macht es eine andere vielleicht doch besser als ich? Steh zu deiner Entscheidung und hör auf dich zu rechtfertigen. Wichtig ist nicht, ob eine Mama arbeitet oder zu Hause ist. Wichtig ist, dass sie ihr Kind liebt und den kleine Spatz liebevoll erzieht.

Arbeiten und Baby? pin

Kind und Karriere oder lieber zu Hause bleiben? Jeder wie er will - sagen wir. Und plädieren für mehr Toleranz.

MeinSpatz Gezwitscher

Auch eine Mama in der Redaktion hat die Erfahrungen gemacht, dass gerade die ältere Generation mit einer frühen Betreuung nicht viel anfangen kann. Oma, Mutter und Schwiegermutter waren entsetzt, als die Tochter unser Arbeitskollegin mit 1,5 Jahren in die Kita ging. Und ein paar Monate später waren alle drei ganz begeistert, was das Kind denn alles in der Kita lernt, dass es schon Freunde hat und wie toll es da gefördert wird. Oft steckt auch Unwissenheit hinter eine Vorverurteilung. Bester Tipp: Geht deinen Weg und lass dich nicht beirren.