Was ist eigentlich das KiSS Syndrom?

DONNERSTAG, 14.11.2019 Julia M.

Schreit dein Baby dauerhaft und scheint es eine Seite seines Körpers zu meiden? Dann könnte das KiSS Syndrom dahinterstecken. Wir zeigen dir, was es mit dieser Fehlstellung auf sich hat und erklären wieso die Diagnose KiSS Syndrom in der Schulmedizin nicht unumstritten ist.

Die Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung, kurz KiSS, ist eine Fehlstellung der oberen Halswirbelsäule bei Babys und Kleinkindern. Sie soll für bestimmte spätere Entwicklungsstörungen heranwachsender Kinder verantwortlich sein. Allerdings streiten sich Experten der Schulmedizin und Alternativmediziner darüber, ob es das KiSS Syndrom wirklich gibt. Vielen Ärzten fehlen die Studien und damit die wissenschaftlichen Beweise. Dem entgegen stehen zahlreiche Erfahrungsberichte von Behandlungserfolgen betroffener Familien und Initiativen, die für die medizinische Anerkennung des Syndroms kämpfen. Wir wollen dir zeigen, was laut Fürsprechern die Ursachen für das KiSS Syndrom sein können und wie es in der Alternativmedizin behandelt wird.

KiSS Syndrom bei Baby und Kleinkind: Ursachen

Meist sollen traumatische Geburtserlebnisse die Ursache für das KiSS-Syndrom sein. Dazu gehören etwa Saugglocken- und Zangengeburten, ein Not-Kaiserschnitt und ein hohes Geburtsgewicht (mehr als 4000 Gramm). Diese Faktoren üben auf das noch sehr empflindliche Baby-Köpfchen, seine Gelenke und Wirbel einen starken Druck oder Zug aus. Des weiteren können bereits vorgeburtliche Probleme, die ebenfalls zu viel Druck ausüben, das KiSS Syndrom begünstigen. Dazu gehören:

  • Enge im Mutterleib
  • Mehrlingsgeburten
  • eine Steiß- oder Beckenlage im Mutterleib
  • frühe Wehen

KiSS Syndrom: Das sind die angeblichen Symptome

Erkennen kannst du das KiSS Syndrom laut Alternativmedizin an einer asymmetrischen Haltung und Bewegung deines Spatzes. Dein Baby hat also eine bevorzugte Richtung, in das es sich bewegt bzw. in welche es seinen Kopf und seinen Körper hält. Befürworter sagen außerdem, dass Babys und Kleinkinder, die das KiSS Syndrom aufweisen, sich überstrecken, in dem sie den Kopf weit nach oben neigen. Weitere Anzeichen für das KiSS Syndrom können folgende körperlichen Anzeichen sein:

  • abgeplatteter Hinterkopf (oft verbunden mit Haarabrieb)
  • Schwierigkeiten beim Halten und Drehen des Köpfchens
  • asymmetrische Schädelform
  • Schieflage im Liegen, Vermeiden der Bauchlage
  • ungleiche und einseitige Bewegungen der Ärmchen und Beinchen
  • Fuß-Fehlstellung
  • unausgereifte Hüftgelenke

Auch das Verhalten kann durch folgende Anzeichen auf das KiSS Syndrom hinweisen:

  • anhaltendes Schreien, besonders beim Hochheben und Umziehen (Schreibabys)
  • eine Brust wird beim Stillen bevorzugt, die andere scheint Schmerzen zu verursachen
  • bevorzugte Blickrichtung
  • unruhiger und gestörter Schlaf
  • Überspringen von Entwicklungsphasen (zum Beispiel Krabbeln)

Es sei allerdings dazu gesagt, dass diese Anzeichen nur ein Hinweis auf die Fehlstellung sein können und auch bei anderen Störungen und Erkrankungen vorkommen können. Deswegen solltest du bei einem Verdacht, dass dein Baby Probleme hat und etwas nicht stimmt, auf alle Fälle sofort zu einem Arzt gehen.

Fürsprecher des KiSS Syndrom  glauben, dass die Fehlstellung unbehandelt zu Entwicklungsstörungen führen kann. Heranwachsende betroffene Kinder sollen demnach Probleme wie ADHS, Lern- und Konzentrationsstörungen, Migräne, sowie Bettnässen entwickeln. Wissenschaftlich belegt ist das Ganze allerdings nicht.

So wird das KiSS Syndrom diagnostiziert und behandelt

Wie bereits erwähnt, sind viele Ärzte skeptisch, ob es das KiSS Syndrom wirklich gibt oder nicht. Falls es einen Verdacht auf eine Fehlstellung der Halswirbel gibt, wird dein Kinderarzt dein Kind aber vermutlich röntgen. Sollte er das KiSS Syndrom anerkennen, dann wird er dich an einen Osteopathen oder Manualtherapeuten verweisen. 

Bei der Behandlung des KiSS Syndroms solltest du auf alle Fälle darauf achten, dass sie von einem qualifizierten und erfahrenen Heilpraktiker durchgeführt wird. Er wird die Blockaden und Verspannungen der Kopfgelenke durch sanften Druck auf bestimmte Punkte und mobilisierende Griffe lösen. So eine Behandlung dauert zwischen 10 und 45 Minuten. Krankenkassen übernehmen die manuellen Therapien in der Regel. Wenn ihr zu einem Osteopathen geht, müsst ihr die Behandlung hingegen meist aus eigener Tasche bezahlen. 

Wieso die Schulmedizin mit dem KiSS Syndrom ihre Probleme hat

Auch wenn es gerade im Internet zahlreiche Erfolgsgeschichten betroffener Eltern gibt, steht die Schulmedizin dem KiSS Syndrom meist kritisch gegenüber. Manche Ärzte warnen sogar vor der Behandlung beim Osteopathen oder Manualtherapeuten. Ihnen fehlt es schlichtweg an wissenschaftlichen Beweisen, dass es das KiSS Syndrom wirklich gibt und es für spätere Entwicklungsstörungen verantwortlich ist.

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Herzzereißendes Schreien beim Hochheben und anderen Berührungen: Könnte dein Spatz am KiSS Syndrom leiden?

MeinSpatz Gezwitscher

Für die Frühförderung ihrer Babys schwören viele Mamas auf PEKiP - kurz für Prager-Eltern-Kind-Programm. Die Kurse sollen Eltern helfen, ihre Babys besser zu verstehen, um sie bei ihrer Entwicklung gezielt unterstützen zu können. Dabei steht besonders die Bindung zwischen Eltern und Kind im Mittelpunkt. Bei einem PEKiP Kurs sind etwa vier bis sechs Babys splitternackt in einem warmen Raum, wo sie gemeinsam mit den anderen Kindern und ihren Eltern spielen. Mehr zu diesem Frühförderungskonzept, liest du hier.

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.