Kita, Tagesmutter oder Oma? Welche Betreuung ist die Beste?

DONNERSTAG, 09.08.2018

Um den ersten Geburtstag herum steht für viele Eltern die Entscheidung an, welcher Betreuungsplatz der richtige ist. 

Es ist eine schwierige Entscheidung: Gebe ich mein Kind in eine Kinderkrippe? Oder doch lieber zur Tagesmutter? Oder habe ich die Möglichkeit, den Nachwuchs von Oma und Opa betreuen zu lassen? Wir stellen euch die verschiedenen Optionen vor.

Oma ist die Beste!

Wenn die Großeltern in der Nähe leben, ist es für viele Eltern die naheliegendste (und mit Sicherheit preiswerteste) Entscheidung, das Kind von Oma und/oder Opa betreuen zu lassen, während Mama und Papa arbeiten sind. Der große Vorteil: Die Großeltern sind dem kleinen Spatz bestens vertraut. Sie kennen das Kind und können voll und ganz auf den Nachwuchs eingehen. Das ist toll. Allerdings solltest du dir darüber im Klaren sein, dass deine Eltern (oder auch die deines Partners) ab jetzt viel zur Erziehung beitragen und deshalb vielleicht auch mehr mitreden wollen als vorher. Außerdem kommt euer Nachwuchs nur selten in Kontakt mit Gleichaltrigen. Um das auszugleichen, bieten sich Krabbelgruppe, Schwimmkurs und Co. an, wo sich euer Schatz austobt und andere Kinder kennenlernt.

Fast wie zuhause

Du willst, dass dein Kind eine familienähnliche Struktur kennenlernt, aber du hast nicht die Möglichkeit das Kleine bei den Großeltern unterzubringen? Hier bietet sich eine Tagesmutter an. Dort hat dein Kind die Möglichkeit, mit anderen zu spielen, aber auch ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Eine Tagesmutter ist für eher schüchterne Kinder ideal, die sich in größeren Gruppen unwohl fühlen. Ein weiterer Vorteil zu Krippe: Eine Tagesmutter kann teilweise flexibler reagieren und auch mal spontan etwas länger aufpassen, wenn du z. B. in einem Meeting festhängst. Allerdings solltest du vorab klären, was passiert, wenn die Tagesmutter krank ist und wie viel Urlaub sie hat. Häufig gibt es aber die Möglichkeit, dass das Kind dann in einer Tagesgruppe oder bei einer anderen Tagesmutter unterkommt. Und Urlaube lassen sich planen. Vielleicht macht dein Kleines gerne mal ein paar Tage Ferien bei Oma und Opa? Und noch etwas, das du bedenken solltest: Da es nur eine Betreuungsperson gibt, solltest du mit ihr und ihrem Erziehungsstil auf einer Wellenlänge sein.

Gemeinschaft lernen

In der Kinderkrippe werden Kinder von 0 bis etwa 3 Jahren betreut. Dort lernt dein Kind Gleichaltrige kennen und bekommt viele verschiedene Aktivitäten angeboten. Hier ist es besonders wichtig, dass du auf die Art der Einrichtung achtest: Handelt es sich um eine Elterninitiative, bei der oftmals ein hohes Engagement von Mama und Papa vorausgesetzt wird? Oder ist es eine Kindertagesstätte, bei der sich hauptsächlich die ErzieherInnen um alles kümmern? Könnt ihr euch mit dem pädagogischen Konzept der Einrichtung identifizieren? Natürlich spielt auch der Preis eine Rolle: Private Einrichtungen sind oft deutlich teurer als Kindertagesstätten beispielsweise von kirchlichen oder staatlichen Trägern. Der große Vorteil der Kinderkrippe: Der Übergang zum Kindergarten wird für dein Kind vermutlich recht leicht werden, da es bereits mit den Abläufen innerhalb einer größeren Gruppe vertraut ist. Vor allem dann, wenn es in einer Einrichtung untergebracht ist, in der auch ein Kindergarten angeschlossen ist und in der gruppenübergreifende Projekte angeboten werden.

Wo fühlt sich unser Kind am wohlsten?

Bevor ihr euch für einen Betreuungsplatz entscheidet, solltet ihr alle Möglichkeiten gut überdenken. Bei welcher Form der Betreuung überwiegen für euch die Vorteile? Traut ihr es eurem Kind zu, seinen Platz auch in einer größeren Gruppe zu behaupten? Oder glaubt ihr, dass es besser ist, dem Kleinen noch etwas mehr Geborgenheit etwa bei Oma oder einer Tagesmutter zu geben? Außerdem sollte der Betreuungsplatz für dich und deinen Partner gut erreichbar sein – also entweder in der Nähe eures Zuhauses oder eures Arbeitsplatzes liegen. Denkt auch daran, dass ihr euch rechtzeitig anmeldet. Die Wartelisten sind oft lang. Je nachdem, ob du alleinerziehend bist, beide Elternteile berufstätig sind oder sonstige Gründe vorliegen, wirst du bevorzugt einen Betreuungsplatz für dein Kind bekommen.

Ab wann soll das Kind betreut werden?

Häufig sind es wirtschaftliche Gründe, warum ein Kind schon unter einem Jahr einen Betreuungsplatz benötigt. Die meisten Kinder werden mit einem oder zwei Jahren „fremdbetreut“. Das ist insofern sinnvoll, als dass der Nachwuchs dann schon etwas selbständiger ist und viele Kinder das Bedürfnis verspüren, mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen. Wichtig ist, dass du mit deinem Partner überlegst, wann für euch der richtige Zeitpunkt gekommen ist, das Kind loszulassen. Denn nicht jede Mama schafft es, das Kleine mit einem Jahr „abzugeben“. Anderen wiederum fällt es überhaupt nicht schwer, das Kind mit 10 Monaten für einige Zeit bei der Tagesmutter zu lassen. Und auch die Kinder sind verschieden. Während das eine einen Tobsuchtsanfall bekommt, sobald es merkt, dass Mami den Raum verlässt, geht es dem anderen nicht schnell genug, dass Mama endlich weg ist.

Wie so oft gilt: Höre auf dein Bauchgefühl – und dein Kind: Dann findest du bestimmt den richtigen Betreuungsplatz!

Wer soll mein Baby betreuen? pin

Es gibt mehrere Möglichkeiten dein Kind betreuen zu lassen. Welche passt am besten zu dir und deiner Familie?

MeinSpatz Gezwitscher

Als eine Bekannte auf der Suche nach einer Tagesmutter einen Besuch bei einer möglichen Kandidatin machte, passierte Folgendes: Beim Abstellen ihrer Handtasche, kullerte ein Gläschen mit Babynahrung auf den Boden. Daraufhin rutschte der Tochter der potentiellen Tagesmutter ganz entsetzt heraus: „Schau mal Mama, ein böses Gläschen!“ Da war klar: Das wird wohl nix!