Kümmelzäpfchen: Alles Wichtige zu Wirkung und Anwendung

DONNERSTAG, 19.12.2019 Lotte L.

Wenn ein Baby unter Bauchschmerzen und Blähungen leidet, belastet das oft die ganze Familie. Kümmelzäpfchen können auf natürliche Weise Abhilfe schaffen. Wir verraten dir, wie sie wirken und was du bei der Anwendung und Dosierung beachten solltest.

Kümmelzäpfchen wird nachgesagt, dass sie Bauchschmerzen und Blähungen lindern und dadurch eine beruhigende Wirkung auf Säuglinge haben können.

Wie wirken Kümmelzäpfchen?

Kümmel (Carum Carvi), eines der ältesten Gewürze der Welt, wird schon seit Jahrhunderten auch als Heilpflanze verwendet. Denn seine ätherischen Öle wirken entkrampfend, entspannend und verdauungsfördernd. Auch bei Säuglingen und Babys wird Kümmel daher häufig bei Bauchkrämpfen, Blähungen und krampfartigen Koliken angewendet. Kümmel hat zudem eine antibakterielle Wirkung.

Kümmelzäpfchen bestehen aus Extrakten von Kümmelsamen (auch Kümmelfrüchte genannt) und wirken dadurch ebenfalls entkrampfend und blähungstreibend. Dadurch können sie Koliken lindern, bei denen sich beim Säugling Gase im Darm angestaut haben. Bei manchen Babys helfen Kümmelzäpfchen daher auch gegen Unruhezustände und Schlafstörungen, die von Bauschmerzen herrühren. Schließlich wirken die Zäpfchen auch Verstopfung entgegen und beruhigen einen nervösen Magen.

Bei der Anwendung von Kümmelzäpfchen sind keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. Natürlich kann es theoretisch passieren, dass dein Baby allergisch auf Kümmel reagiert, daher solltest du bei den ersten drei Anwendungen die Reaktionen deines Kindes genau beobachtet. Denn frühestens beim zweiten Kontakt mit einem Stoff reagiert das kindliche Abwehrzentrum mit Warnsignalen und eine allergische Reaktion wird sichtbar. Viele Eltern berichten aber von sehr positiven Erfahrungen mit den Zäpfchen.

Wie schnell wirken Kümmelzäpfchen?

Dadurch, dass Zäpfchen direkt in den Enddarm eingeführt werden, wird es durch die Körperwärme innerhalb von wenigen Minuten aufgelöst. Der Wirkstoff kann so sehr schnell über die Schleimhaut resorbiert und dadurch seine lindernde Wirkung unmittelbar und optimal im Darm entfalten.

Wie oft und ab wann darf ich meinem Baby ein Zäpfchen geben?

Wenn du deinem Kind Kümmelzäpfchen geben willst, musst du unbedingt gründlich die Dosierungsanleitung in der Packungsbeilage studieren. Denn je nach Herstellerfirma variieren das Alter, ab wann man einem Kind ein Zäpfchen geben darf (z.B. unter oder ab einem Jahr), die Menge (z.B. ein halbes oder ganzes Zäpfchen) und die Häufigkeit, mit der man die Zäpfchen anwenden kann (z.B. 2-mal oder 3-mal täglich).

Als Beispiel: Zäpfchen von Weleda dürfen Kindern erst ab dem ersten Lebensjahr verabreicht werden. Außerdem muss das Zäpfchen für Kinder unter 6 Jahren halbiert werden und darf dann ein-bis zweimal pro Tag angewendet werden. Ein Präparat von der Firma Pädia muss hingegen nicht geteilt werden und darf dem Säugling von Geburt an gegeben werden. Für Säuglings-Kümmelzäpfchen des Anbieters Wala wurde vor kurzem aufgrund einer Neubeurteilung der Rezeptur das Anwendungsalter angehoben, so dass dieses Medikament nun erst ab drei Monaten verabreicht werden darf.

Präparate von verschiedenen Anbietern gibt es rezeptfrei für unter zehn Euro in der Apotheke, in Drogerien oder im Internet zu kaufen. Bestimmt beraten dich dein Arzt oder Apotheker gerne bei der Wahl des richtigen Produkts.

Auf keinen Fall darfst du die Zäpfchen überdosieren (nach dem Motto „je mehr, desto besser“), denn das kann zu unerwünschte Nebenwirkungen führen. Daher solltest du auch nicht die doppelte Dosis verabreichen, wenn du ein Zäpfchen vergessen hast.

Was du sonst noch beachten solltest:

  1. Wenn du das Zäpfchen halbieren musst, dann schneide es immer der Länge nach durch. Viele Eltern berichten allerdings, dass sie das Teilen als sehr schwierig empfinden, denn oft bricht oder schmilzt das Zäpfchen, so dass häufig eine der beiden Hälfte weggeschmissen werden muss. Auch das Einführen eines halben und daher bruchgefährdeten Zäpfchens erleben viele als Herausforderung. Daher bevorzugen einige Eltern Zäpfchen, die nicht geteilt werden müssen, oder aber Fencheltee oder Massagen mit Kümmelöl und Windsalbe.
  2. Oft wird geraten, dass das Kind beim Einführen des Zäpfchens entspannt sein soll. Doch in den meisten Fällen schreit oder verkrampft sich ein Kind mit Bauchschmerzen, so dass das Einführen sehr schwierig werden kann. Auf keinen Fall sollte man Gewalt anwenden. Um die Gleitfähigkeit des Zäpfchens zu erhöhen, kannst du es mit Öl, Vaseline oder Wasser befeuchten. In diesen Substanzen dürfen aber keine Duftstoffe enthalten sein, denn diese werden über die kindliche Darmschleimhaut aufgenommen.
  3. Am besten winkelst du die Beine deines liegenden Babys beim Einführen an. Im Anschluss empfiehlt es sich, den After noch ein wenig mit dem Finger verschlossen zu halten, damit das Zäpfchen nicht gleich wieder herauskommt. Auch solltest du die Pobacken des Babys noch eine Weile sanft zusammendrücken, um zu gewährleisten, dass das Zäpfchen auch wirklich im Darm bleibt.
  4. Oft wird auch geraten, das Zäpfchen mit der stumpfen Seite vorneweg einzuführen, denn das spitzere Ende übt oft einen starken und unangenehmen Pressdrang aus und führt damit direkt zum Ausscheiden von Stuhlgang.

Nicht jedem Neugeborenen, das unter Koliken leidet, helfen Kümmelzäpfchen. Aber einen Versuch ist es wert, v.a. wenn andere, nicht-medikamentöse Behandlungen (z.B. Massagen, Fliegergriff) keine Wirkung zeigen. Viele Eltern empfinden Kümmelzäpfchen als sehr hilfreich, da sie ihrem Baby guttun und zu Entspannung verhelfen können.

Am besten hältst du Rücksprache mit deinem Kinderarzt, wenn du deinem Baby Zäpfchen geben möchtest. Auch wenn dein Baby starke Bauchschmerzen und Blähungen hat und nach zwei Tagen keine Besserung zu erkennen ist, solltest du einen Arzt um Rat fragen.

Kümmelzäpfchen: Alles Wichtige zu Wirkung und Anwendung pin

Kümmelzäpfchen wird nachgesagt, dass sie Bauchschmerzen und Blähungen lindern und dadurch eine beruhigende Wirkung auf Säuglinge haben können.

MeinSpatz Gezwitscher

Auch Fencheltee wird gern als natürliches Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden empfohlen. Seine Anwendung wird jedoch kontrovers diskutiert und Säuglingen sollte er nur im Maße angeboten werden. Wir geben hier einen Überblick über alles Wissenswerte rund um den Kräutertee.

Lotte L.

Lebt mit ihrem einheimischen Mann und zwei kleinen Moglis im Norden Thailands. Die berufstätige Mama fühlt sich in ihrer Wahlheimat meistens rundum wohl. Ihre beiden Jungs sind für Lotte zwar auch Ursache chronischen Durcheinanders, von Dauererschöpfung, Schmierfingern am Kostüm und gelegentlichen Identitätskrisen, vor allem aber sind sie Sinn allen Daseins, Quelle unendlichen Glücks und bedingungsloser Liebe.