Milchschorf beim Baby entfernen: Ja oder Nein?

MONTAG, 16.09.2019 Julia M.

Viele Babys haben Milchschorf und viele Mamas fragen sich, wie sie ihn entfernen können. Doch darfst du die Verkrustungen überhaupt entfernen? Wir klären dich auf.

Ab dem dritten Monat bekommen viele Babys Milchschorf. Meist treten die schuppigen gelblich-bräunlichen Krusten auf der Kopfhaut auf und sorgen bei deinem Baby für ordentlich Juckreiz. Tatsächlich handelt es sich um eine frühe Form der Neurodermitis und im Verlauf kann sich der Milchschorf auch auf das Gesicht und andere Körperstellen deines Kindes ausbreiten. Abkratzen solltest du den Milchschorf unter gar keinen Umständen, denn sonst können Wunden zurückbleiben und sich entzünden. 

Ursachen für Milchshorf

Tatsächlich ist noch unklar, was genau zu Milchschorf bei Babys führt. Vermutlich spielen mehrere Faktoren zusammen, um das Entstehen der Hauterkrankung zu fördern. Zum einen eine erbliche Veranlagung. Wie gesagt, handelt es sich um eine frühe Form der Neurodermitis. Sollten du und/oder dein Partner unter der Hauterkrankung leiden, neigt auch dein Nachwuchs mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 80 Prozent zu Milchschorf. Zudem kann trockene Haut dazu führen, dass Babys Haut mit der Krustenbildung und Juckreiz reagiert. 

Es kann auch sein, dass dein Baby ein sehr anfälliges Nervensystem hat, welches auf Außenreize (z.B. Temperaturen) sensibel reagiert. Auch ein erhöhter Anteil des Antikörpers Immunglobulin E kann das Immunsystem deines Kindes schwächen und Milchschorf begünstigen. Etwa die Hälfte der betroffenen Babys erkranken in ihrem weiteren Lebensverlauf an Neurodermitis. Milchschorf kann aber auch im Vorschulalter und sogar (seltener) im Erwachsenenalter auftreten. Generell ist die Zahl der Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen.

Milchschorf richtig behandeln

Wie gesagt solltest du Milchschorf unter keinen Umständen entfernen. Die Haut deines Babys ist super empfindlich und das entfernen wäre sehr schmerzhaft. Außerdem würde es zu Verletzungen kommen, die sich leicht entzünden. Allerdings kannst du den Juckreiz mit speziellen Cremes, Ölen und Salben mildern. Dadurch wird der Milchschorf zwar nicht entfernt, aber die Haut deines kleinen Spatzes wird geschmeidiger. In besonders schweren Fällen kann es sein, dass dein Kinderarzt Kortison verschreibt, damit die Entzündungen abgemildert werden.

Du kannst die schuppigen Stellen auch mit feuchten Wickeln kühlen und die Haut damit beruhigen. Der Juckreiz wird auf diese Weise gelindert. Um Kratzattacken deines Babys vorzubeugen, solltest du ihm Fäustlinge anziehen. Achte außerdem darauf seine Fingernägel immer kurz zu halten und auch die Kanten abzufeilen. 

Nicht selten verwechseln Eltern Milchschorf mit der sehr viel harmloseren Hauterscheinung Kopfgneis. Diese tritt bereits kurz nach der Geburt auf und hat ganz andere Ursachen. In dieser Tabelle findest du die Unterschiede der beiden Hautphänomene:

Kopfgneis

Milchschorf

Beginn

innerhalb des ersten Lebensmonats

nach dem dritten Lebensmonat

Juckreiz

Kaum oder gar nicht

sehr stark

Schuppen

Weiche, fettige Schuppen

Harte Schuppen, oft nässend

Ursache

Übermäßige Talgproduktion

Multifaktoriell, u.a. trockene Haut, Veranlagung

Dauer

Etwa bis zum dritten Lebensmonat, kann aber auch länger andauern

bis zu 2 Jahre

Prognose

Heilt in der Regel komplett ab

kann in eine chronische Neurodermitis übergehen

Therapie

Mildes Babyshampoo kann Krusten sanft ablösen

Juckreiz durch Cremes und Salben behandeln, Rat vom Kinderarzt holen

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Er sieht unschön aus und sorgt bei deinem Baby für Juckreiz. Doch solltest du Milchschorf entfernen?

MeinSpatz Gezwitscher

Auch eine Bindehautentzündung bei deinem Baby bedarf der richtigen Behandlung. Erkennen kannst du sie an geröteten, leicht geschwollenen Augen, vermehrter Tränenbildung, Juckreiz und eitrigem Ausfluss. Für die Behandlung gibt es Augentropfen und -salben, wobei du darauf achten solltest, dass diese keine Konservierungsstoffe enthalten. Mehr Tipps und Infos zum Thema findest du in diesem Artikel.

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.