Wie lange kann ich Muttermilch aufbewahren?

DIENSTAG, 26.11.2019 Lotte L.

In diesem Artikel findest du alle wichtigen Informationen rund ums Aufbewahren, Einfrieren und Auftauen von Muttermilch.

Muttermilch abzupumpen und aufzubewahren kann ungeheuer praktisch sein, wenn du dein Baby einmal nicht stillen kannst, z.B. wenn du berufstätig bist, wichtige Termine hast, oder einfach etwas für dich unternehmen möchtest. Dann kann dein Partner oder eine andere vertraute Person das Baby füttern, auch wenn du nicht da bist. Bei der Aufbewahrung gibt es allerdings einiges zu beachten.

Muttermilch solltest du nur in einem sauberen, sterilisierten und gut verschließbaren Gefäß lagern. Besonders eigenen sich dafür spezielle Muttermilchbeutel oder -behältnisse. Ungeeignet sind hingegen normale Tiefkühlbeutel, Eiswürfelbehälter und Plastikflaschen, da sie nicht sterilisiert sind. Flaschen können zudem schädliche Weichmacher enthalten, z.B. Bisphenol A (BPA).

Verglichen mit Säuglingsnahrung ist Muttermilch länger haltbar, denn sie enthält bestimmte Stoffe, die die Vermehrung von Bakterien verhindern. Die genaue Haltbarkeitsdauer von Muttermilch ist jedoch davon abhängig, wie und wo die Milch gelagert wird, ob bei Raumtemperatur, im Kühlschrank, Tiefkühlfach oder in der Tiefkühltruhe. Den Ort der Aufbewahrung solltest du danach auswählen, wie zeitnah du die Muttermilch verfüttern möchtest.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

 

Grundsätzlich gilt: je wärmer der Aufbewahrungsort der Muttermilch, umso kürzer ist sie haltbar. Daher solltest du genau auf die Aufbewahrungstemperatur achten und sie im Zweifelsfalle mit einem Kühlschrankthermometer nachkontrollieren.

1.   Bei Raumtemperatur

Bei einer Zimmertemperatur zwischen 18 und 20 Grad kannst du Muttermilch für maximal 8 Stunden aufbewahren. Liegt die Temperatur etwas höher, circa bis zu 26 Grad, findet man häufig die Empfehlung für eine Aufbewahrung von nicht länger als 4 bis 6 Stunden. Bei sehr sommerlichen Temperaturen bis über 30 Grad hält sich Muttermilch ungekühlt nur etwa 3 bis 4 Stunden. Nach Ablauf dieser Zeitspanne sollte die Milch nicht weiter aufgehoben werden.

2.   Im Kühlschrank

Möchtest du die Milch länger als acht Stunden aufbewahren, solltest du sie in den Kühlschrank stellen. Bei einer Temperatur zwischen 4 und 6 Grad Celsius hält sich die Milch für bis zu 72 Stunden bzw. 3 Tagen. Ist dein Kühlschrank zwischen 0 und 4 Grad kalt, kannst du die Muttermilch sogar bis zu fünf Tagen lagern. Häufig wird empfohlen, den Behälter im Kühlschrank möglichst in ein unteres Fach und nicht in die Tür zu stellen, da die Temperatur dort beständig niedrig bleibt. Lagert man den Milchbeutel in einer separaten Plastikbox, kann die Temperatur zusätzlich konstant gehalten werden.

Angaben zur Aufbewahrungszeit in einer Kühltasche lassen sich nur schwer treffen, da sie von Tasche zu Tasche variiert, z.B. in Abhängigkeit von der Qualität des Produkts und von Außeneinflüssen (z.B. der Umgebungstemperatur). Herrschen in der Tasche mit Kühl-Akkus ca. 15 Grad, kann sich die Milch darin bis zu 8 Stunden halten.

3.   Im Eisfach eines Kühlschranks

Im Eisfach des Kühlschranks (bis ca. minus 15 Grad) darf man die Muttermilch etwa ein bis zwei Wochen einfrieren.

In einem Tiefkühlfach, das in den Kühlschrank integriert ist, ist es in der Regel nicht so kalt wie in einer Tiefkühltruhe, da die Kühlschranktür häufiger geöffnet wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die Temperatur des Eischranks überprüfen.

Hat das Tiefkühlfach in deinem Kühlschrank allerdings eine eigene Tür und eine eigenständige Kühlung (zwischen minus 16 und minus 19 Grad) kann die Milch dort zwischen drei und vier Monaten aufbewahrt werden.

4.   In der Tiefkühltruhe 

Friert man abgepumpte Muttermilch bei minus 20 Grad oder kälter in einer separaten Tiefkühltruhe ein, hält sie sich ein halbes Jahr und länger. Wichtige in der Milch enthaltene Vitamine (z.B. A, E, B), Fett, Eiweiß, und Enzyme werden durch das Einfrieren nicht zerstört. Sogar die antibakterielle Wirkung der Muttermilch bleibt für mindestens drei Wochen bestehen. Der hintere Teil in einer Tiefkühltruhe ist am kältesten und eignet sich daher am besten fürs Einfrieren.

Auftauen von Muttermilch

Gefrorene Muttermilch solltest du langsam und schonend auftauen, damit die enthaltenen Nährstoffe nicht verloren gehen, z.B. über mindestens 12 Stunden im Kühlschrank, unter lauwarmem Wasser oder in einem Flaschenwärmer. Bei ca. plus 4 Grad kann dann einmal aufgetaute Muttermilch im Kühlschrank ungeöffnet 24 Stunden aufbewahrt werden. Ein geöffnetes und bei ca 4 Grad aufbewahrtes Behältnis mit aufgetauter Muttermilch sollte innerhalb von 12 Stunden verwendet werden. Bei Raumtemperatur kann die Muttermilch nach dem Auftauen nur maximal 2 Stunden aufbewahrt werden.

Wurde die Milch allerdings im warmen Wasser aufgetaut, reduziert sich die Lagerzeit im Kühlschrank auf 4 Stunden, und bei Zimmertemperatur sollte die Milch erst gar nicht aufgehoben, sondern gleich verfüttert werden. Einmal aufgetaute Milch sollte nicht wieder eingefroren werden.

Aufwärmen von Muttermilch

Muttermilch solltest du auf keinen Fall in der Mikrowelle auftauen oder erwärmen. Zum einen werden gesunde Inhaltsstoffe (z.B. Vitamine, Fettsäuren) und Antikörper zerstört, zum anderen besteht die Gefahr von zu starker oder ungleichmäßiger Erhitzung und damit von Verbrennungen beim Kind.

Oft nehmen Eltern an, dass die Muttermilch zum Verfüttern 37 Grad bzw. Körpertemperatur haben sollte. Das ist aber nicht notwendig, verfüttert werden darf die Muttermilch schon mit Raumtemperatur. Zum Überprüfen der Temperatur es reicht in der Regel aus, ein paar Tropfen der Milch aufs Handgelenk zu geben. Muttermilch sollte generell nicht über 37 Grad erwärmt werden, damit alle wichtigen Bestandteile erhalten bleiben.

Weitere Tipps zur Aufbewahrung

  • Wenn immer möglich, solltest du frische Milch verwenden, da sie wertvoller fürs Kind ist als gelagerte oder eingefrorene Muttermilch. Denn die frische Milch enthält den höchsten Gehalt an Vitaminen, Fett, Immunstoffen und anderen wertvollen Substanzen.
  • Den Behälter zum Einfrieren von Muttermilch solltest du nicht randvoll auffüllen, sondern immer noch etwas Platz lassen, da sich die Milch beim Einfrieren ausdehnt.
  • Bevor Du abgepumpte körperwarme Milch ins Gefrierfach stellst, solltest du sie im Kühlschrank abkühlen lassen, damit bereits eingefrorene Milch nicht angetaut wird.
  • Du solltest nicht zu große Portionen Muttermilch einfrieren. Denn kleine Mengen kann man schneller auftauen und es wird keine Milch wird verschwendet. Typische Portionsgrößen für Säuglinge liegen zwischen 60 und 120 ml. Am besten findest du heraus, wie viel dein Baby pro Mahlzeit trinkt und frierst entsprechende Portionsgrößen ein.
  • Lässt man Muttermilch einige Zeit stehen, im Kühlschrank oder ungekühlt, entsteht an der Oberfläche eine Fettschicht und die untere Schicht kann leicht verfärbt wirken (z.B. gelblich). Das ist ganz normal und bedeutet nicht, dass die Milch schlecht geworden ist. Durch leichtes Schütteln vermischt sich das Ganze wieder.
  • Den Muttermilchbehälter solltest du vor dem Einfrieren mit dem Datum beschriften (am einfachsten geht es, bevor du die Milch einfüllst). Du solltest die Milch in der Reihenfolge verbrauchen, in der du sie eingefroren hast.
Wie lange kann ich Muttermilch aufbewahren? pin

Abgepumpte Muttermilch ist für deinen kleinen Liebling wertvoller als Säuglingsnahrung. Ganz wichtig ist aber, dass man sie sicher aufbewahrt und verwendet.

MeinSpatz Gezwitscher

Stillen ist für dein Baby die beste Nahrungsquelle, aber es ist nicht ganz einfach und bedarf oft ein bisschen Übung. Daher haben wir eine Reihe von Tipps für dich zusammengestellt, wie das Stillen am besten gelingt.

Lotte L.

Lebt mit ihrem einheimischen Mann und zwei kleinen Moglis im Norden Thailands. Die berufstätige Mama fühlt sich in ihrer Wahlheimat meistens rundum wohl. Ihre beiden Jungs sind für Lotte zwar auch Ursache chronischen Durcheinanders, von Dauererschöpfung, Schmierfingern am Kostüm und gelegentlichen Identitätskrisen, vor allem aber sind sie Sinn allen Daseins, Quelle unendlichen Glücks und bedingungsloser Liebe.