Hilfe, Nachtschreck bei Kindern: Was kann ich tun?

FREITAG, 13.09.2019 Julia M.

Mitten in der Nacht schreckt dein kleiner Spatz plötzlich hoch, schreit und schlägt wild um sich: Anzeichen des Nachtschrecks. Eltern reagieren oft ängstlich. Dabei ist der Nachtschreck bei Kindern meist harmlos.

Du hast deinen kleinen Spatz wie jeden Abend entspannt ins Bett gebracht. Nach einer Geschichte und einem Gute-Nacht-Lied ist er ganz sanft eingeschlafen. Etwa zwei Stunden später hörst du es plötzlich herzzerreissend schreien und wimmern. Es hat einen Nachtschreck. Mit aufgerissenen Augen liegt oder sitzt es im Bett, schlägt wild um sich und weint bitterlich. Jeder Versuch es anzusprechen scheitert. Nach wenigen Minuten ist der Spuk vorbei und dein Kind schlummert wieder ein, als wäre nichts geschehen. Nur bei dir sitzt der Schock tief. Doch was hat es mit diesem ominösen Nachtschreck auf sich?

Nachtschreck bei Kindern: Was steckt dahinter?

Auch wenn so ein Nachtschreck (auch Pavos nocturnus) ziemlich angsteinflössende Formen annehmen kann, so ist er doch meist harmlos. Er tritt bei etwa 15 Prozent der Kinder zwischen zwei und sechs Jahren auf. Der Nachtschreck bei Babys ist seltener, kann aber ab dem 9. Monat auftreten. Meist ist der Nachtterror eine einmalige Sache, manchmal kann er aber auch wöchentlich oder gar täglich auftreten.

Er tritt etwa zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen ein, in der Phase in der dein Kind sich vor dem Übergang von der Tiefschlaf- in die Traumphase befindet. Das Gehirn deines Spatzes hat noch nicht gelernt, zwischen diesen Phasen zu wechseln. Dadurch ist sein Nervensystem überreizt und reagiert mit den Symptomen: es wimmert, schreit, schlägt um sich oder schlafwandelt. Von seiner Umgebung bekommt dein Baby nichts mit und lässt sich auch nicht beruhigen.  Meist dauert der Spuk zwei bis dreißig Minuten. Am nächsten Morgen kann es sich an nichts mehr erinnern. Das unterscheidet den Nachtschreck auch von Alpträumen, an die sich dein kleiner Spatz meist durchaus zurückerinnern kann.

Nachtschreck: Was kann ich tun?

In erster Linie gilt es Ruhe zu bewahren, denn gegen den nächtlichen Terror kannst du schlichtweg kaum etwas machen. Experten empfehlen, falls es möglich ist (was nicht immer der Fall ist), das Kind aus dem Bett zu nehmen und in einen anderen Raum zu tragen. Der Temperaturunterschied kann es manchmal aus dem Schreck holen. Wenn das nicht hilft, gilt es als Eltern ruhig zu bleiben und sich bewusst zu machen, dass es sich hier nicht um eine ernstzunehmende Panikattacke handelt. Dein Kind bekommt nichts mit. Deswegen solltest du es auch am nächsten Morgen nicht darauf ansprechen.

Meist tritt der Nachtschreck bei Kindern auf, die vor dem Zubettgehen total aufgekratzt und übermüdet sind. Achte also auf eine Abendroutine, die dein Baby oder Kleinkind möglichst herunterbringt. Tritt der Nachtschreck häufiger auf, kann es helfen dein Kind etwa zwei Stunden nach dem Einschlafen sanft zu wecken und es wieder einschlafen zu lassen. So verhinderst du das Eintreten deines Spatzes in die Zwischenphase vor der REM-/Traumphase. Spreche auf alle Fälle mit deinem Kinderarzt, der dich individuell beraten kann. Auch wenn der Nachtterror ungefährlich ist, kann er dir als Experte Empfehlungen geben.

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Plötzlich schreit dein Kind und lässt sich nicht beruhigen: Der Nachtschreck trifft Babys und Kinder im Vorschulalter.

MeinSpatz Gezwitscher

Wirkliche Angst haben Kinder vor allem vor Monstern unter dem Bett. Ab etwa zwei Jahren gehört die Vorstellung an diese Fabelwesen und eine gewisse nächtliche Angst bei vielen Kindern dazu. Abendrituale, wie etwa Hörspiele oder das Vorlesen von Geschichten können helfen, dein Kind zu beruhigen. Monster und gruselige Gestalten haben dabei natürlich nichts verloren - du willst deinem Spatz schließlich die Angst nehmen und nicht noch weiter fördern. Wie du es sonst noch mit den Monstern unter dem Bett aufnehmen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.