Nestschutz: Dagegen ist dein Baby immun

DIENSTAG, 01.01.2019 Andrea Huber

Dein Körper denkt mit und gibt deinem Baby seine Antikörper mit auf den Weg. Doch wie lange hält dieser Infektionsschutz an und sind Fläschchenkinder eher gefährdet?

Die Natur ist wirklich ziemlich schlau, denn sie hat es so eingerichtet, dass dein neugeborener Spatz erstmal alle wichtigen Antikörper von dir bekommt. Das geschieht während der Schwangerschaft über die Plazenta und über das Blut in der Nabelschnur und nach der Geburt über die Muttermilch. Da die Kleinen ihre eigene Immunabwehr erst bilden müssen, dürfen sie für die ersten Wochen auf Mamis Abwehrkräfte zurückgreifen und die sind quasi maßgeschneidert. Denn je nach Mamis Impfstatus oder gerade durchgemachtem Infekt, verfügt auch das Neugeborene erstmal über dieselben Antikörper. Du überträgst also deinen aktuellen Immunstatus auf dein Baby. Allerdings hält dieser nur eine begrenzte Zeit lang.

Wie lange hält der Nestschutz an?

Die Antikörper bauen sich nach und nach im Blut deines Babys wieder ab. In den ersten zwei bis drei Lebensmonaten ist der Nestschutz besonders stark. Dein Baby ist gegen die Keime in deiner Umgebung ziemlich gut geschützt. Danach baut sich die geliehene Immunabwehr ab, spätestens nach etwa neun Monaten ist nichts mehr davon übrig. Das ist aber auch okay, denn jetzt kann der Körper deines Kindes schon ziemlich gut alleine mit Krankheiten fertig werden. Du solltest dir allerdings frühzeitig Gedanken machen, ob du dein Kind impfen lassen möchtest. Am besten besprichst du dazu die aktuellen Empfehlungen der STIKO (Ständige Impfkommission) mit deinem Kinderarzt.

Vor welchen Krankheiten schützt der Nestschutz

Ganz wichtig: Der Nestschutz bedeutet nicht, dass dein Baby gegen alle Krankheiten immun ist. Der Schutz besteht lediglich gegen die Krankheiten, gegen die du Antikörper besitzt, die du also bereits selbst durchgemacht hast. Hattest du bereits Masern, ist auch dein Baby höchstwahrscheinlich gegen Masern immun – allerdings nur so lange der Nestschutz anhält. Bist du während der Schwangerschaft an Grippe erkrankt, ist dein Baby anfangs gegen dieselben Erreger geschützt. Auch manche Antikörper aus Impfungen werden teilweise weitergegeben. Es kann sich für dein Kind also lohnen, wenn du bereits vor der Schwangerschaft eine Impfung für dich in Erwägung ziehst. Deine Antikörper, etwa gegen Tetanus oder Masern, kommen deinem Baby dann in den ersten Lebensmonaten als Nestschutz zu Gute. Welche Impfung aber überhaupt sinnvoll ist, klärst du am besten bereits bei Kinderwunsch mit deinem Arzt ab.

Kolostrum: Antikörperboost frei Haus

Vor der eigentlichen Muttermilch bildet dein Körper die sogenannte Vormilch, das Kolostrum. Es ist dickflüssiger und meist gelblich. Das Kolostrum ist besonders reichhaltig und voller wichtiger Antikörper, die in deinem Körper gegen verschiedenste Krankheiten gebildet wurden. Somit baust du mit dem Füttern dieser nahrhaften Vormilch den angelegten Nestschutz deines Babys noch weiter aus. Mamis, die sich für das Fläschchen und Milchnahrung entscheiden, sollten sich deswegen überlegen, ihrem Baby diesen Immunbooster zu füttern. Dazu genügen bereits einige Tropfen und die können auch abgepumpt werden. Grundsätzlich sind Fläschchenkinder anfangs aber erstmal mit dem gleichen Nestschutz ausgestattet, da dieser schon in Mamis Bauch übertragen wird.

Frühchen haben weniger Nestschutz

Die meisten Antikörper gehen erst in den letzten Wochen der Schwangerschaft auf dein Baby über. Frühchen, die vor Ende der SSW 34 geboren werden, verfügen deswegen über weniger Nestschutz und sind somit in den ersten Monaten ihres Lebens anfälliger für Infektionen. In solchen Fällen musst du besonders gut aufpassen, damit sich dein Spatz nicht ansteckt. Die Ärzte und Schwestern im Krankenhaus verraten dir aber alles, was du beachten musst. Danach spricht nichts dagegen, dass dein kleines Würmchen genauso putzmunter wird wie  Babys, die es etwas länger in Mamas Bauch ausgehalten haben.

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Was genau bedeutet eigentlich Nestschutz? Und wie funktioniert er?

MeinSpatz Gezwitscher

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Andrea Huber

Lebt mit ihren zwei kleinen Kindern und einem großen Kind, das sich ab und zu als Papa tarnt, auf dem Land. Die Jungs-Mama entspannt sich beim Schreiben in der Redaktion, denn zuhause geht es meistens sehr laut, wild und ziemlich lustig zu. Sie motzt gern mal über ihre zwei verrückten Rabauken, aber wehe wenn es ein anderer tut. Dann wird sie zur Löwenmami und brüllt zurück.