Sonnenschutz: So schützt du Babys Haut richtig

MONTAG, 29.07.2019 Julia M.

Sonne in Maßen ist gesund. Aber bei Babys und Kleinkindern muss man viel mehr aufpassen, als bei Erwachsenen. Unsere Autorin machte den Baby-Hautcheck – aus einem bestimmten Grund.

Ich bin ein sehr hellhäutiger Typ mit vielen Sommersprossen, und braun werden ist bei mir in etwa so einfach wie das Anziehen eines Kindes, das nicht angezogen werden will. Ich muss also cremen wie ein Weltmeister, wo andere noch nicht mal anfangen. In der Hoffnung, dass mein Kind vielleicht etwas „sonnenresistenter“ sein würde, fragte ich mich bereits, als es erst ein sechs Monate alter Säugling war, welchen Hauttyp es wohl haben wird. Da der Papa das genaue Gegenteil von mir ist – er braucht die Sonne quasi nur kurz anschauen und ist schon tiefbraun – war ich natürlich gespannt, was für eine Mischung meine Kleine abbekommen hat.

Diagnose: weißer Hautkrebs

Zudem ereilte mich genau in dem Jahr, als mein Baby auf die Welt kam, eine eher unschöne Überraschung: Ich hatte weißen Hautkrebs an der Schulter. Das kleine rosafarbene Pünktchen, das ich schon länger entdeckt hatte, aber für einen seltsamen Stich gehalten hatte, der nicht verheilen will, stellte sich als Hautkrebs heraus. Im ersten Moment saß der Schock tief, aber meine Hautärztin konnte mich schnell beruhigen, da der weiße Hautkrebs lange nicht so gefährlich ist wie der schwarze und in meinem Fall gut entfernt werden könne.

Ich fragte, wie das passieren konnte und das ich eigentlich meistens gut eingecremt hatte. Die Ärztin erklärte, dass die Haut ein sehr langes Gedächtnis hat und so etwas durchaus ein Resultat aus vielen „alten Sonnenbränden“, zum Beispiel in der Kindheit, sein kann.

Das war mein Stichwort: Kindheit. Ich wollte auf jeden Fall verhindern, dass mein Kind eventuell Hautschäden abbekommt, die späte Folgen haben könnten, nur weil man denkt: ein bisschen Sonne kann ja nicht schaden.

Wie geht der Baby-Haut-Check? 

Je nach UV-Empfindlichkeit werden 6 Hauttypen unterschieden, wobei die Einteilung der Hauttypen relativ grob ist und die Übergänge fließend sind. Da mir das Thema zu wichtig war, um es beim Googeln zu belassen, machte ich einen Baby-Haut-Check bei meiner Hautärztin aus. Ich wollte mich von einer Expertin zum Thema Sonnenschutz beraten zu lassen.

Man könne zwar den Hauttyp eines Babys noch nicht final bestimmen, aber eine Tendenz lässt sich erkennen, sagte meine Hautärztin und riet, im Kleinkindalter nochmal eine Untersuchung zu machen. Übrigens: Wer glaubt, dass das Kind einfach in der Mitte zwischen den beiden Typen der Vater und der Mitte liegen würde, täuscht! Die Dermatologin erzählte, sie haben schon Kinder gesehen, die trotz eines dunkelhäutigen Elternteils einen sehr hellen Typ und Sommersprossen entwickelten. Meine Kleine lag dennoch erwartungsgemäß ziemlich mittig zwischen Papa und Mama.

Das kann ich für die Haut meines Babys tun

Die Ärztin erklärte mir, dass man ganz generell im Alter bis zu drei Jahren gar nicht zu viel vor Sonne schützen könne, vor allem im ersten Lebensjahr. Die Haut eines Säuglings sei sehr dünn und könne keinen Sonnenschutz aufbauen. Ihr Rat an mich: Sonneneinstrahlung meiden und sich mit dem Baby im Schatten aufzuhalten. Im Frühsommer bis Spätsommer sollte das Baby stets eine Sonnenmütze mit Ohren- und Nackenschutz tragen, auch im Schatten. Und am besten sei dünne, atmungsaktive, lange Kleidung, die Arme und Beine bedecke. Kurze Kleidung und Eincremen (am besten mit mineralischer Sonnencreme) sei nur die zweitbeste Lösung, da Sonnencreme keinen kompletten Schutz bieten könne.

Insofern blicke ich nach meinem Baby-Haut-Check mit einem etwas veränderten Blick auf die Babywelt: Wenn ich Eltern sehe, die bei praller Sonne einen fast nackigen Säugling ohne Sonnenhut durch die Gegend spazieren, würde ich am liebsten hinrennen und dem Kleinen eine Mütze aufziehen. Aber natürlich halte ich mich zurück, denn wir wissen ja alle, wie empfindlich Eltern sind, wenn man ihnen Ratschläge gibt. Selbst gut gemeinte und richtige.

Ich persönlich konnte den Expertenrat jedoch gut annehmen und umsetzten. Natürlich weicht die Praxis immer ein bisschen von der Theorie ab und natürlich bekommt meine mittlerweile 1,5 Jahre alte Tochter immer mal wieder (auch mal direkte) Sonne ab. Und ich trage auch mal ganz herkömmliche Sonnencreme auf, wenn eine spezielle Baby-Creme gerade nicht greifbar ist und sich nichts langes, luftiges mehr im Schrank befindet, weil alles dreckig ist. Das finde ich auch okay, solange ich insgesamt gut darauf achte.

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Sonneneinstrahlung meiden und sich mit dem Baby im Schatten aufhalten - das ist nur die halbe Miete. Was kannst du sonst noch in Sachen Sonnenschutz für deinen Spatz tun? 

MeinSpatz Gezwitscher

Spannend wird es wahrscheinlich, sobald sie mir davon rennen kann. Die dreijährige Tochter einer Bekannten zum Beispiel will von Sonnencreme gar nichts wissen und wehrt sich mit Händen und Füßen. Da hilft dann vielleicht nur noch was langärmliges oder einfach ganz viel Schatten. Oder gar nichts mehr? Ich lass mich überraschen... und wenn sie dann mal viel größer ist, so in der Pubertät, dann macht sie wahrscheinlich eh was sie will. Hoffentlich macht sie es besser als ich damals.

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.