Unglaublich: Was dein Baby im ersten Jahr alles lernt

MITTWOCH, 11.04.2018

Vom Säugling zum Kleinkind – zwischen Geburt und erstem Geburtstag liegen Welten. Dein Baby trainiert dafür aber auch wie ein Weltmeister. Wir verraten Dir, was Monat für Monat auf dich und deinen Partner zukommt.

Dein neugeborenes Baby bleibt liegen, wo es liegt. Es rudert etwas mit den Ärmchen und Beinen, öffnet und schließt Augen und Mund, niest, nuckelt, schreit und schläft viel. Das war´s. Doch schon nach kurzer Zeit fängt es an, dich genauer zu fixieren, zu lächeln und je nach Lage den Popo oder den Kopf etwas zu heben. Und plötzlich staunst du, was dein Kind schon alles kann.

Entwickelt sich mein Baby normal?

Jedes Baby ist einzigartig und entwickelt sich individuell und ganz in dem Tempo, wie es ihm gefällt. Versuche dein Kind nicht mit anderen zu vergleichen. Und vor allem: Keine Panik, wenn dein kleiner Wonneproppen vermeintlich „zu spät dran“ ist. Die Entwicklungsschritte sind grobe Richtwerte, die sehr viel Spielraum nach oben und unten zulassen. Wann dein Kind sich auf den Bauch dreht, greift oder zu krabbeln beginnt, sagt absolut nichts darüber aus, wie schlau oder beweglich dein Würmchen ist. Lass ihm die Zeit die es braucht. Denn auch wenn es wirklich abgedroschen klingt: Aber diese wunderbaren Tage kommen nie zurück und vor allem – sie vergehen viel zu schnell.

Monate 1 bis 3

Im ersten Monat beginnen die Kleinen Gegenstände mit den Augen zu verfolgen, die Mimik von Mama und Papa nachzuahmen und auf Musik zu reagieren. Sie brabbeln, brummen und gurgeln vor sich hin und freuen sich riesig, wenn Mama und Papa auf Mimik- und Geräusch-Spielereien mit einsteigen. Besonderes Spielzeug ist nicht nötig, ein Schneebesen oder ein Stück knisternde Alufolie faszinieren ungemein. Im zweiten Monat bewegt sich das Baby bewusster, es greift vielleicht sogar nach Dingen. Besonders gut eignet sich hier übrigens der berühmte O-Ball. Auch das große Highlight für Mama und Papa wird nicht mehr lange auf sich warten lassen: Babys erstes Lächeln. Wenn dein Kind dich zum ersten Mal bewusst angrinst, wirst du dahinschmelzen – garantiert. Ab dem dritten Monat intensiviert sich die Wahrnehmung deines Spatzes. Egal ob hören, sehen, fühlen – alle Sinne stehen auf Empfang. So langsam pendelt sich auch ein Schlafrhythmus ein. Viele Zwerge genießen es jetzt besonders, die Stimme ihrer Eltern zu hören. Lieder und Geschichten zum Vorlesen schulen ihren Sinn für die spätere Sprachentwicklung.

Monate 4 bis 6

Dein Baby wird jetzt kräftiger: Erste Liegestütze und vielleicht sogar eine Drehung auf den Bauch sind angesagt. Lass dein Kleines also besser nicht mehr unbeobachtet auf der Couch liegen. Übrigens: Viele Babys drehen sich erst mit einem halben Jahr oder später auf den Bauch. Auch das ist völlig normal. Spielzeuge wandern jetzt gern mal in den Mund und werden von oben bis unten eingespeichelt, immerhin schieben bei manchen Babys schon die Zähne im Kiefer – auch wenn sie noch nicht sichtbar sind. Mit fünf Monaten beginnen viele Zwerge ihre Gefühle und Wünsche bewusster zu zeigen: Sie recken die Arme nach oben, wenn sie zu Mama wollen oder weinen, wenn die Eltern den Raum verlassen. Sie können auch genau erkennen, woher ein Geräusch kommt und werden ihr Köpfchen in die Richtung drehen. Spätestens ab jetzt sollten sie beim Essen mit am Tisch sein. Sie entwickeln ein erstes Interesse für die Nahrung der Eltern und wollen beobachten, wie Spaghetti und Co. von der Gabel in Mamas Mund wandern. Kein Wunder, denn bald wird es Zeit für Beikost. Im sechsten Monat ist das Prinzip von Ursache und Wirkung extrem spannend: Dinge fallen lassen und aufheben wird zur Lieblingsbeschäftigung. Die Sinne entwickeln sich rasant. Dein Baby kann jetzt alle Farben sehen und Geräusche genau unterscheiden. Sprachspiele wie „Die Kuh macht Muh, die Ziege macht Mäh“ wird es lieben. Jetzt können sich die meisten Babys in alle Richtungen drehen. Erste Bilderbücher in Kombination mit ausgiebigem Kuscheln auf der Couch finden großen Anklang.

Monate 7 bis 9

Viele Babys beginnen mit einem halben Jahr zu sitzen und so langsam entwickelt sich die erste Feinmotorik: Die Trinkflasche oder Tasse halten, klatschen, Bausteine sortieren – die Bewegungen werden bewusster. Erste Mini-Machtkämpfe finden statt. Wenn Mami einen Gegenstand für tabu erklärt, wird das Würmchen ihn unwiderstehlich finden. Mit rund sieben Monaten beginnen die ersten Kinder mit dem Fremdeln und wollen auch nachts unbedingt bei Mama bleiben. So langsam entwickelt sich vielleicht die innige Liebe zu einem Kuscheltier. Ab dem achten Monat kann es sein, dass dein Baby sich alleine hochzieht und an Sofa oder Couchtisch stehen bleibt. Es wird möglicherweise auch mit dem Zeigefinger auf Dinge deuten. Trennungsängste und Fremdeln werden jetzt stärker. Dein Baby muss erst lernen, dass du wieder zurückkommst, wenn du den Raum verlassen hast. Neue Gegenstände werden erkundet, geworfen, fallen gelassen, versteckt … ein Motorik Würfel ist perfekt, um die Sinne zu schulen. Spätestens ab dem neunten Monat solltest du dein Zuhause babysicher machen. Nun wird sich dein Kind immer selbständiger bewegen und das ziemlich schnell. Nichts ist vor seinem Entdeckerdrang sicher. Es lernt auch, dass es mit seinem Verhalten Reaktionen auslöst. Sind Eltern oder Großeltern etwa von seinen niedlichen Luftküsschen begeistert, wird es sie stundenlang wiederholen. Auch wenn dein Säugling jetzt immer öfter steht, Schuhe braucht er noch nicht. Barfuß gehen verbessert die Balance und stärkt die Fußmuskulatur. Jetzt zeigt dein Baby vermutlich auch erste Anzeichen von Selbstbestimmung: Nimmst du ihm sein Spielzeug weg, wird es lautstark protestieren.

Monate 10 bis 12

Mit zehn Monaten können die meisten Babys richtig gut krabbeln, sich an Gegenständen hochziehen und Treppen erklimmen. Der Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger kommt verstärkt zum Einsatz und die individuelle Persönlichkeit deines Kindes bildet sich aus. Allmählich entwickelt sich das Sprachverständnis weiter, weswegen du jetzt auf Babysprache à la „Wau Wau“ und „Dadada“ verzichten solltest. Sprich ganz normal mit deinem Kind. So lernt es Wörter und Betonungen später richtig einzusetzen. Wie ein Kommentator kannst Du ihm beim Kochen ganz genau erzählen, was du gerade tust. Etwa ab dem elften Monat kann dein Kind einfache Anweisungen verstehen, wie „Bring mir bitte das Buch“. Vorlesen, Singen und Sprachspiele wie „Backe Backe Kuchen“ werden immer wichtiger und auch interessanter. Manche Zwerge können vielleicht schon an Mamas Hand die ersten Schritte machen. Ab jetzt werden Grenzen für dein Kind wichtig. Ein „Nein“ von den Eltern wird zwar nicht immer eingehalten, aber so lernt es zu verstehen, dass es schön ist mit der Katze zu spielen. Sie am Schwanz zu ziehen, ist aber nicht okay. Wenn nach 12 Monaten der erste Geburtstag näher rückt, hat dein Baby sich vom hilflosen Neugeborenen zu einer eigenständigen kleinen Persönlichkeit entwickelt. Es hat gelernt zu sehen, zu hören, zu verstehen. Es kann greifen, selbständig essen und sich alleine fortbewegen. Es kann unterscheiden, was es mag und was ihm nicht gefällt. Es versteht einfache Wörter und beginnt erste Laute nachzubrabbeln. Die Entwicklung die dein Kind in seinem ersten Lebensjahr macht, ist riesig und bestimmt wirst du dich an seinem ersten Geburtstag zurückerinnern: An den Moment in dem du dein Baby zum ersten Mal in den Armen gehalten hast. Und dann wirst du einfach nur staunen und mächtig stolz sein – und ein klein wenig wehmütig.

Noch ein Tipp zum Schluss: Halte die individuellen Entwicklungsschritte deines Kindes in einem Baby-Kalender fest. Noch Jahre später kannst du das Erinnerungsstück durchblättern und nachlesen, wann genau den Kind zum ersten Mal gekrabbelt ist oder einen Ball greifen konnte.

Unglaublich: Was dein Baby im ersten Jahr alles lernt

Welche Meilensteine gibt es bei der Entwicklung deines Babys? Und wann macht dein Säugling einen echten Entwicklungsschub? Eine Zusammenfassung des ganzen ersten Babyjahres findest du in unserem Artikel.

MeinSpatz Gezwitscher

Willst du noch mehr über die vielen tausend kleinen Entwicklungsschritte wissen, die dein Kind täglich macht? Wie sich z. B. sein Gehirn und seine Motorik genau entwickeln, kannst du in unzähligen Büchern nachlesen. Klassiker sind z.B. „Oje, ich wachse!“, von Frans X. Plooij und Hetty van de Rijt oder „Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren“ von Remo H. Largo. Doch egal was du liest, denk immer daran: Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. 

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