Unternehmerin und Mama: Im Babytragetuch-Business

DONNERSTAG, 05.04.2018 Patricia Renoth

Die zweifache Mama Daniela L´hoest hat es gewagt: Den Schritt in die Selbständigkeit. Das Herstellen von Tragetüchern ist für sie nicht nur ein Geschäft, sondern ein echtes Herzensprojekt. 

Daniela L´hoest stellt sich die Frage, die viele Mamas kennen: „Wie geht es für mich beruflich weiter, wenn meine Kinder in den Kindergarten gehen?“ Eines weiß sie sofort: Sie möchte nicht mehr in ihren alten Büro-Job zurück. Die 29-Jährige will etwas machen, das sie erfüllt und interessiert. Etwas weiterzugeben, das ihr selbst am Herzen liegt, das stellt sie sich für ihre Zukunft vor. „Eigentlich war hier schon klar, dass ich Tragetücher herstellen und vertreiben möchte. Es lag so nah und passt so gut zu mir“, erzählt uns Daniela.

Unser Sohn war ein Schreikind – das Tragen hat uns geholfen

Angefangen hat alles mit ihrem heute 3-jährigen Sohn. Er war von Anfang an ein klassisches Schreikind. Die damalige Neu-Mama und ihr Mann verbringen Stunden damit, ihren kleinen Spatz durch das Haus zu tragen – vor allem abends und nachts. „Das Einzige, was uns wirklich geholfen hat, war die Zeit und das Tragen auf dem Arm. Ich habe oft nicht weitergewusst und ihn zeitweise gar nicht mehr ablegen können.“ Die Hebamme gibt den entscheidenden Tipp: Sie leiht der kleinen Familie eine Tragehilfe. Es wirkt, aber ist noch sehr ungewohnt „Wir haben es längst nicht so in den Alltag integriert, wie man es kann. Mit 3 Monaten waren die Schrei-Phasen so gut wie verschwunden und wir haben gar nicht mehr getragen.“ Als Daniela mit ihrem zweiten Sohn schwanger ist, nimmt sie sich vor, direkt nach der Geburt eine Trageberatung in Anspruch zu nehmen. Die Angst wieder ein Schrei-Kind zu bekommen sitzt tief. Diesmal möchte sie auf jeden Fall die passende Trage für sich und ihr Baby finden – was auch gelingt. Von Anfang an trägt sie ihren zweiten Sohn täglich in einem Tuch. „Er liebt es. Die Nähe. Das Gehaltensein. Das Geborgensein. Bei Mama sein. Und ich liebe es auch“, schwärmt die Zweifach-Mama. Für sie ist das Tragen ein Geschenk, denn es erleichtert den Alltag ungemein. „Ich habe die Hände frei zum Puzzeln mit dem Großen, während der Kleine im Tragetuch eine Pause einlegt. Das Tragen ist inzwischen ein richtiger Lifestyle für mich geworden.“

Wir wollen unsere Umwelt schützen und für unsere Kinder erhalten

Daniela hat viele verschiedene Tücher ausprobiert. Das kommt ihr jetzt zugute. Denn sie weiß genau, welche Anforderungen dieser alltägliche Begleiter erfüllen muss. Sie stürzt sich in die Arbeit, kontaktiert Webereien und prüft passende Materialien und deren Eigenschaften. Viel Grip sollen die Tücher haben. Parallel arbeitet sie mit einem Waschmittelhersteller an einem eigens für Tragetücher konzipierten Waschmittel. „Fast ein ganzes Jahr haben wir uns mit Labeln, Mustern und Materialien beschäftigt und unsere Ideen ausgearbeitet, bevor wir im November 2017 endlich starten konnten.“ Auch ihr Mann packt mit an. Als nebenberuflicher Fotograf unterstützt er u. a. bei den Designs. Aus der ersten Idee entsteht ein Familienunternehmen – mit dem Namen „Vaipiri“. Ein Fantasie-Wort, das Daniela nach längeren Überlegungen irgendwie in den Kopf gekommen ist. Die Vision: Außerordentliche Qualität kombiniert mit ökologischer und nachhaltiger Produktion. Gewebt wird in Österreich. Die Webereien sind GOTS-zertifiziert. Die Garne für die Tragetücher werden sehr sorgfältig ausgewählt. „Wir weben nicht nur Tücher, sondern wollen mit jedem unserer Tücher Nähe zu deinem Kind, Liebe und Spaß am Tragen weitergeben.“

Über das Tragen bin ich die Mama geworden, die ich für meine Kinder sein möchte

Die Jungunternehmerin war von Anfang an sicher, dass sie ins Tragetuch-Business einsteigen möchte. Sie hatte erstaunlich wenige Bedenken. „Ich wollte und will das einfach so sehr. Ich denke, wenn dich der Wunsch nach – zum Beispiel einer eignen kleinen Firma – nicht mehr loslässt und du merkst, dass du mit vollem Herzen und Interesse dabei bist, dann kann die Entscheidung nicht falsch sein.“ Natürlich gibt es auch bei ihr Anspannung auf Aufregung. Aber sie hat das Gefühl den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Anderen Mamas möchte sie ans Herz legen mutig zu sein und es praktisch zu versuchen. Nur so kann man wissen was passiert und wohin die Reise geht. Denn viele Dinge können sich erst entwickeln, wenn man sie anstößt, wenn man „einfach mal macht“.  Bei Daniela L´hoest hört sich das wirklich einfach an, denn in jedem ihrer Worte steckt die Leidenschaft und Energie, mit der sie sich ihrer Passion widmet: „Über das Tragen bin ich die Mama geworden, die ich für meine Kinder sein möchte. Es hat mir sehr geholfen und mir indirekt den Zugang für so viele Erkenntnisse, Wissen über Babys, Kinder und deren Bedürfnisse ermöglicht, auf die ich ohne das Tragen wahrscheinlich nicht so schnell gekommen wäre.

Danielas Leben hat sich durch das Tragen ihrer Söhne grundlegend verändert. Ihre Erfahrungen möchte sie jetzt mit ihrem Label "Vaipiri" weitergeben.

MeinSpatz Gezwitscher

...Werbung...

Noch mehr über Daniela und ihr Label findest du auf www.vaipiri.de. Ihre Tücher vertreibt sie über Facebook-Releases und auch über den Shop auf ihrer Seite. Da die Auflage immer sehr limitiert ist, muss man allerdings schnell sein. Das Waschmittel kannst du dauerhaft im Shop erwerben.

Patricia Renoth

Sie wünscht sich mehr Toleranz unter Mamas (und natürlich Weltfrieden). Genießt das Leben mit Ehemann, Räubertochter und Kater. Ist keine Latte-Macchiato-Mum sondern von der Chai-Latte-Fraktion. Und mischt als Redaktionsleiterin von Anfang an bei MeinSpatz mit.