Warum schlafen Neugeborene so unruhig?

MONTAG, 18.02.2019 Julia M.

Dein Baby brabbelt im Schlaf, schnalzt mit der Zunge, schneidet Grimassen oder wirbelt mit seinen kleinen Armen und Beinen um sich? Alles ganz normal. Oder?

Schlaf- und Wachrhythmus eines Neugeborenen 

Kinder entwickeln ihren Schlafrhythmus langsam und ganz individuell in den ersten Wochen und Monaten. Für Mamis und Papis ist es wertvoll zu wissen, dass die Schlaf- und Wachphasen eines Neugeborenen nicht mit denen größerer Kinder oder gar eines Erwachsenen verglichen werden können. Säuglinge verbringen mehr als die Hälfte ihrer Schlafzeit in einem eher leichten Schlaf, in der REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase). Bei Erwachsenen macht diese Phase etwa 20 bis 25 Prozent der gesamten Schlafzeit aus. Die Forschung geht davon aus, dass in der REM-Phase Erlebnisse verarbeitet werden. Dabei ist es völlig normal, dass sich die Augenlider deines Babys stark bewegen und es zum Beispiel Grimassen schneidet.

Schlafprobleme sind nicht automatisch Schlafstörungen

Neugeborene schlafen im Durchschnitt etwa 16 bis 20 Stunden pro Tag. Nach sechs Wochen reduziert sich der Schlaf auf circa 15 bis 16 Stunden. Mit vier Monaten sind es durchschnittlich neun bis zwölf Stunden, inklusive zweier Nickerchen, und nach sechs Monaten elf Stunden mit zwei Nickerchen. Das Babys nachts wach werden, ist ganz normal. Bis zu sechs verschiedene Schlafphasen durchlaufen die Zwerge bis zum Morgen. Dazwischen müssen sie trinken, ihre Verdauung springt an und sie brauchen nachts einfach immer wieder die Nähe von Mama, um sich sicher zu fühlen. Der leichte Schlaf ist für die Kleinen also überlebenswichtig. Sollte sich der Rhythmus bei deinem Baby nach etwa sechs Monaten immer noch nicht eingependelt haben, stecken vielleicht doch Schlafstörungen dahinter. Wird die Belastung für euch als Eltern oder für deine Familie jetzt langsam zu groß? Dann sprich unbedingt mit dem Kinderarzt darüber: Möglicherweise stecken Verdauungsprobleme oder eine Atemwegserkrankung dahinter.

Schlafgewohnheiten überdenken

Meistens liegt es an ungünstigen Schlafgegebenheiten, dass Säuglinge nicht zur Ruhe kommen. Klar wir alle wollen, dass es unser Wonneproppen gemütlich hat und es ihm an nichts fehlt. Doch wenn es um das Thema Kinderbettchen geht, ist weniger mehr. Schafsfelle, Kissen, Decke und Kuscheltiere haben hier nichts verloren. Am sichersten schläft das Baby im Schlafsack. Habt ihr euch auch schon oft den Kopf darüber zerbrochen, ob nun das eigene Bett oder das Familienbett besser für euren kleinen Liebling ist? Beides bringt Vor- und Nachteile mit sich. Manche Kinder brauchen die Nähe zu Mama und Papa einfach, um ruhig zu schlafen.

"Nicht, dass du dich noch verkühlst" – wie oft haben wir diesen Satz schon gehört? Vor allem Neugeborene würden wir am liebsten in Watte packen und meinen, sie sollten es erst recht warm haben. Doch eine Zimmertemperatur von "nur" 16 bis 18 Grad ist geradezu optimal, damit der Säugling friedlich schlummern kann. So lange dein Kind nicht im Zug liegt, kannst du nachts ruhig ein Fenster gekippt lassen. Frische Lust und viel Sauerstoff helfen deinem Baby auch bei Erkältungen. Im Winter solltest du das Zimmer gut durchlüften, bevor du dein Kleines Schlafen legst. Vielen Babys bereitet vor allem das Einschlafen Probleme. Dabei können Rituale helfen

Jedes Baby ist unterschiedlich

Die einen schlafen früher durch, die anderen später. Oft dürfen sich Muttis wertvolle Ratschläge anhören, wenn sie anderen erzählen, dass ihr Spatz sie nachts immer noch auf Trab hält. Doch jedes Kind ist anders. Dass all die gutgemeinten Tipps bei anderen funktionieren, bedeutet noch lange nicht, dass damit auch das eigene Baby plötzlich selig schlummert. In ihrem Artikel "Durchschlafen nur ein Mythos" zeigt eine Kollegin, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an dir liegt, wenn dein Kind noch nicht durchschläft

Warum schlafen Neugeborene so unruhig? pin

Babys schlafen oft unruhig. Manchmal machen sie tierartige Geräusche, prusten oder brabbeln, so dass man das Gefühl bekommt plötzlich mitten in einem Zoo zu schlafen. Aber keine Sorge, das ist alles ganz normal. 

MeinSpatz Gezwitscher

Rat einer Mama aus der Redaktion: "Bleibt gelassen. Klar, das ist anstrengend. Monatelanger Schlafmangel bringt Eltern an den Rand der Belastungsgrenze. Aber je entspannter du als Mama dabei bleibst, desto einfacher machst du es deinem Kind irgendwann seinen Rhythmus zu finden. Wenn mein Kleiner nicht schlafen wollte, habe ich ihn nachts einfach in die Trage gesteckt. Dann durfte er ganz nah bei mir kuscheln, schlief ruhig und ich habe für den nächsten Tag gekocht oder die Wäsche gemacht. Dann habe ich zwar nachts weniger geschlafen. Dafür war für den nächsten schon Einiges vorbereitet und ich konnte mich ganz entspannt mit meinem Baby zwei Mal täglich aufs Ohr hauen." 

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.