Wunder Po – das hilft wirklich bei Windeldermatitis!

FREITAG, 01.06.2018

Babys und Kleinkinder haben schnell mal einen wunden Po. Woher die Reizung kommt, und wie du am schnellsten Abhilfe schaffst, erfährst du in unserem Artikel.

Meist wird Windeldermatitis einfach nur als „wunder Po“ bezeichnet. Der Hautauschlag wird bei Windelkindern durch eine Entzündung hervorgerufen. Ursache ist meist der ständige Kontakt mit Stuhl und Urin. Aber auch eine falsche Reinigung kann der Grund sein.

Habe ich etwas falsch gemacht?

Wer du ersten Mal mit Babys wundem Po zu kämpfen hast, fragt du dich vielleicht, ob du etwas falsch gemacht hast. Keine Sorge, meist entsteht Windeldermatitis ohne eindeutige Ursache. Oft ist die Rötung einfach nur eine Begleiterscheinung einer anderen Veränderung, die dein Spatz gerade durchmacht. Krankheiten, Zahnen oder auch die Ernährung können zum Beispiel einen Einfluss haben. Fast alle Babys leiden früher oder später mal an einem geröteten Hinterteil.

Die häufigsten Ursachen

Folgende Punkte solltest du bei einem akuten Fall von Windeldermatitis überprüfen.

1. Hast du in letzter Zeit zu selten gewickelt?

Urin, Stuhl und das feucht-warme Klima in der Windel begünstigen einen wunden Po. Bei Durchfall ist es besonders schwierig, aber dafür umso wichtiger, den Windelbereich sauber und trocken zu halten.

2. Benutzt du ein neues Pflegemittel?

Babys können eine Unverträglichkeit gegen Pflegemittel oder auch Windeln entwickeln. Es kann helfen, wenn du die Pflegeprodukte wechselst und auf Zusatzstoffe verzichtest. Oder du testet einfach mal eine andere Windelmarke.

3. Zu viel des Guten?

Auch zu häufiges Waschen kann die Haut im Übrigen reizen.

4. „Falsche“ Ernährung?

Manche Kinder bekommen sogar von bestimmten Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Orangensaft einen wunden Po. Das solltest du gut beobachten.

Schnelle Hilfe

Häufiges Wickeln

Um deinem Baby schnell Erleichterung zu verschaffen, solltest du bei einem wunden Po besonders häufig wickeln. Das heißt etwa alle zwei Stunden. Wichtig ist es, die Haut dabei sanft zu reinigen, am besten einfach nur mit Wasser und eventuell einem Tropfen Öl. Dabei auf keinen Fall reiben, um die Haut deines Schatzes nicht noch mehr zu reizen. Denke auch an das Trockentupfen der betroffenen Stellen. Außerdem tut frische Luft dem roten Po gut. Lass deinen Schatz also ruhig zwischendurch immer Mal wieder unten ohne liegen und strampeln.

Ist Föhnen sinnvoll?

Manche Eltern schwören darauf, den Po ihres Kindes trockenzuföhnen. Das ist allerdings nur bedingt zu empfehlen, da es Gefahren birgt. So kann z. B. ein unverhoffter Urinstrahl in den Föhn gelangen und einen Stromschlag auslösen. Wenn, also nur in Bauchlage des Kindes föhnen. Der Mindestabstand sollte 40-50 cm betragen. Und Vorsicht: Zu starke Wärme schädigt die Babyhaut eher, als dass es ihr guttut.

Welche Wundschutzcreme?

Die meisten Mamas verwenden Wundschutzcremes mit Zink zur Behandlung eines wunden Pos. Und sie haben völlig Recht damit. Die Creme sollte nur dünn aufgetragen werden, damit die Haut noch atmen kann. Bewährt haben sich hier Mirfulan oder Multilind. Darauf kann zusätzlich noch Heilwolle gelegt werden. Sie hat entzündungshemmende Eigenschaften. Der Einsatz bei wundem Po ist allerdings umstritten, da Heilwolle Kontaktallergien auslösen kann. Außerdem empfinden manche Babys die „kratzige“ Wolle eher als unangenehm.

Hausmittel Schwarztee

Schwarztee ist ein günstiges und chemiefreies Hausmittel zur Behandlung von Windeldermatitis. Er sollte allerdings nur bei einem wirklich wunden Po verwendet werden, da er Gerbstoffe enthält, die eine gesunde Haut zu stark austrocknen würden. Den Tee nach Gefühl sehr stark kochen (mind. 3 Beutel nutzen und lange ziehen lassen). Keinen aromatisierten Schwarztee verwenden. Den Sud lauwarm in eine Thermoskanne geben, danach max. 24 Stunden lang benutzen. Es dürfen keine schmutzigen Tücher o. ä. die Kanne berühren. Den Tee mit einem sauberen Mulltuch oder einem fusselfreien Wattepad auf die betroffenen Stellen auftupfen. Mehrmals am Tag wiederholen. Und keine Sorge: evtl. Verfärbungen gehen nach dem Ende der Behandlung von selbst wieder weg.

Wenn es schlimmer wird

Wenn neben der Rötung, Pusteln, Pickel und offene Stellen entstehen und sich die Entzündung ausbreitet, wird es Zeit, den Kinderarzt aufzusuchen. Er stellt fest, ob sich möglicherweise Pilze oder Bakterien im Windelbereich angesiedelt haben. Bei Windelsoor durch Pilze nässt die Haut und es zeigen sich schuppende weiße Stellen. Der Arzt entscheidet dann ob eine Cortisonsalbe, pilzhemmende Mittel oder sogar Antibiotika nötig sind.

Mund- und Windelsoor

Wie auch der Windelsoor, wird Mundsoor meist durch den Pilz Candida albicans ausgelöst. Zunge, Gaumen und Wangeninnenseiten sind dabei von einem weißlich krümeligen Belag befallen. Das Tückische: Der Pilz wandert durch den Körper und kann zu Windelsoor führen. Ebenso ist es möglich, dass das Baby einen Windelsoor mit seinen Händen auf den Mund überträgt. Sogar stillende Mütter können sich anstecken und den Soor weiterübertragen. Deshalb solltest du bei den ersten Anzeichen sofort zum Arzt. Er verschreibt dir Medikamente, mit denen du direkt im Mund des Babys, aber auch auf deinen Brustwarzen, den Pilz behandeln kannst.

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Fast bei jedem Baby passiert es mindestens ein Mal: der Po ist ganz rot und hat sich entzündet. Mit ein paar kleinen Tricks, ist das aber schnell wieder Geschichte.

MeinSpatz Gezwitscher

Eine Mami aus der Redaktion schwört als vorbeugende Maßnahme auf selbstgemachte Kokosölfeuchttücher. Dadurch soll es viel seltener zu wundem Po kommen. Einfach ein Löffel flüssiges Kokosöl und ein Glas Wasser mischen. Darin weichst du Einmal-Babywaschlappen ein und lässt sich etwas abtropfen. Zur Aufbewahrung eignen sich luftdichtverschließbare Plastikbehälter.