Zwillinge – hier bekommst du Unterstützung

FREITAG, 23.11.2018

Auf jedem Arm ein Baby? Wenn du Zwillinge erwartest, steht dir staatliche Hilfe zu. Diese Unterstützung gibt es – unabhängig von Familie und Freunden. 

Zwillinge kosten mehr als zwei Kinder die nacheinander kommen; an Geld, vor allem aber an Kraft und Nerven. Da ist es dein gutes Recht, dir für deine beiden Babys Unterstützung zu organisieren. Fangen wir beim Geld an. Ohne Antrag steht dir nach der Geburt vier Wochen länger Mutterschutzgeld zu, insgesamt zwölf Wochen. In dieser Zeit zahlen dir Krankenkasse und Arbeitgeber insgesamt 67 Prozent deines früheren Nettogehalts. Anschließend kannst du Elternzeit nehmen, in der du 300 Euro pauschal zusätzlich vom Staat an Elterngeld für deine Zwillinge bekommst. Damit steigt der Höchstbetrag pro Monat auf 2.100 Euro und wird für längstens 12 Monate (einschließlich Mutterschutz) gezahlt, wenn Mama oder Papa allein die Kinderbetreuung übernehmen. Wenn ihr euch die Arbeit mit den Zwillingen teilt, sind es noch einmal zwei Monate mehr.

Unterstützung im Alltag 

Um Kraft zu tanken und die Nerven zu schonen, darfst du als Mama von Zwillingen Mutter-Kind-Kuren beantragen, die dir aufgrund der Doppelbelastung viel leichter von den Krankenkassen bewilligt werden. Für kräftezehrende Arbeiten im Alltag hast du Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Zumindest in den ersten sechs Wochen nach der Entbindung zeigen sich die meisten Krankenkassen kulant und unterstützen dich mit geschultem Personal bei deinem Fütter-Wickel-Marathon. Im Anschluss an diese Zeit vermittelt das örtliche Arbeitsamt Kontakt zu Trägern, die dir unentgeltlich Pflichtpraktikanten aus einer hauswirtschaftlichen Qualifizierungsmaßnahme als Haushaltshilfe schicken. In Frage kommen Kirchen, Wohlfahrtsverbände und Gemeinden. Sie können manchmal auch Teilnehmende des freiwilligen sozialen Jahres zur Unterstützung von Zwillingseltern freistellen. Über das Familienportal des Bundes findest du deinen richtigen Ansprechpartner vor Ort.

Bundesstiftung "Mutter und Kind"

92 Millionen Euro zahlt der Staat jährlich an die Bundesstiftung "Mutter und Kind", die dafür Haushaltshilfen nach der Geburt von Zwillingen bereitstellt. Voraussetzung für diese Unterstützung, ist allerdings eine Not- und Konfliktsituation, zum Beispiel der Status als Alleinerziehende mit Zwillingen und ein niedriges Einkommen, das dir nicht ermöglicht, dir auf andere Weise Hilfe zu organisieren. Den Antrag bei der Bundesstiftung auf Haushaltshilfe solltest du möglichst früh stellen, also noch während der Schwangerschaft.

Au-pair: Langzeithilfe ganz nah

Nicht umsonst aber oftmals sehr viel wert sind gute Au-Pairs. Sie sind häufig schon erfahren im Umgang mit Kindern und kosten neben freier Kost und Logis lediglich das Taschengeld. Aber natürlich brauchst du Platz bei dir zu Hause, wo du die Kinderbetreuungshilfe adäquat unterbringen kannst. Benötigst du mehr als ein Au-Pair, dem ja auch freie Tage zustehen, kannst du dich mit anderen Eltern zusammentun, die weniger Bedarf haben und gemeinsam mit dir ein weiteres Au-Pair beschäftigen. So lösen sich vielleicht auch Platzprobleme. Überlege dir aber vorher gut, ob du über einen längeren Zeitraum eine zunächst fremde Person um dich herum haben möchtest. Wenn ja, sind Au-Pairs eine tolle Hilfe.

Mach dich schlau

Da du dich während deiner Zwillingsschwangerschaft sowieso schonen musst, hast du genug Zeit, auf der Couch im Netz zu surfen. Ein tolles Tool bietet zum Beispiel das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. Hier kannst du einfach mittels Fragebogen prüfen, welche Leistungen dir und deiner Familie tatsächlich zustehen.

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Zwei Babys = Doppelte Herausforderung.

MeinSpatz Gezwitscher

Zwillinge fordern dich. Und zwar von der ersten Minute an. Das weiß auch Zwillingsmama Anne, die auf ihrem Blog "Einer schreit immer" aus ihrem Leben berichtet. Ungeschönt. Ehrlich. Wunderbar.