Ab wann findet der Milcheinschuss statt?

DIENSTAG, 02.07.2019 Julia M.

Als Neu-Mami fragst du dich sicher: Wann findet der Milcheinschuss statt? Und was kannst du gegen Schmerzen beim Stillen tun? Wir haben alle Infos für dich.

Gerade wenn du dein erstes Kind erwartest fragst du dich sicher, ob und wie es mit dem Stillen funktionieren wird. Nach der Entbindung muss sich dein Körper erstmal auf all die Vorgänge der Stillzeit einstellen. Sobald du dein Baby zum ersten Mal an deine Brust anlegst, erhält dein Körper die Information, dass die Schwangerschaft beendet ist und stellt sich auf die Milchproduktion ein.

Wann genau findet der Milcheinschuss statt?

Der Milcheinschuss findet zwei bis fünf Tage nach der Geburt statt. Nach einem Kaiserschnitt meistens nach fünf Tagen. Bereits davor produziert dein Körper eine Vormilch, auch Kolostum genannt. Sie ist reich an Kalorien, Proteinen, Nährstoffen und Antikörpern und versorgt dein Baby kurz nach der Geburt mit allem, was es benötigt. Der natürliche Saugreflex sorgt außerdem dafür, dass der Milcheinschuss gefördert wird und in zwei bis fünf Tagen nach der Geburt in Gang kommt. Erst ab dem 15. Tag nach der Geburt wird dann die reife Muttermilch gebildet.

Was sind die typischen Symptome für den Milcheinschuss?

Sobald der Milcheinschuss eintritt, werden deine Brüste deutlich größer und schwerer. Es kann auch dazu kommen, dass Muttermilch unkontrolliert aus der Brust tropft. Dieses Phänomen ist ganz normal und kann während der gesamten Stillzeit vorkommen. Stilleinlagen helfen dir, die ausgelaufene Muttermilch aufzufangen.

Außerdem spürst du ein Spannen in deinen Brüsten. Pochen, Schmerzen und ein Temperaturanstieg können außerdem auftreten. Dein Körper muss sich erstmal an die Milchproduktion gewöhnen. Das Spannungs- und Hitzegefühl ist also ganz normal und wird durch die vermehrte Lymphflüssigkeits- und Blutzirkulation ausgelöst. 

Was kannst du tun, um dich an das Stillen zu gewöhnen?

Meist dauert es vier bis acht Wochen, bis sich die Stillbeziehung zwischen dir und deinem Kind eingespielt hat. Am besten legst du dein Baby am Anfang mindestens alle zwei Stunden an und wechselst die Stillpositionen. Denn je voller deine Brust ist, umso kürzer werden deine Brustwarzen. Dein kleiner Spatz kann es dadurch schwer haben, diese richtig zu fassen. Vor dem Stillen kannst du aber auch etwas Milch ausmassieren oder abpumpen, damit sich deine Brustwarzen nicht zu kurz sind.

Solltest du beim Stillen Schmerzen haben, können lauwarme Kompressen dir vor dem Stillen dabei helfen, diese Schmerzen abzumildern. Hierfür kannst du zum Beispiel ein Handtuch nutzen, welches du in lauwarmes Wasser eintauchst, bevor du sie auf deine Brüste auflegst. Es gibt außerdem spezielle Temperatur-Packs, die speziell für die weibliche Brust konzipiert sind. Du kannst diese in der Apotheke oder online kaufen. Auch eine sanfte Massage von der Achselhöhle zur Brustwarze hin, kann helfen. Am besten experimentierst du selbst und fragst deine Hebamme, was du tun kannst und was für dich am besten funktioniert. 

Nach dem Stillen empfehlen Experten kalte Wickel und Quarkkompressen, um deine Brüste in den Stillpausen zu entspannen. Für die Quarkkompressen streichst du Magerquark etwa fingerdick auf ein Baumwolltuch oder eine Stoffwindel und legst sie so auf die Brust auf, dass deine Brustwarze nicht (!) mit dem Quark in Berührung kommen. Sobald der Quark getrocknet ist, kannst du die Kompresse entfernen.

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Die Stillbeziehung zu deinem kleinen Spatz muss sich zu Beginn erstmal einspielen. Wir geben dir alls Infos, rund um den Milcheinschuss.

MeinSpatz Gezwitscher

Nicht jede Mama kann oder möchte ihr Baby stillen. Es gibt Frauen, bei denen klappt es einfach nicht oder sie entscheiden sich schlichtweg gegen das Stillen. So wie unsere Kolumnistin Patricia Renoth. Sie konnte sich einfach nie vorstellen, ihr Baby zu stillen. Als ihr kleiner Spatz dann auf die Welt kam, hat sie es trotzdem versucht:

"Die Geburt war nicht ganz einfach und sie war sehr erschöpft. Der kleine Spatz hatte keinerlei Ambitionen schon beim Bonding an meiner Brust zu saugen. Später als wir uns alle etwas erholt hatten, versuchte ich unser Baby mit Hilfe meines Mannes anzulegen. Die Vormilch wollte ich unserer Tochter auf jeden Fall geben. Aber sie hatte kein Interesse zu saugen. Ich drückte das Kolostrum also per Hand aus meinen Brustwarzen und gab meiner Tochter den Finger mit der Flüssigkeit. Sie schleckte ein bisschen, das war alles. Und das war auch der Moment in dem ich mir ganz sicher war: Wir beide und das Stillen, das funktioniert nicht."

Jede Frau ist anders, nicht jede Frau kann oder möchte ihren kleinen Spatz stillen. Und solange es dir und deinem Baby gut geht, ist das auch Okay.

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.