After-Baby-Body: Schluss mit dem Druck!

FREITAG, 25.05.2018

Neues Leben zu erschaffen ist kein Zuckerschlecken, besonders nicht für den Körper der Mama. Oftmals hinterlässt eine Schwangerschaft deutliche Spuren. 

Stars und Sternchen zeigen uns mit ihren heißen After-Baby-Bodies, dass man kurz nach der Geburt schon wieder so sexy sein kann wie eh und je – doch ist das wirklich realistisch?

Sucht man nach dem Hashtag #Afterbabybody auf Instagram ergießen sich rund 75.000 Beiträge zu dem Thema über den Bildschirm. Die meisten davon zeigen fröhliche Mütter – perfekt ausgeleuchtet, natürlich – wahnsinnig gesundes Essen oder eine trainierende sexy Mama nach der anderen. Befeuert wird das Streben nach dem perfekten After-Baby-Body von schier unglaublichen Bildern von Promi-Mamas, die nur Wochen nach der Geburt ihren wiedergewonnenen Traumkörper präsentieren. Von Dehnungsstreifen in den meisten Fällen selbstverständlich keine Spur!

So zeigte die 20-jährige Kylie Jenner nach der mehr oder weniger überraschenden Geburt ihrer Tochter Stormi Webster im Februar 2018 ihre heißen Kurven – und das nur zwei Monate nach der Entbindung. Ihr stylisches Crop Top offenbart dabei einen flachen Bauch, an dem kein Gramm Fett zu sehen ist.

Und auch Model und Ehefrau von John Legend, Chrissy Teigen, verblüffte nur einem Monat nach der Geburt ihrer Tochter Luna Simone im Jahr 2016 mit ihrem unglaublichen Körper. 

Wie realistisch ist der perfekte After-Baby-Body wirklich?

Doch bei all den umwerfenden Bildern der Stars und Sternchen sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass diese unter ganz anderen Voraussetzungen in die Schwangerschaft starten und ihren Lebensunterhalt größtenteils mit ihrem Aussehen bestreiten. Besonders Models sind darauf angewiesen, so schnell wie möglich wieder in Topform zu sein. Ein eigens darauf ausgerichteter Ernährungsplan – natürlich von einem Profi zusammengestellt – und ein straffes Workout mit einem renommierten Personal Trainer sind da Usus. Alles Dinge, auf die wir „Normalo“-Mamas nicht unbedingt zurückgreifen können – oder auch wollen. Denn sagen wir es wie es ist: Nach der Geburt gibt es wirklich Wichtigeres, als sich mit dem Traum vom perfekten After-Baby-Body herumzuschlagen. Du bist Mama und hast nun einen kleinen Spatz, der deine ganze Aufmerksamkeit und Fürsorge braucht. Vom Gesundheitsaspekt mal ganz zu Schweigen. Das Wochenbett sollte dazu genutzt werden, dass sich der Körper einer Frau von den Strapazen der Schwangerschaft und Geburt erholen kann.

Außerdem ist jeder Frauenkörper anders. Viele Mamas stehen trotz Ölen und Cremes am Ende mit ihrem kleinen Schatz im Arm und deutlichen Dehnungsstreifen am Körper da – und das ist keine Schande! Dein Körper vollbringt während der Schwangerschaft ein echtes Wunder. Es ist nun mal kein Zuckerschlecken, Leben zu erschaffen! Veranlagung entscheidet außerdem viel darüber, wie dein Körper nach der Schwangerschaft aussieht.

Tipps für den After-Baby-Body – Geduld ist wichtig

Hollywood-Schauspielerin Katherine Heigl zeigt als prominentes Beispiel, dass es mehr als 2 Monate dauern kann, bis alles wieder einigermaßen da ist, wo es mal war – offen, ehrlich und äußerst sympathisch. Über ein Jahr hat sie gebraucht, um wieder in ihre alte Form zurückzufinden und das ist ganz normal.  

Und auch Alyssa Milano geht mit gutem Beispiel voran. So verriet sie dem People Magazine "Ich war einfach sehr nett zu mir und habe mir eine Menge Zeit gelassen. Kein Druck! Ich denke, beim Abnehmen geht es einfach immer um weniger essen und mehr bewegen, also habe ich einfach genau das gemacht und mir damit aber auch Zeit gelassen." Außerdem findet sie, sei es totaler Irrsinn ständig auf eine perfekte Bikini-Figur hinzuarbeiten, "Unsere Körper sind nicht dafür gemacht, um in einem String-Bikini umwerfend auszusehen. Unsere Körper sind zum Nähren und zum Knuddeln da und für all die tollen Dinge, die das Mamadasein mit sich bringt."

Diese Tipps helfen, damit du wieder in Form kommst

Dennoch gibt es natürlich einige Dinge, die du tun kannst, um deiner alten Figur näherzukommen. Wir verraten dir die wichtigsten fünf Tipps für deinen After-Baby-Body:

Tipp1: Normales Essverhalten, besonders nach dem Abstillen: Eis, Chips und Süßigkeiten lieber in Maßen genießen.

Tipp 2: Drei regelmäßige Mahlzeiten am Tag und dazwischen nicht knabbern. Besonders für das Stillen brauchst du viele Proteine. Doch permanent Essen lässt dich den Überblick über die Mengen der Nahrung verlieren. Drei geregelte und gesunde Mahlzeiten helfen dabei, alles im Blick zu haben und wichtige Nährstoffe zu bekommen.

Tipp 3: Rückbildungsgymnastik ist das A und O! In erster Linie natürlich um deinen Beckenboden wieder in Schuss zu bekommen: Denn Inkontinenz ist definitiv „schlimmer“, als ein paar Kilo zu viel. Um deinen Bauch wieder in seine alte Form zu bringen, ist die Rückbildungsgymnastik allerdings auch nicht zu unterschätzen.

Tipp 4: Viel Bewegung: Spazieren, Joggen – das alles ist auch mit Kinderwagen gut zu meistern. Am besten suchst du dir zunächst eine sportliche Betätigung im Freien die dir Spaß macht. Später kannst du dann auch zu Krafttraining übergehen, doch zunächst sollte Bewegung ausreichen und dein Körper sich erholen.

Tipp 5: Bei allen Ambitionen: Gib deinem Körper genug Zeit, mit den Strapazen der Geburt zurecht zu kommen. Hast du schon vor und während der Schwangerschaft regelmäßig Sport gemacht, wirst du schneller wieder starten können. Warst du bisher ein echter Sportmuffel, solltest du mit Hebamme oder einem Mediziner darüber sprechen, wann du am besten mit Sport anfangen kannst.  

After-Baby-Body: Schluss mit dem Druck! pin

Schluss mit dem Body Shaming! Dein Körper hat einen Menschen hervorgebracht. Dafür solltest du ihm Respekt zollen.

MeinSpatz Gezwitscher

Redaktions-Liebling: Das Fotoprojekt „Divine Mothering“ von Liliana Taboas, soll Frauen Mut machen, sich nicht für ihren Körper zu schämen. Die zweifache Mama fotografiert Mütter mit ihren Babys, nackt und ohne Retusche.  

"Divine-Mothering wants to humanize women’s bodies, normalize all shapes and forms, and celebrate the changes women’s bodies go through over time, through pregnancy and breastfeeding."