Geburt ohne Papa – geht das überhaupt?

MITTWOCH, 21.02.2018

Mehr als 90 Prozent aller Männer sind in Deutschland bei der Geburt ihrer Kinder dabei. Doch was, wenn Papa das einfach nicht will?

Es gibt weder die Pflicht für den werdenden Vater, die Geburt seines Kindes mitzuerleben, noch das Recht darauf. Willst du ihn nicht dabeihaben, muss dein Partner im Zweifelsfall vor der Tür warten. Gründe dafür gibt es viele. Zum Beispiel, wenn ihr euch während der Schwangerschaft getrennt habt. Oder weil du einfach nicht willst, dass er dich in dieser Ausnahmesituation erlebt.

Eines steht fest: Nur du als Gebärende und das Klinikpersonal – also Hebamme und Frauenarzt – dürfen über mögliche Begleitpersonen entscheiden. Und wenn Papa nicht dabei sein soll, dann eben nicht.

Der Geburtsvorbereitungskurs bringt Klarheit

Wenn ihr euch uneins seid, ob die Begleitung durch den Papa eher nützt oder schadet, hilft oft ein gemeinsamer Geburtsvorbereitungskurs. Bestehen die Ängste und Sorgen bei deinem Partner danach immer noch – zum Beispiel, weil er dich nicht leiden sehen kann oder er fürchtet, dir den erwarteten seelischen Beistand nicht leisten zu können – solltest du als Schwangere besser eine andere oder zumindest eine weitere Vertrauensperson hinzuziehen. Das entlastet den werdenden Papa von dem Druck, die unvorhersehbare Situation durchhalten zu müssen und entspannt dadurch auch dich. Auch ein Geburtsplan kann dabei helfen deinem Partner während der Geburt Sicherheit zu geben. Mit deiner Wunschliste in der Hand, fühlt er sich vielleicht eher gebraucht und weiß, was er tun kann um dir zu helfen. Mehr darüber findest du in unserem Artikel „Vorbereitung auf die Geburt – Wie ein Geburtsplan hilft“.

Alternativen zum Papa im Kreißsaal

Hast du schon mal daran gedacht, deine Schwester, deine beste Freundin oder deine Mutter mitzunehmen. Auch eine Doula als professionelle Geburtsbegleiterin spendet dir die nötige emotionale Unterstützung. Sie kann anstelle deines Partners auf die größeren Geschwister zuhause aufpassen oder sich mit ihm während der oftmals langen Stunden der Geburt abwechseln.

Wichtig ist: Als Väter und Mütter solltet ihr euch nicht von der gesellschaftlichen Erwartungshaltung unter Druck setzen lassen. Es ist eure ganz persönliche Entscheidung, die andere Menschen ohne Wenn und Aber zu akzeptieren haben. Und die niemanden Außenstehendes etwas angeht.

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Nicht immer will oder kann Papa im Kreißsaal mit dabei sein. Aber deshalb musst du die Geburt noch lange nicht alleine durchstehen! Welche Alternativen es gibt, erfährst du in unserem Artikel.

MeinSpatz Gezwitscher

Wenn du weder den werdenden Papa, noch jemand anderen den du kennst bei der Geburt dabei haben möchtest, ist eine Doula eine gute Lösung. In diesem Interview erfährst du mehr darüber, was Doulas eigentlich machen, wo man eine findet und wie viel diese Art der Betreuung kostet.