Geburtsvorbereitungskurs – muss das sein?

FREITAG, 10.11.2017

Sie gehören zum Standard-Programm für Erstgebärende und ihre Partner: Geburtsvorbereitungskurse. Aber dürfen Schwangere den Kurs auch einfach schwänzen?

„Einatmen. Ausatmen. Goldenes Licht fließt über die Nabelschnur zu deinem Baby. Jetzt spürst du deine Gebärmutter.“ So oder so ähnlich versuchen die Hebammen im Geburtsvorbereitungskurs die werdenden Mamis in einen Zustand tiefer Entspannung zu versetzen. Das Spüren des eigenen Körpers, die Wahrnehmung des Babys im Bauch – all das kann bei der Geburt helfen. Muss es aber nicht. Manche Frauen können mit dieser Art der Meditation wenig anfangen, andere ziehen jede Menge Energie und Ruhe daraus. Erstmal gibt es keinen Grund zur Eile: ab der 28. bis 30. Schwangerschaftswoche ist ein Geburtsvorbereitungskurs sinnvoll. Einen Haken hat die Sache: Die Kurse sind meist frühzeitig ausgebucht. Deswegen solltest du dich rechtzeitig um einen Platz kümmern.

Angst vor der Geburt?

Du erwartest dein erstes Baby und die bevorstehende Geburt bereitet dir Sorgen? Keine Bange, all deine Fragen werden in so einem Kurs beantwortet. Egal, ob es ein mehrwöchiger oder ein eintägiger Crash-Kurs ist – Erstgebärende bekommen alle Infos die sie brauchen, plus die Nachstellung einer Geburt mittels Gebärmutter-Attrappe. Das kann in Vorbereitung auf den Tag der Tage durchaus sinnvoll sein: Je sorgenfreier eine Schwangere in die Geburt geht, desto besser wird diese verlaufen.

Atmung bei Wehen lernen

Dazu gehören z. B. Atemtechniken, die die auftretenden Wehen etwas erträglicher machen sollen. Wobei auch die Hebammen im Kreißsaal wunderbar Hilfestellung geben. Zusätzlich werden verschiedene Körperstellungen und Massagetechniken gezeigt. All das kann die letzten der Wochen der Schwangerschaft erleichtern, wenn etwa Rückenschmerzen die werdende Mami nachts nicht schlafen lassen. Nebenbei gibt es nützliche Tipps zu Themen wie PDA, Stillen oder „Was braucht mein Baby in den ersten Monaten wirklich?“

Geburtsvorbereitungskurs mit Partner

Mittlerweile bieten die meisten Kurse eine Einheit mit Partner an. Allerdings sollte der das wirklich mitmachen wollen. Denn für manche ist es befremdlich, in einem Raum voller schwangerer Frauen entspannt zu bleiben. Gehört dein Partner dazu, solltest du ihm das nicht übelnehmen. Das bedeutet nicht, dass er dich bei der Geburt eures Kindes hängen lässt.

Braucht man den Kurs heutzutage noch?

Schwangere lernen Atemtechniken oder Entspannungsübungen auch mithilfe spezieller Online-Videos. Sogar der Geburtsverlauf ist – dank Internet – kein Geheimnis mehr. Zahlreiche Mamis bloggen über ihre Erfahrungen während der Schwangerschaft, alles lässt sich nachlesen. Ist ein Geburtsvorbereitungskurs dann überhaupt noch zeitgemäß und sinnvoll? Der wahrscheinlich größte Vorteil solcher Kurse: Du lernst andere Mamas kennen, meistens aus der näheren Umgebung, die alle auch bald ein Baby bekommen. Vielleicht ergibt sich dadurch sogar ein netter Kontakt. Und eine Mami-Freundin, mit der du dich austauschen kannst, ist unbezahlbar!  

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Nicht alle werdenden Papas nehmen so begeistert an einem Geburtsvorbereitungskurs teil.

MeinSpatz Gezwitscher

Der Mann einer unserer Redakteurinnen hatte überhaupt keine Lust auf den Paar-Abend beim Geburtsvorbereitungskurs. Auf der Hinfahrt war deshalb die Stimmung etwas angespannt und der werdende Papa ließ verlauten: „Ich werde mich da nicht großartig beteiligen.“ Zwei Stunden später bombardierte eben jener Miesepeter die Hebamme mit einer Frage nach der anderen. Vor dem Kurs hatte er sich noch kaum Gedanken zur Geburt gemacht und war dann doch froh, dass die Kursleiterin sich gerne allen seinen Bedenken gewidmet hat.