Hypnobirthing: Was das ist und wie es funktioniert

FREITAG, 02.03.2018

Unter Hypnose ein Kind gebären? Hier erfährst du alles Wichtige über den Geburtstrend Hypnobirthing, der aus den USA zu uns herüber geschwappt ist.

Eine Geburt in Trance, hypnotisiert und fremdbestimmt – es klingt wie ein Horrorszenario, ist aber das genaue Gegenteil. Hypnobirthing ist eine mentale Geburtshilfe, die dir die natürliche Entbindung erleichtern soll. Die Methode wird in den USA schon seit 20 Jahren angewendet. In aller Munde ist sie aber, seit Herzogin Kate ihre beiden Kinder angeblich damit zur Welt gebracht hat.

Was ist Hypnobirthing?

Hypnobirthing ist auf der einen Seite eine Philosophie. Es geht darum, dass die Geburt etwas Natürliches ist und nichts, wovor man Angst haben muss. Auf der anderen Seite ist es eine konkrete Technik. Als Schwangere wirst du in einem Hypnobirthing-Kurs einige Wochen vor der Geburt durch Atem- und Entspannungstechniken in die Lage versetzt, dich ganz auf dich und dein Inneres zu konzentrieren. Die Außenwelt wird dabei weitgehend ausgeblendet. Du übst bei meditativer Musik zuhause weiter, bis du die Technik verinnerlicht hast und immer schneller in diesen tiefenentspannten Zustand gelangst.

Zur Entbindung nimmst du die CD mit und schaffst es dank der erlernten Abläufe auch unter dem Geburtsstress gelassen(er) zu bleiben. Indem du so immer wieder effektiv entspannst, verminderst du Schmerzen. Die Entbindung verläuft auf dieser Basis meist sogar deutlich schneller. So zumindest die Theorie. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Ein Vorbereitungskurs um die Methode zu erlernen kostet ca. 300-500 Euro. Nicht gerade ein Schnäppchen. Onlinekurse gibt es schon deutlich günstiger.

Sich selbst etwas zutrauen

Hypnobirthing verspricht keine Schmerzfreiheit, dafür Angstfreiheit. Es ist vor allem die Sorge vor den Schmerzen, die genommen werden soll. Angst lässt die (Gebärmutter-)Muskeln verkrampfen, stört die Durchblutung und schüttet Stress-Hormone aus. Die Furcht vor Schmerz produziert selber Schmerz. Ein fataler Kreislauf, den Hypnobirthing unterbrechen kann.

Du erfährst in den Kursen viel über den Ablauf der natürlichen Geburt. Durch dieses Wissen wirst du zuversichtlicher, fühlst dich nicht länger ausgeliefert, sondern selbstbestimmt und sicher. Du fasst Vertrauen in deinen Körper, der für die Geburt perfekt vorbereitet ist.

Wie stehen Hebammen zu Hypnobirthing?

Mithilfe der erlernten Entspannungstechniken veratmest du zugleich die Geburtswehen leichter. Viele Hebammen sind inzwischen sensibilisiert für Frauen, die sich mit Hypnobirthing vorbereiten und ersetzen eher angstbesetzte Wörter wie „Wehen“ etwa durch „Wellen“ oder „Kontraktionen“. Je weniger Angst du vor Schmerzen hast, desto natürlicher und leichter verläuft die Entbindung. Aber längst nicht alle Hebammen sind von dem neuen Trend überzeugt. Es stört sie, dass Frauen bei der Hypnosemethode nicht laut werden sollen – obwohl das befreiend und lockernd wirkt. Und für viele Geburtshelferinnen ist Angst etwas ganz Normales, das auch dazugehört. Unser Fazit: Selbsthypnose bei der Geburt ist etwas für Frauen, die Interesse daran haben sich mit dem ganzen Prozess intensiv auseinander zu setzen und die ihn selbstbestimmt und angstfrei erleben wollen. 

Hypnobirthing: Was das ist und wie es funktioniert

Du willst eine selbstbestimmte Geburt ohne Angst? Dann ist Hypnobirthing vielleicht das Richtige für dich.

MeinSpatz Gezwitscher

Ein interessanter Artikel zu den Pros und Kontras des Hypnobirthing findest du auf Süddeutsche.de: „Wohlige Wellen“. Fun Fakt: Er wurde vom Sohn einer Hebamme geschrieben. Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, wie du dir deine Geburt vorstellst, ist dieses Buch vielleicht interessant für dich: „Das Geheimnis einer schönen Geburt“.