Kaiserschnitt: Tipps und Infos für danach

MONTAG, 22.10.2018

Bei dir wird ein geplanten Kaiserschnitt durchgeführt oder du wurdest notoperiert? Wir verraten, wie du dir das Leben nach dieser besonderen Geburt erleichterst.

Ein Kaiserschnitt, ob geplant oder spontan, ist und bleibt eine OP – eine Bauch-Operation, die in deinem Körper zugleich die Geburtsvorgänge auslöst: Blutungen durch das Ablösen der Plazenta von der Gebärmutter, Hormonwallungen, Milcheinschuss. Das ganze Programm eben. 

Selbst wenn du vor der Geburt vielleicht keine Wehen erleiden musstest, hinterher erspart dir ein Kaiserschnitt leider nichts. Ganz ehrlich: Er ist im Nachhinein nicht so leicht zu verkraften wie eine natürliche Geburt, die unkompliziert verlaufen ist. Schließlich bist du nach einem Kaiserschnitt frisch operiert, hast eine tiefe Narbe durch mehrere Bauch-Schichten. Deinem Baby ist das allerdings ziemlich egal, es braucht dich von der ersten Sekunde an. Eines ist klar: Dein Mann und deine Familie sind nach der OP gefragt, denn dir ist körperliche Anstrengung erstmal streng untersagt. Und: Du musst länger in der Klinik bleiben, im Normalfall mindestens fünf bis sieben Tage. Aber du kannst einiges dafür tun, um dir die Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Damit du die ersten Tage mit deinem Spatz genießen kannst, haben wir ein paar Infos und Tipps für dich:

Tipps und Infos für den Klinikaufenthalt

  • Unterstützung ist das A und O. Aufsetzen und Sitzen schmerzen am Anfang, Aufstehen ist mehrere Stunden lang strikt verboten. Außerdem bist du oft noch mit Blasen- und/oder Venenkatheder verkabelt. Erst wenn dein Kreislauf stabil ist, wirst du davon befreit. Das dauert meist rund 24 Stunden.
  • Du hast Schmerzen? Bitte die Schwestern um Schmerzmittel, denn du musst sie nicht aushalten. Das Klinikpersonal wird dir Medikamente geben, mit denen du dein Baby trotzdem problemlos stillen kannst. In den ersten Tagen wirst du eher im Liegen stillen, da Aufrechtsitzen dir noch Schmerzen bereiten kann.
  • Nimm gemütliche Kleidung mit, die am Bund nicht drückt. Praktisch sind weite, dunkle Hosen, in denen man die Riesenbinden nicht sieht, und sogenannte Kaiserschlüpfer, die hoch geschnitten sind und zugleich die Naht stabilisieren. Du bekommst sie in verschiedenen Onlineshops. In Höhe der Narbe verfügt der Kaiserschlüpfer über eine kleine Tasche, in die du ein Kühlkissen zur Linderung der Schmerzen legst. Der Wochenfluss fällt nach einem Kaiserschnitt in der Regel etwa länger, dafür aber weniger blutig aus. Rund sechs Wochen solltest du deswegen auf Baden verzichten und lieber die Dusche nutzen.

Tipps und Infos für die Zeit nach der Klinik

  • Verteile die Aufgaben: Da du die ersten drei bis vier Wochen nach dem Kaiserschnitt nicht schwer heben darfst (gemeint sind Gewichte von mehr als zehn Kilogramm), bitte jemanden, deine Kliniktasche zu tragen. Auch dein Baby ist nicht so leicht wie gedacht, zumal wenn es gleich in den Babysitz fürs Autofahren gesetzt werden soll. Und selbst das Kinderwagenschieben fällt vielen frisch operierten Müttern anfangs sehr schwer. Autofahren ist für dich erstmal tabu. Am besten überlegst du dir schon vor dem Termin, wer dich in den ersten Wochen mit Fahrdiensten unterstützen kann. Auch im Haushalt brauchst du jetzt viel Hilfe. Vielleicht kann deine Mutter, Schwester oder eine enge Freundin anfangs regelmäßig bei dir sein? Überlege dir im Vorfeld, ob du sie komplett bei dir einquartieren möchtest oder lieber ein Hotelzimmer in der Nähe reservierst.
  • Nimm Hilfe in jedem Lebensbereich an: Wasserkisten schleppen, Müll runterbringen – das sind alles Sachen, die mit einer frischen Bauch-Narbe wehtun und den Heilungsprozess verlangsamen oder gar verhindern können. Mindestens für die Zeit des gesetzlichen Mutterschutzes solltest du dich wie ein rohes Ei betrachten und auch so behandeln lassen. Das Wochenbett ist unglaublich wichtig für deine Heilung. Hat dein Baby schon ältere Geschwisterchen: Hochheben ist jetzt erstmal tabu, nicht mal auf den Kinderstuhl. Mit einer geplatzten Narbe dauert es sonst noch viel länger, bis du wieder voll bei Kräften bist.
  • Nutze Hilfsmittel, die dir das Leben mit dem Baby erleichtern: Wenn dir nicht ständig jemand helfen kann und du dennoch den Kinderwagen ins Auto bugsieren musst, stell ein Brett als Rampe an den Kofferraum. Bring erst den Autositz und die Tasche(n) einzeln ins Auto, dann holst du das Baby. So verteilst du das Gewicht, deine Narbe wird es dir danken. Das Stillkissen leistet dir auch beim Schlafen gute Dienste. Viele Mütter lieben es, nach dem Kaiserschnitt seitlich zu liegen und ein Bein darauf abzustützen. Das entlastet das Bauchgewebe rund um die Narbe.
  • Schone und pflege dich: Halte deine Narbe sauber und trocken. Wasser und vorsichtiges abtupfen genügen erstmal. Nach rund vier Wochen darfst du mit sanfter Pflege beginnen. Jetzt haben sich die Fäden aufgelöst und der Wundschorf ist abgefallen. Mandelöl oder -creme machen die Haut wieder geschmeidig. Das Taubheitsgefühl oder ein Ziehen etwa beim Niesen sollten mit der Zeit nachlassen, sonst sprich unbedingt mit deiner Hebamme oder Frauenärztin darüber. Nach einem Jahr ist der Schnitt meist völlig verblasst und beinahe vergessen.
  • Viel reden: Manche Mamis fühlen den Babyblues nach einem Kaiserschnitt besonders stark. Entweder, weil sie unbedingt eine normale Geburt erleben wollten, oder weil sie sich plötzlich schuldig fühlen und auf Hilfe angewiesen sind. Wenn es dir auch so geht musst du wissen: Du bist damit nicht allein. Sprich deine Hebamme darauf an. Vielleicht kennt sie andere Mamis mit ähnlichen Erfahrungen, die mit dir reden können. Sie wird deine Gefühle ernst nehmen und dir aus den "Heultagen" wieder heraushelfen.
Kaiserschnitt: Tipps und Infos für danach pin

Das Wochenbett nach dem Kaiserschnitt unterscheidet sich von dem bei einer natürlichen Geburt.

MeinSpatz Gezwitscher

Jede Frau ist anders und jede Frau erlebt den Kaiserschnitt anders. Das weiß auch Vloggerin Nadine. Sie erzählt in diesem Video, wie es ihr nach ihrem Kaiserschnitt mit ihrer Tochter Emilia erging.