Kliniktasche: Was ich wirklich gebraucht habe

MONTAG, 26.11.2018

Ich sehe sie noch vor mir: die lange Liste mit all den Dingen, die in meinen Klinikkoffer mussten. UNBEDINGT! Wirklich benutzt habe ich dann weniger als die Hälfte …

Bereits Wochen vor der Geburt meines ersten Kindes machte ich mir Notizen. Keinesfalls wollte ich irgendetwas vergessen. Es war geradezu absurd. Als würde ich mein Kind mitten in der Wüste gebären, ohne Hilfe, ohne Zivilisation um uns herum. Aber nun gut, ich packte, kaufte neu dazu und packte wieder – im Nachhinein denke ich, dass es weniger ums Befüllen der Tasche ging, sondern darum mich gedanklich auf die Geburt vorzubereiten.

Ich wollte keine Ablenkung

Ich musste in meiner Schwangerschaft viel liegen und hatte dementsprechend jede Menge Zeit sämtliche Tipps für Schwangere nachzulesen. Auf verschiedensten Blogs empfahlen Mamis und Hebammen zum Beispiel Duftlämpchen samt wohlriechender Öle für die Zeit der Wehen. Also bestellte ich mir drei verschiedene ätherische Duftnuancen: Orange, Pfefferminz und Zimt. Keines der drei kam während der Wehen im Krankenhaus zum Einsatz, denn allein bei dem Gedanken an Duftöl überkam mich der Würgereiz. Ähnlich verhielt es sich auch mit meiner Lieblingsmusik. Die liebevoll zusammengestellte Wehen-Playlist kam nicht zum Einsatz, der MP3-Player blieb stumm. Ich wollte einfach nur meine Ruhe und mich auf die Wehen konzentrieren. Sämtlichen Schnickschnack empfand ich als unnötige Ablenkung. Snacks und Co? Ich konnte mir nicht vorstellen in dieser Situation auch nur einen Bissen runterzuwürgen.

Volle Ausstattung vom Krankenhaus

Netzhöschen, Binden, Windeln, Stilleinlagen – all das lag fein verpackt in meiner Kliniktasche und all das bekam ich auch von der Klinik gestellt. Also nahm ich es wieder mit nach Hause. Auch die ersten Klamotten für unser Baby waren vom Krankenhaus. Erst als wir nach drei Tagen das Krankenhaus verließen, zog ich ihm seine eigenen Sachen an. Allerdings hatte ich von Anfang an mein eigenes Stillkissen dabei. Ich schlief bereits seit einigen Wochen damit – es bot meinem wachsenden Babybauch in den letzten Monaten der Schwangerschaft perfekten Halt – und ich hatte mich so daran gewöhnt, dass ich es nicht missen wollte. Außerdem wickelte ich mein Baby tagsüber in die kuschelige Babydecke, die meine Mutter extra gestrickt hatte.

Wasserfeste Wimpertusche und Haremshosen

Obwohl ich auf der Wöchnerinnenstation wirklich wunderbar umsorgt war, fühlte ich mich in meinem Körper noch unwohl und unsicher. Alles war neu und anders, der Bauch der vorher straff und riesig war hing nun wabbelig an mir herunter. Plötzlich kam Milch aus meinen Brustwarzen. Alles fühlte sich anders an und tat weh. Jetzt war ich unendlich froh, dass ich drei neue und wie ich fand ziemlich coole Haremshosen eingepackt hatte. Darunter konnte ich Kompressionsstrümpfe und Riesenbinden gut verstecken. Dazu süße Stilloberteile und ein Haarband für meinen nicht enden wollenden Bad-Hair-Day. So fühlte ich mich einigermaßen okay. Zum Glück riet mir eine Freundin zu wasserfester Wimpertusche. Ein guter Rat, denn hormonig wie ich war, liefen die Tränen mehrmals am Tag. Worüber ich auch froh war: feuchtes Toilettenpapier, gute Abschminktücher und ein geruchsneutrales Deo. Ich wollte mein Baby nicht mit stark duftendem Deodorant irritieren und ihm möglichst meinen natürlichen Körpergeruch näherbringen – ohne dabei nach Schweiß zu riechen.

Ich packe meinen Koffer und … brauche fast nichts

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich weniger als die Hälfte meines Gepäcks wirklich genutzt habe. Da ich mich bereits in der SSW 36 zur Entbindung im Krankenhaus angemeldet hatte, benötigte ich nur meine Krankenkassenkarte und meinen Personalausweis. Nach Zeitschriften oder Musik hatte ich gar kein Verlangen, entweder schlief oder stillte ich, betrachtete verliebt mein Kind oder wiegte es summend in den Armen. Mehr Ablenkung war nicht nötig. Auf die eingepackten Snacks hatte ich keine Lust, dafür musste mein Mann mir Chips mitbringen. Sehr glücklich war ich über meinen Lieblingstee, denn die Auswahl in der Klinikküche war zwar in Ordnung aber nicht gerade der Hammer. Im Endeffekt brauchte ich zwar wenig aus meiner Tasche. Ich fand es aber gut, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Was mir wirklich fehlte, da ich von ihrer Existenz gar nichts wusste: Stillkompressen. Sie helfen bei entzündeten Brustwarzen und kühlen empfindliche Nippel. Außerdem: Ohropax. Wir waren nicht allein im Zimmer und der Lärmschutz (mein Mann besorgte mir nach zwei Tagen welche) half mir nachmittags mit meinem Kind neben mir zu schlafen, auch wenn die andere Mami sich gerade über Besuch freute. Ansonsten hatte ich mein Baby im Arm und meinen Mann an meiner Seite und damit alles was ich brauchte.

Kliniktasche: Was ich wirklich gebraucht habe pin

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MeinSpatz Gezwitscher

Jede Mami ist anders, jede Mami hat andere Ansprüche. In diesem Video erklärt Vloggerin Isabeau, was sie bei ihrer dritten Geburt alles in die Kliniktasche gepackt hat. Und vergesst auch die Papas nicht. Denn selbst wenn man während der Wehen keine Lust auf Snacks hat, der Partner an deiner Seite ist vielleicht trotzdem hungrig.