Leichtere Geburt: Das kannst du im Kreißsaal ausprobieren

DIENSTAG, 02.01.2018

Die Geburt steht bevor: Wir verraten, wie der Weg dorthin ein klein wenig leichter wird - vom Einlauf über die Position bis hin zur Aromatherapie.

Jede Geburt ist anders. Während manche Frauen ihr Kind wunderbar im Liegen zur Welt bringen, fällt es anderen im Vierfüßler leichter. Was viele nicht wissen: Du darfst dir die Zeit im Kreißsaal etwas angenehmer gestalten, den sterilen Krankenhausraum persönlicher machen und so vielleicht sogar zwischen den Wehen entspannen. Einige Wochen vor der Entbindung machst du einen Termin zur Voranmeldung im Krankenhaus. Sprich dabei mit der Hebamme darüber, was du zur Geburt und in den Kreißsaal an persönlichen Gegenständen mitbringen darfst. So erfährst du auch, ob es die Möglichkeit für eine Wassergeburt gibt.

Körperhaltungen während der Wehen

Denken wir an eine Frau in den Wehen, haben die meisten das klassische Bild vor Augen: Auf dem Rücken liegend, die Beine sind angewinkelt. Diese Geburtsposition kann sehr angenehm sein – sie ist aber längst nicht die einzige. Du hast eventuell das Bedürfnis zu stehen und dich an ein Tuch zu klammern, das von der Decke hängt. Vielleicht merkst du während der Wehen, dass du dich gerne hinknien oder ein Bad nehmen möchtest. Du entscheidest in diesen Momenten, was dir guttut. Im Liegen können viele Frauen gut entspannen. Knien oder kauern vergrößert den Durchmesser des Beckens und Beeinflussen die Geburt positiv. Sitzt du auf einem wippenden Gymnastikball entlastest du deinen Rücken. Wenn Du dir gerade nicht sicher bist, dann frag ruhig die Hebamme an deiner Seite. Sie wird dir verschiedene Stellungen zeigen und mit dir gemeinsam die Körperhaltung finden, die in diesem Moment für dich am angenehmsten ist.

Ab in die Badewanne

Ein Bad während der Wehen ist für viele Frauen sehr entspannend – auch wenn du keine Wassergeburt möchtest. Kein Wunder, dass die Wanne mittlerweile in den meisten Kreißsälen zur Standardausstattung gehört. Das Wasser nimmt durch den Auftrieb den Druck von deinen Gelenken, dein ganzer Körper fühlt sich leichter an. Die Wärme lockert deine Muskulatur. Du darfst deinen Mann übrigens gern in die Wanne mitnehmen und dich an ihn lehnen. Für viele Paare ist dieser Moment kurz vor der Geburt, gemeinsam im warmen Wasser, Haut an Haut, besonders intim und wertvoll. Auch während der Geburt darf dein Mann mit dir im Wasser bleiben – wenn ihr beide das wollt.

Ätherische Öle helfen bei der Geburt

Duftlämpchen sind keine Seltenheit mehr in Kreißsälen und Wehenzimmern. Denn Düfte erreichen über den Geruchssinn den Teil des Stammhirns, der dir beim Loslassen und Entspannen hilft, erklärt die Berliner Hebamme Karee Dannhauer in ihrem Buch „Guter Hoffnung“. Dabei ist es egal, ob du sie als Massage-Öl oder Zusatz für die Duftlampe zum Einsatz bringst. Laut Dannhauer sind diese drei ätherischen Öle besonders gut für die Geburt:

-          Jasmin: „Das wirkt schmerzlindernd und euphorisierend und stärkt dein

            intuitives, emotionales und körperliches Verhalten.“

-          Rose: „Sie stärkt die Herzintelligenz, wirkt wärmend und löst Blockaden.“

-          Muskatellersalbei: „Er löst Anspannungen und Verkrampfungen, körperlich wie seelisch.“

Mit Musik durch die Wehen

Viele moderne Kreißsäle sind mit Stereoanlagen ausgestattet. So steht dem chilligen Geburts-Soundtrack nichts mehr im Wege. Stelle Dir während der Schwangerschaft eine Playlist mit deinen Lieblingsliedern zusammen. Vielleicht willst du dich anfangs auch mit einem Hörspiel ablenken? Unser Tipp: Nimm eine schnelle, rockige und eine ruhige, softe Playlist mit zur Geburt und entscheide spontan, welche Klänge dir bei den Wehen guttun. Du brauchst einfach nur Ruhe? Dann bleibt der Lautsprecher eben stumm.

PDA oder nicht

Versuche, dem Thema PDA gegenüber offen zu bleiben und dich nicht schon im Vorfeld festzulegen. Manche Frauen wollen unbedingt ohne PDA gebären, sind dann aber nach vielen Stunden Wehenschmerz unglaublich erschöpft. Damit die Kraft für die Geburt nicht völlig verloren geht, empfehlen einige Hebammen jetzt die Periduralanästhesie. Sie kann dir helfen, wieder zu Kräften zu kommen, da die Wehen erstmal nicht mehr so heftig sind. Aber auch wenn du partout eine PDA möchtest, stellst du vielleicht fest, dass du die Wehen wunderbar veratmen kannst, die Schmerzen besser aushältst als gedacht und die Geburt schnell vorangeht. Vielleicht schaffst du es ja doch ohne Betäubung? Ohne PDA spürst du die Presswehen besser und kannst aktiver mitarbeiten. Wie auch immer du dich entscheidest: Versuche spontan und offen zu bleiben. Erlebe die Geburt und die Wehen Schritt für Schritt und entscheide von Minute zu Minute was dir guttut. Mehr darüber erfährst du in unserem Artikel „PDA – Pro und Contra“.

Der Partner im Kreißsaal

Bitte deinen Partner um aktive Mithilfe. Vielleicht bist du so in deine Wehen vertieft, dass du vergisst, deine Körperhaltung zu ändern oder Musik einzulegen. Auch das mitgebrachte Öl bleibt vielleicht in der Tasche? Besprich mit deinem Mann, was du alles geplant hast. Während der Geburt kann er dich darauf aufmerksam machen und fragen, ob du jetzt beispielsweise deine Lieblingsmusik hören willst. So musst du nicht an alles denken und konzentrierst dich voll und ganz auf dich und dein Kind.

Hilft ein Einlauf vor der Geburt?

Kein Erlebnis greift so tief in deine Intimsphäre ein, wie die Geburt deines Kindes im Kreißsaal. Vor allem während der Presswehen kann es gut sein, dass der Druck auf den Darm so groß wird, dass dieser sich entleert. Für Hebammen und Ärzte ist das völlig natürlich. Es ist sogar ein gutes Zeichen, da das Kind jetzt sehr weit unten im Geburtskanal liegt, mit seinem Körper auf den Darm drückt und somit die Geburt unmittelbar bevorsteht. Die meisten Frauen bemerken den Stuhlgang während der Presswehen gar nicht. Manche hemmt der Gedanke daran, komplett loszulassen. Sollte das bei dir auch der Fall sein, kannst du die Hebamme zu Beginn der Wehen um einen Einlauf bitten. Der Darm wird geleert und du kannst dich entspannen. In manchen Krankenhäusern wird das standardmäßig bei jeder Gebärenden gemacht.

Bleib flexibel

Der wichtigste Tipp für den Kreißsaal: Bleibe flexibel und offen für Neues. Versteife dich nicht auf das, was du dir vorgenommen hast. Vielleicht merkst du im Kreißsaal, dass du einfach nur ganz in Ruhe auf dem Bett liegen willst, ohne Haltungswechsel, Massage oder Musik. Dann ist das völlig in Ordnung. Nimm die Dinge mit, von denen du denkst, sie könnten dir helfen, aber setze sie nicht auf Biegen und Brechen ein. Lebe und atme in den Moment und mach dich frei von allen Erwartungen, die du hattest. Eine Geburt ist immer anders, als du sie dir vorstellst. Versuche im Kopf frei zu bleiben, gib dich dem Lauf der Natur hin und vertraue deinem Körper und deinen ureigenen Instinkten. Und vor allem: Freue dich auf dein Kind. 

Das kannst du alles im Kreißsaal ausprobieren pin

Um den Geburtsvorgang etwas erträglicher zu machen, gibt es einige Möglichkeiten: Aromatherapie, unterschiedliche Positionen, Musik, Schmerzmittel - auch ein Einlauf kann helfen.

MeinSpatz Gezwitscher

Bei einer MeinSpatz Kollegin hat fast nichts von dem geklappt, was sie sich für die Geburt vorgenommen hatte. Sie wollte gerne eine Wassergeburt – da das Baby seinen Kopf aber nicht ins Becken eingedreht hat, musste sie raus aus der Wanne und bekam Schmerzmittel. Sie hat weder ihre warmen Socken, noch ihr Thermalspray benutzt. Und sie hat ihre Tochter im Liegen zur Welt gebracht – Saugglocke und Dammschnitt inklusive – dabei stand nach der Wassergeburt die Hocke ganz oben auf ihrer Liste. Aber am Ende ist das alles egal. 13 Stunden gehen irgendwie vorbei. Es ist ein Wimpernschlag in unserem Leben. Und das gesunde und wunderschöne Ergebnis ist die Hauptsache. Manchmal ist eben doch das Ziel das Ziel und nicht der Weg