PDA: Pro und Kontra

FREITAG, 17.11.2017

PDA bedeutet weniger Schmerzen bei der Geburt – klingt gut. Aber was sind die Vor- und Nachteile dieser Narkose?

Ganz klar: Eine Geburt tut weh! Ganz schmerzfrei wird eine werdende Mutter sie nicht erleben. Aber es gibt die Möglichkeit mit Hilfe der Periduralanästhesie – kurz: PDA – deine Schmerzen zu lindern. Wir stellen dir das Für und Wider vor …

Was passiert bei der PDA?

Wenn die PDA zum Einsatz kommt, muss die Geburt bereits in vollem Gange sein. Dann spritzt der Narkosearzt der werdenden Mutter ein Betäubungsmittel im Epi- oder auch Periduralraum, einem Teil der Wirbelsäule. Der Einstich erfolgt meist zwischen dem dritten und vierten Lendenwirbel. Hier liegen die Nervenfasern für den Unterbauch und die Beine, der Schmerz wird an dieser Stelle blockiert und die Information nicht zum Gehirn transportiert. Eine Gefahr für das Rückenmark besteht nicht, denn es endet oberhalb dieser Stelle.

Pro

Eine Geburt dauert oft mehrere Stunden. Bei einem besonders langwierigen Geburtsvorgang verschafft dir die PDA eine Atempause und vorübergehende (zumindest beinahe) Schmerzfreiheit. Ist der Weg nach draußen für dein Kind beschwerlich, weil du verkrampfst oder das Becken sehr eng ist, hilft dir die Entspannung, loszulassen und deinem Baby den Durchtritt zu erleichtern. Dank der exakten Dosierung durch den Narkosearzt bleibt dir auch das Gefühl für die Presswehen erhalten. So erlebst du die Geburt ganz bewusst mit, was wiederum später das Stillen erleichtert. Wird der Einsatz weiterer Hilfsmittel wie Saugglocke oder Geburtszange spontan erforderlich, spart man wertvolle Zeit für die Betäubung, da sie durch die PDA bereits gegeben ist. Auch beim Kaiserschnitt greifen Mediziner heute gerne auf diese Methode zurück, da die werdende Mutter auf diese Weise ebenfalls die Geburt bewusst miterlebt. Bei einer Vollnarkose muss der entbindende Arzt schnell handeln, damit das Baby beim Eingriff nicht zu viel vom Betäubungsmittel abbekommt.

Kontra

Du bist bekennender Nadelphobiker? Dann wirst du diesen Teil sicher scheuen: In manchen Fällen muss der Arzt mehrfach stechen bis der Zugang richtig sitzt. Und du darfst auch nicht vergessen, dass grundsätzlich jeder Eingriff auch gesundheitliche Risiken birgt. Das Betäubungsmittel hemmt deine körpereigenen Wehen, die dann häufig per Wehentropf neu stimuliert werden müssen. Ist das Mittel zu hoch dosiert, kannst du Gefühl für die Wehen verlieren. Die Folge: Die Presswehen verlängern sich, da du sie nicht mehr selbst steuern kannst und auf die Ansage des Arztes angewiesen bist. Oft kommen final Zange oder Saugglocke zum Einsatz. Auch kann aufgrund der erweiterten Gefäße ein Blutdruckabfall auftreten, dein Kreislauf sackt ab, Übelkeit und Schwindelgefühl treten auf. In manchen Fällen ist die frischgebackene Mutter mehrere Tage nach der Geburt ans Bett gefesselt.

Wie auch immer du dich entscheidest: Dein Baby wirst du so oder so auf die Welt bringen. Ob mit PDA oder ohne.

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Der medizinische Fortschritt kann dabei helfen, eine Geburt besser zu ertragen: Aber was bringt eine PDA wirklich?

MeinSpatz Gezwitscher

Wie schmerzhaft ist eine PDA? Eine Kollegin aus der Redaktion beschreibt ihre Erfahrung: „Da es bei der Geburt meiner Tochter Komplikationen gab und meine Kräfte schwanden, rieten mir die Ärzte zur PDA. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich starke Schmerzen und den „Pieks“ des Anästhesisten habe ich kaum bemerkt.“