Selbstbestimmt und sicher: Gebären im Geburtshaus

DIENSTAG, 03.07.2018

Gebären im Geburtshaus ist für viele Frauen ein Mittelweg zwischen Haus- und Klinikgeburt. Die wichtigsten Fakten.

Die Sicherheit der Klinik oder die Selbstbestimmtheit der eigenen vier Wände – für viele gibt es nur das eine oder das andere, wenn sie den perfekten Ort für die bevorstehende Geburt suchen. Doch auch das Gebären im Geburtshaus wird immer attraktiver. Ein Mittelweg zwischen Klinik- und Hausgeburt, der viele Vorteile vereint.

Was macht ein Geburtshaus aus?

Im Geburtshaus findest du alles unter einem Dach. Hier wirst du als Schwangere vor, während und nach der Geburt betreut. Außerdem werden verschiedene Kurse angeboten. Oft gibt es außerdem eine Schreiambulanz. Übrigens: Auch Schwangere, die nicht im Geburtshaus entbinden, können diese Angebote nutzen.

Die Geburt im Geburtshaus

Das Geburtshaus ist eine familiäre Alternative zur Klinik. Eine Geburt findet dort ohne viel technischen Schnickschnack und meist nur mit deiner Hebamme statt. In einem Geburtshaus entbindest du in wohnlicher Atmosphäre und kannst selbst entscheiden, wie du dein Baby zur Welt bringen willst. Du und dein Kind bestimmen das Tempo und den Ablauf. Es stehen verschiedene Hilfsmittel wie Gebärwanne, Hocker und Seil zur Verfügung. Meist können nur wenige Frauen gleichzeitig im Geburtshaus ambulant entbinden. In großen Häusern wird eine stationäre Wochenbettbetreuung angeboten. Wie auch bei einer Hausgeburt musst du im Geburtshaus auf PDA und Co. verzichten. Hebammen stehen allerdings verschiedene natürliche Mittel zur Schmerzreduktion zur Verfügung.

1:1-Betreuung von deiner Hebamme

Wenn du im Geburtshaus entbindest, kannst du dich bei Vorsorge, Geburt und Nachsorge auf deine persönliche Hebamme verlassen. Das schafft ein Vertrauensverhältnis, das bei Klinikgeburten durch wechselndes, oft fremdes, Personal kaum möglich ist. Auch steht dir deine Hebamme bei der Geburt meist durchgehend zur Seite und muss sich nicht um andere Gebärende kümmern. Oft wird am Ende noch eine zweite Hebamme hinzugeholt.

Komplikationen und Notfälle

Wie auch bei einer Klinik- oder Hausgeburt sorgt sich deine Hebamme um deine Sicherheit und die deines Babys. Durch zum Beispiel Sauerstoffgerät und CTG sind die Sicherheitsstandards und Hygienebedingungen allerdings besser als bei einer Hausgeburt. Die Notfallversorgung ähnelt der einer kleinen Klinik. Bei Komplikationen vor, während oder nach der Geburt wirst du in das nächstgelegene Krankenhaus verlegt. Verlegungsgrund ist dabei meist die Erschöpfung von Mutter und Kind. Echte Notfälle gibt es nur sehr selten.

Medizinische Betreuung deines Babys

Im Geburtshaus gibt es keine Notfallstation für Babys. In Ausnahmesituationen leistet deine Hebamme erste Hilfe und ruft den Notarzt, der dein Baby in die nächste Kinderklinik bringt.

Voraussetzungen

Gesunde Schwangere mit normalem Schwangerschaftsverlauf können jederzeit im Geburtshaus entbinden. Es gibt aber Ausschlusskriterien, die von Einrichtung zu Einrichtung variieren. Ob du in einem Geburtshaus gebären darfst, musst du also vor Ort und am besten auch mit deinem Frauenarzt abklären.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten einer Geburt im Geburtshaus werden, wie bei der Klinikgeburt, von der Krankenkasse übernommen. Die Gebärende muss lediglich für die Rufbereitschaft ihrer Hebamme aufkommen. Doch auch diese wird teilweise von der Krankenkasse übernommen.

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Eine Geburt ist eine Naturgewalt, die über eine Frau hereinbricht. Man kann sie nicht planen. Worauf du aber schon Einfluss hast, ist der Ort, wo du gebären möchtest. Immer mehr Schwangere wünschen sich eine Geburt im Geburtshaus. 

MeinSpatz Gezwitscher

Für Erstgebärende steht eine Geburt im Geburtshaus oder eine Hausgeburt oft gar nicht zur Debatte. Für sie zählt in erster Linie die Sicherheit von Mutter und Kind. Abgesehen davon, dass Geburten im Geburtshaus statistisch gesehen ebenso sicher sind wie Klinikgeburten, sind es oft Frauen mit einer vorangegangenen schlechten Erfahrung bei einer Klinikgeburt, die das Geburtshaus in Anspruch nehmen. Sie legen Wert auf die Selbstbestimmtheit und Freiheit, die das Geburtshaus Gebärenden bietet. Egal, wie du dich entscheidest: Informiere dich gut über den Ort und die jeweiligen Vor-und Nachteile für deine Geburt. Sie ist ein einmaliges Erlebnis und sollte möglichst so ablaufen, wie du es dir vorstellst.