So sehen Frauen nach der Geburt wirklich aus

MITTWOCH, 20.02.2019 Simone Jung

Frischgebackene Mamis sehen müde aus, ihr Körper ist mitgenommen und die Augenringe sehr dunkel. Und trotzdem sind sie einfach nur wunderschön. Diese Bilder zeigen warum.

In der Werbung sehen wir glückliche Mütter, die strahlend ihr Neugeborenes stillen und geduldig in den Schlaf wiegen. Diese Mamas sind wunderschön anzusehen! Sie sind schlank, als hätten sie nie auch nur ein einziges Baby ausgetragen. Ihre Haut ist makellos oder Augenringe und Co. sind zumindest mit perfekt aufgetragenem Nude-Make-up kaschiert. Die Frisur sitzt, jedes einzelne Haar liegt an Ort und Stelle und auch von Schlafmangel ist weit und breit nichts zu sehen. Nein, Mutter und Kind geht es einfach nur gut. Doch den Realitäts-Check besteht dieses Heile-Welt-Szenario auf keinen Fall. 

Gib dir und deinem Bauch Zeit

Hurra, dein Baby ist endlich da! Doch mit der Geburt verschwindet nicht etwa der Schwangerschaftsbauch auf wundersame Weise. Wie sollte er auch! Neun Monate lang war er für deinen Spatz ein Heim, hat sich mit ihm ausgedehnt, ihn eingehüllt und rundum beschützt. Nun fühlt er sich weich an und wabbelig, vielleicht ist durch die Ausdehnung das Gewebe an manchen Stellen eingerissen. Jetzt darf dein Bauch sich auch wieder etwas Zeit lassen, um langsam in seine ursprüngliche Form zurück zu schrumpfen. Wobei er wahrscheinlich nie wieder ganz genauso sein wird, wie vor der Geburt deines Spatzes.

Und dann ist da noch der Wochenfluss. Etwa sechs bis acht Wochen musst du dicke Binden und enge Netzunterhosen tragen. Fühlt sich fast an wie eine Mama-Windel – und sieht auch ähnlich unsexy aus!

Dein Bauch trägt stolz die Zeichen der Geburt

Ja, dein Bauch geht ganz langsam wieder zurück, dennoch wirst du vielleicht nicht alle Zeichen deiner Schwangerschaft loswerden. Das ist auch okay, denn du darfst stolz sein auf deinen Spatz und was dein Körper bei seiner Geburt geleistet hat. Auch diese Mami präsentiert selbstbewusst ihren unperfekten After-Baby-Body auf dem Instagram-Account "takebackpostpartum". Vor fünf Monaten hat sie ihr zweites Kind entbunden und findet rührende Worte für ihren Bauch: "Wie kann man das hier als hässlich empfinden? Das ist Mama-Sein. Meine Geschichte, (buchstäblich) auf meinen Bauch geschrieben. So sehen für mich zwei gesunde Babys sowie zwei Fehlgeburten in elf Jahren aus. Jedes Zeichen steht für die Stärke meines Körpers, der Leben erschaffen hat. Jeder Schwangerschaftsstreifen auf meinem Körper steht für jeden Atemzug, jedes Blinzeln, jedes Gähnen, jedes Lächeln. Nach diesen Narben habe ich mich gesehnt."

Wie sehe ich aus? Ist doch total egal!

Ist dein Baby erst einmal bei dir eingezogen, will es rund um die Uhr versorgt werden. Für dich selbst bleibt kaum Zeit, nicht für eine schicke Frisur oder auch nur eine Basis-Make-up. Vorbei sind die Zeiten, in denen du ratlos vor dem Kleiderschrank standest und überlegt hast, was du heute wohl anziehen wirst. Greif dir einfach, was dir in die Hände fällt und schlüpf hinein! Deinem Spatz ist es völlig egal, wie du aussiehst! Und ganz ehrlich? Dir vorerst auch! Optik ist nicht alles, jetzt solltest du erst einmal andere Prioritäten setzen. Vergiss aber nicht, auch ab und zu selbst etwas zu essen. "Sich um sich selbst zu kümmern, ist meist wenig glamourös. Es ist langweilig. Und so sieht es aus", weiß diese Mama und appelliert an andere Frauen: "Du bist auch ein Teil deiner Familie. Gib dir dieselbe Aufmerksamkeit, Liebe und Fürsorge, die du auch den anderen gibst. Du bist wichtig, du wirst gebraucht und auch du zählst."

Du schläfst einfach überall ein!

Wenn dein kleiner Spatz erst da ist, fehlt dir vor allem eins: Schlaf! Je nach Appetit und Lebhaftigkeit deines Sprösslings wirst du deine Nachtruhe gegen ungeregelte Fütterungszeiten eintauschen. Manche Babys gönnen Mama drei bis vier Stunden Schlaf am Stück, andere wollen alle zwei Stunden an die Brust. Und dort bleiben sie gerne mal eine halbe Stunde hängen – pro Seite! Manchmal legst du dich tagsüber sogar einfach während eures gemeinsamen Spiels auf den Boden. Nur mal kurz den Kopf ablegen, die Augen schließen … und du bist weg. Nicht umsonst gilt Schlafentzug als Foltermethode!

Dein Körper tut weh

Du hast Schmerzen, oben, unten, einfach überall. Die Brüste spannen, weil sie voller Milch sind. Die Brustwarzen sind wund, weil dein Baby den Dreh mit dem Trinken noch nicht richtig raus hat oder du einen kleinen Nimmersatt geboren hast, der ständig ran will. Auch untenrum fühlt sich alles kaputt an. Kein Wunder, denn du hast mal eben einen ganzen Babykörper mit einem dicken Köpfchen aus dir rausgepresst. Im Wochenbett sind Eispackungen, Schmerzgels und Mullbinden deine innigsten Begleiter.

Hör auf mit dem Bodyshaming und sei stolz auf deinen Körper!

Ja, dein Bauch mag sich ausgeleiert anfühlen, vielleicht hast du deutlich sichtbare Schwangerschaftsstreifen und die Bikinifigur scheint in unerreichbare Ferne gerückt. Aber hey, dein Körper hat Großartiges geleistet: Er hat ein neues Leben erschaffen! Diese Sechsfach-Mama weiß ihren Mom Bod zu schätzen: "5 Jahre. 6 Babys. 97+ Stunden in den Wehen. 1 Landgeburt. 2 Wassergeburten. 1 geplanter Kaiserschnitt. Das bin ich, aktuell drei Monate nach der Geburt, nicht etwa im fünften Monat schwanger … Jeden Tag erinnere ich mich selbst, welch ein Segen mir geschenkt wurde", schreibt sie. Nach dem Kaiserschnitt konnte sie drei Tage lang nicht aufstehen, leidet nach wie vor an den Folgen der Geburt. Doch sie ist dankbar! "Wir Mütter gehen viel zu hart mit uns ins Gericht, wir wollen, dass unser Körper wieder so aussieht wie vorher, und dabei vergessen wir oft auch, was wir getan haben, wie weit wir gekommen sind und was wir alles erreicht haben." Also, hör auf, dich selbst runterzumachen und sei stolz auf dich und deinen Körper!

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Natürlich geht eine Geburt an einem weiblichen Körper nicht spurlos vorbei. Auch wenn das oft in den Medien suggeriert wird. Wir zeigen dir, wie Mamas nach der Niederkunft wirklich aussehen und warum sich dafür wirklich niemand schämen muss.

MeinSpatz Gezwitscher

Auch eine Mama aus der Redaktion weiß, dass der Körper nach einer Geburt nicht einfach wieder in seine Ursprungsform zurückspringt. In ihrem offenen Erfahrungsbericht erzählt sie, wie anstrengend es für sie war, wieder fit zu werden. 

Simone Jung

Hätte gerne zwei Kinder gehabt, zieht nun ein Einzelkind groß und wartet misstrauisch auf das Einsetzen der Pubertät. Noch probieren die beiden gemeinsam Neues aus, zum Beispiel Fischstäbchen mit Vanillepudding. Der Sohn mag Lego, Star Wars und Nintendo. Die Mama hat eine Schwäche für Horrorfilme, kuschelige kleine Indie-Konzerte, Toffifee – und natürlich für den vorpubertären Sohn.