Vorbereitung auf die Geburt – Wie ein Geburtsplan hilft

MITTWOCH, 07.02.2018

Der Geburtsplan ist eine Checkliste für Schwangere, wie ihre Wunschgeburt verlaufen soll. Wir verraten dir, warum das echt praktisch ist.

Die Kliniktasche ist gepackt, die Erstausstattung beschafft, der Bauch wird immer runder. Manche Schwangere machen sich lieber nicht so viele Gedanken um die eigentliche Geburt, während andere sich beinahe wissenschaftlich darauf vorbereiten.

Egal, welcher Typ du bist – ein Geburtsplan eignet sich für beide: Für die Exakten, die auch in der Ausnahmesituation einer Entbindung nichts dem Zufall überlassen wollen, und für diejenigen, die sich mit dem Ablauf der Geburt kaum auseinandersetzen.

Wozu ein Geburtsplan – es ging doch früher auch ohne?

Ein Geburtsplan regt an, sich mit wichtigen Fragen rund um Wehen, Schmerzmittel und das Stillen zu beschäftigen. Einige Entbindungskliniken und Geburtshäuser bieten Vordrucke an. Aber auch unser Muster-Geburtsplan ist eine Hilfe, dir über die Einzelheiten der Geburt klar zu werden.

Jede Hebamme bemüht sich, den Wünschen der Gebärenden so gut wie möglich zu entsprechen. Hast du einen Geburtsplan, wissen auch die Begleitperson und das wechselnde Klinikpersonal schnell, was du willst. Gerade zwischen den Wehen ist es ein großer Vorteil, die eigenen Vorstellungen nicht erst begründen oder gar diskutieren zu müssen. Und auch für deinen Partner ist es eine gute Sache. Er fühlt sich nicht so hilflos, sondern kann an Hand der Liste dabei mitwirken, deine Wünsche zu erfüllen. Und nicht zuletzt ist der Plan auch eine Erinnerungsstütze. Denn bei der Entbindung wird deine ganze Konzentration auf deinem Körper und den Wehen liegen.

Trotz Vorüberlegungen - nicht alles ist planbar

Bei zwingenden medizinischen Gründen werden sich Hebamme und Arzt nicht exakt an den Geburtsplan halten können. Er definiert jedoch immer dann die Prioritäten, wenn die Entbindung wie erwartet verläuft. Rechtlich bindend ist der Geburtsplan nicht, Abweichungen lassen sich nicht einklagen.

Unnötige Angaben, wie der geplante Vorname des Babys, müssen genauso wenig im Geburtsplan vermerkt werden wie Informationen über Schwangerschaftswoche, Blutgruppe oder Probleme in der Schwangerschaft. Diese medizinischen Details gehen eindeutig aus dem Mutterpass hervor. Und natürlich kannst du deine Meinung während der Entbindung immer noch ändern. Das wichtigste bei einer Geburt ist es ja gerade flexibel zu bleiben und auf die Umstände einzugehen.

 

MeinSpatz Muster-Geburtsplan

Wo will ich entbinden?

Ich will im Krankenhaus entbinden

mit angeschlossener Säuglings-Intensivstation

Ich will im Geburtshaus entbinden

Ich will zu Hause entbinden

Wer soll mich betreuen?

Ich habe bereits eine feste Hebamme

    Name:

Ich habe keine feste Hebamme und vertraue der Hebamme in der Klinik

Zur Geburt soll mich begleiten (In den meisten Krankenhäusern ist es nur möglich eine Person zur Begleitung mitzunehmen):

mein Partner

         Name, Mobilfunknummer:

meine Freundin

         Name, Mobilfunknummer:

meine Mutter

         Name, Mobilfunknummer:

außerdem

          Name, Mobilfunknummer:

Niemand

Wenn die Wehen noch nicht stark genug sind:

will ich nochmal nach Hause gehen

in der Klinik bleiben

Wer soll im Falle eines Kaiserschnitts dabei sein?

Partner

Freundin

Mutter

außerdem

niemand

Welche Art der Entbindung will ich?

natürliche Geburt

    notfalls mit Zange

    notfalls mit Saugglocke

    notfalls mit Dammschnitt

Kaiserschnitt

Bei einer natürlichen Geburt will ich:

wehenfördernde Mittel (Wehentropf)

schmerzlindernde Mittel

    nach Absprache mit Hebamme / Frauenarzt

    PDA

    Spinalanästhesie

    Homöopathische Mittel

    Akupunktur

    Akupressur

    andere:

Diese Annehmlichkeiten hätte ich bei der Geburt gern:

 gedämpftes Licht

 Kerzen

 Musik

 ätherische Öle

 Badewanne

 Essen und Trinken

 Ich möchte gerne bei der Geburt meine eigene Kleidung tragen

 Ich möchte gerne nackt entbinden

Soll die Geburt von meiner Begleitung fotografiert oder gefilmt werden?

Wenn es losgeht möchte ich…

keinen Arzt im Praktikum, keine Medizin-Studenten oder anderes Krankenhauspersonal dabei haben

die ganze Zeit meine Kontaktlinsen tragen - es sei denn, ich bekomme einen Kaiserschnitt

Diese Haltung bevorzuge ich für die natürliche Geburt:

ich vertraue den Empfehlungen der Geburtshelfer und probiere sie aus

liegend

     seitlich

     auf dem Rücken

kniend

stehend

auf Händen und Füßen

auf dem Gebärhocker

Wassergeburt im Becken

Wenn verfügbar, würde ich gerne ausprobieren:

Gebärhocker

Geburtsstuhl

Gymnastikball (Pezziball)

Seil

Badewanne

Anderes

Wenn ich pressen soll, möchte ich…

es nach Instinkt machen

Hilfestellung haben, wann und wie lange

Bei einer Vaginalgeburt möchte ich gerne…

einen Spiegel, um auch etwas zu sehen

den Kopf meines Babys berühren, wenn er sichtbar wird

wenn möglich keinen Dammschnitt

dass mein Partner das Baby sofort in Empfang nimmt

Nach der Vaginalgeburt möchte ich gerne…

mein Baby sofort im Arm halten

dass mein Baby mir nur gezeigt wird

dass mein Baby meiner Begleitung übergeben wird

so schnell wie möglich stillen

dass die Nabelschnur erst durchtrennt wird, wenn sie nicht mehr pulsiert

dass mein Partner die Nabelschnur durchtrennt

das Nabelschnurblut spenden

Ich will mein Baby:

stillen

    ausschließlich mit Muttermilch

    auch mit Zufüttern von Beikost

nicht stillen

nicht stillen, aber ihm noch Kolostrum geben

Bei einem Kaiserschnitt möchte ich gerne…

Meinen Partner die ganze Seit an meiner Seite haben

dass der Sichtschutz so niedrig ist, dass ich mein Baby sehen kann, wenn es herausgehoben wird

dass mein Partner unser Kind so schnell wie möglich auf den Arm nehmen darf

dass ich so schnell wie möglich mein Baby stillen kann

Wo soll mein Baby im Krankenhaus sein?

die ganze Zeit mit mir im Zimmer

nur bei mir im Zimmer, wenn ich wach bin

Ich möchte im Krankenhaus bleiben:

so kurz wie möglich

so lange wie möglich

bis es mit dem Stillen klappt

Ich möchte ein Familienzimmer

Mit unserem Geburtsplan bist du gut vorbereitet und hast dir auch schon Gedanken zu den wichtigsten Punkten gemacht. Und wenn es dann doch anders kommt, ist es auch gut! Ein neues Leben ist eben doch nur bedingt planbar …

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Geburtsplan - unnötiger Schnickschnack oder echte Hilfe?

MeinSpatz Gezwitscher

Den Trend zum Geburtsplan gibt es noch nicht lange. Der Hintergrund ist, dass Frauen bei der fortschreitenden medizinischen Entwicklung trotzdem eine selbstbestimmte Geburt ohne viele Eingriffe von außen erleben möchten. Und so eine Wunschliste kann auf jeden Fall eine gute Sache sein, wenn man nicht zu starr daran festhält. Gerade bei der Gabe von Schmerzmitteln oder der Geburtsposition sollte man flexibel in der Situation entscheiden, was das Beste ist.