Was ist eigentlich eine Doula?

MONTAG, 14.05.2018

In Bezug auf Schwangerschaft, Kreißsaal und Geburt geistert in letzter Zeit verstärkt ein Begriff herum, der der Erklärung bedarf. Die Rede ist von der Doula. 

Gehört hast du wahrscheinlich schon mal davon. Aber woher stammt der Begriff „Doula“ eigentlich? Für wen macht eine Doula überhaupt Sinn? Und das Wichtigste: Was genau sind die Aufgaben einer Doula?

Woher kommt der Begriff „Doula“?

Die Bezeichnung stammt aus dem Altgriechischen und heißt übersetzt so viel wie „Dienerin“. Die Doula hat tatsächlich eine sehr lange Tradition, ist aber in ihrer Funktion bei uns bis in die 1990er-Jahre ziemlich in Vergessenheit geraten. Auch wenn sie in der Schwangerschaft und vor der Geburt eine wichtige Rolle für die Mütter in spe spielt, ist sie nicht mit einer Hebamme zu vergleichen. Allerdings werden in Deutschland die Dienste einer Doula in Zeiten des Hebammennotstands immer wichtiger.

Was kann eine Doula?

Die englische Umschreibung „mothering the mother“ drückt ziemlich genau das aus, was die Aufgabe einer Doula ist: nämlich die Mutter zu bemuttern. Ermutigung, Fürsorge und Unterstützung – das ist es, was diese professionellen Geburtsbegleiterinnen den werdenden Mamas anbieten. Wenn du eher ängstlich in deine Schwangerschaft gehst, Stress hast oder eine schwierige Geburt fürchtest, ist eine Doula möglicherweise eine Option für dich. Aber auch wenn du dich in deiner neuen Rolle als (Bald-)Mama ein wenig verloren fühlst, hilft eine Doula. Sie ist in Kommunikations- und Entspannungstechniken geschult und weiß, was in einem Moment der aufkommenden Panik zu tun ist. Die Hand halten, Verständnis zeigen, Sicherheit geben – die Doula konzentriert sich voll auf dich und deine Bedürfnisse in dieser besonderen Lebenslage.

Übrigens ist eine Doula nicht nur für die Mutter da, sondern auch für den Vater. Eine Doula sieht ihre Hauptaufgabe darin, die Eltern möglichst angst- und sorgenfrei auf das Kind vorzubereiten. Sie will Stress nehmen und Mut machen. Eine Doula ist eine Vertrauensperson – für die werdende Mutter, aber auch für den Vater. Gerade wenn der Vater bei der Geburt nicht dabei sein will oder kann, ist die Doula im Kreißsaal eine wichtige Begleiterin. Steht ein Kaiserschnitt an? Auch hier steht die Doula der werdenden Mutter als unterstützende Kraft zur Seite.

Was darf eine Doula nicht?

Eine Doula ist nicht mit einer Hebamme oder einer Krankenschwester zu verwechseln. Sie hat in der Regel keine medizinische Ausbildung. Sie ist also nicht als medizinische Ansprechpartnerin während der Schwangerschaft, bei der Vorbereitung der Geburt und oder bei der Geburt selbst dabei, sondern als psychische Unterstützung. Eine Doula stellt keine Diagnose und darf auch keine Medikamente verordnen. Und auch ganz wichtig: Doulas sind kein Ersatz für Hebammen!

Wann und wie lange ist eine Doula im Einsatz

Meistens gibt es während der Schwangerschaft ein bis zwei Treffen. Dann noch einmal ungefähr zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Rufbereitschaft der Doula: Rund um die Uhr ist sie jetzt für die werdende Mutter da. Nach der Geburt steht die Doula noch für etwa zwei Wochen für Wochenbett-Hausbesuche zur Verfügung.

Was kostet der Dienst einer Doula?

Leider werden die Dienste einer Doula nicht von den Krankenkassen bezahlt. Wenn du dich also von einer Doula begleiten lassen möchtest, musst du das selbst finanzieren. Du solltest mit etwa 400 bis 800 Euro rechnen, abhängig davon, in welcher Region du lebst. Du hast aber auch die Möglichkeit, eine ehrenamtliche Doula-Begleitung zu bekommen. Auf doulas-in-deutschland gibt es die Möglichkeit, einen Antrag darauf zu stellen.

Was ist eine Doula? pin

Ist eine Doula dasselbe wie eine Hebamme? Und was genau macht sie eigentlich? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um den Service der Doula.

MeinSpatz Gezwitscher

Du willst dich von einer Doula in der Schwangerschaft und während der Geburt begleiten lassen? Auf doula-info.de und doulas-in-deutschland findest du hilfreiche Informationen.