Auf so viel Rente musst du als Mama verzichten

MONTAG, 18.03.2019 Julia M.

Kinder zu erziehen ist Arbeit. Viele Frauen verzichten auf einen Teil ihres Einkommens, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Bei der Rente wird ihnen aber genau das dann zum Verhängnis.

Altersvorsorge betrifft jeden

Für die ersten drei Jahre nach der Geburt deines Kindes übernimmt die Bundesregierung die Zahlungen in die Rentenkasse. Für Mütter, die vorher relativ schlecht verdienten, kann sich das sogar lohnen, denn die Beiträge errechnen sich über den Durchschnittsverdienst aller gesetzlich Versicherten. Wer weniger verdiente, bekommt während der Erziehungszeit automatisch mehr in die Kasse eingezahlt. Allerdings müssen Frauen, die vor der Mutterschaft besser verdienten, dann damit leben, dass sie für diese drei Jahre in der Rente schlechter gestellt werden. In jedem Fall zahlt der Bund drei Jahre lang – ganz gleich ob du während dieser Zeit als Mama zu Hause bist, Teil- oder Vollzeit arbeitest.

Doch woran liegt es nun, dass die Rentenlücke vor allem Mütter betrifft? Immerhin halten sie doch ihren Männern in dieser Zeit den Rücken frei. Denn auch wenn es immer mehr Papas gibt, die sich Elternzeit nehmen – in den meisten Fällen werden zwei Monate dabei nicht überschritten. Und somit haben Männer auch keine finanziellen Einbußen, wenn es um die Rente geht. Zumindest nicht wegen der Familiengründung.

Problemfall "doppelte Vergesellschaftung"

Ein Grund für diese Ungerechtigkeit in der Altersvorsorge ist die sogenannte "doppelte Vergesellschaftung" von Frauen. Das heißt: Du gehst einem Beruf nach, bist aber weiterhin für einen Großteil der nicht bezahlten Hausarbeit und Kinderbetreuung verantwortlich. Wie der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung zeigt, erledigen Frauen in Beziehungen mit Kindern rund 80 Prozent der Sorgearbeit. Kritisch wird es für alle Mamas, die nach den 36 Monaten kein weiteres Kind bekommen, sich aber dennoch dafür entscheiden, weiter zu Hause zu bleiben oder Teilzeit zu arbeiten. Hier kommt es dann zum Rentenknick: Denn sowohl das fehlende Gehalt, als auch die fehlende Einzahlung auf ein Rentenkonto sorgen für die späteren finanziellen Einbußen. Eine Studie des Prognos-Instituts hat ausgerechnet, dass der finanzielle Unterschied zwischen Frauen mit Kindern und ohne Kinder zwischen 230 und 160 Euro monatlich beträgt – je nach beruflichem Status. Die genauen Zahlen und Untersuchungsergebnisse findest du hier.

Möglichst früh mit dem Sparen beginnen

Auch wenn die Rente scheinbar noch in ferner Zukunft liegt: Es ist jetzt schon wichtig, dass du dir Gedanken über deine Altersvorsorge machst. Doch in welcher Form sollte das geschehen?

Freiwillige Rentenbeiträge: Als freiwillig Versicherter kannst du Anzahl und Höhe der monatlichen Beiträge selbst bestimmen, dabei wird deine Rente um eine bestimmte Summe erhöht. Wenn dein Ehemann gut verdient, kannst du natürlich auch durch das Einkommen deines Partners freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Riester-Rente: Sie ist eine durch staatliche Zulagen und durch Sonderausgabenabzug geförderte, grundsätzlich privat finanzierte Rente. Zu den Vorteilen gehören staatliche Förderung durch Zulagen und Steuervorteile. Für Mütter sind eventuell die Kinderzulagen interessant, die zwischen 185 und 300 Euro jährlich pro Kind liegen.

Minijob: Hier zahlst du automatisch einen Teil der 450 Euro in die Rentenversicherung ein. Der Arbeitgeber gibt 15 Prozent, die Minijobberin 3,7 Prozent und kommt so auf den Beitragssatz von 18,7 Prozent, was bei einem 450 Euro-Job rund 16 Euro pro Monat ausmacht.

Vorsorgevertrag: Eine weitere Option ist es, durch das Abschließen eines privaten Vorsorgevertrages eine Möglichkeit der indirekten Riesterförderung über den Ehemann zu bekommen.

Fakt ist: Als Mama erhält du, Stand jetzt, einmal eine geringere Rente. Damit du aber im Alter trotzdem entspannt leben kannst, solltest du egal wie, für eine zusätzliche Altersvorsorge sorgen. Denn nur eines ist derzeit sicher: Wenn du in Rente gehst, wird nichts mehr so sein, wie du es noch von deinen Eltern und Großeltern kennst.

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Viele Mamas bleiben erst Mal zu Hause um sich um das Kind zu kümmern. Nach 1-2 Jahren steigen sie dann "nur" in Teilzeit wieder ein. Was die Meisten aber vergessen: Das bedeutet saftige Einbußen bei ihrer späteren Rente.

MeinSpatz Gezwitscher

Eine Mama aus der Redaktion erzählt: "Mir macht es Angst, wenn ich daran denke, wie wir später über die Runden kommen sollen. Wir haben zwar zum Glück ein eigenes kleines Häuschen, aber auch das will unterhalten werden. Wobei, wenn ich ehrlich bin: Im Moment ist es mir wichtiger, dass meine Kinder haben was sie brauchen und dass wir ihnen eine gute Ausbildung finanzieren können. Was später kommt weiß niemand. Ich fände es aber gut, wenn Mamas sich über solche Themen mehr Gedanken machen würden."

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.