Eltern ohne Schwangerschaft: Adoptivkinder

MITTWOCH, 22.11.2017

Ihr spielt mit dem Gedanken, ein Kind zu adoptieren oder habt euch bereits für eine Adoption entschieden? Dann steht euch ein langer Weg bevor, an dessen Ende (hoffentlich) euer Kind auf euch wartet!

Für eine Adoption brauchst du vor allem eins: langen Atem! Und keine Scheu davor alles von euch offenzulegen. Vorausgesetzt, es handelt sich nicht um Stiefkinder oder ein bereits von deinem Partner adoptiertes Kind.

Inlandsadoption

Grundsätzlich habt ihr die Wahl zwischen einer Inlands- und einer Auslandsadoption. Die Chancen, ein deutsches Baby zu adoptieren, stehen allerdings nicht sehr gut, da es viel mehr potentielle Adoptiveltern gibt als Kinder. Dafür halten sich die Kosten für Führungszeugnisse und Beglaubigungen im Rahmen. Für die Vermittlung selbst, die über das Jugendamt, die Landesjugendämter und anerkannte Adoptionsvermittlungsstellen (z. B.  Caritas oder der Diakonie) erfolgen, braucht ihr nichts zu bezahlen.

Genaue Prüfung

Zunächst wird eure Bewerbung als Adoptiveltern eingehend geprüft. Dabei werdet ihr und euer Umfeld genau unter die Lupe genommen. Das Jugendamt schaut sich unter anderem eure finanzielle Situation und eure Wohnverhältnisse an und verlangt ein Gesundheitszeugnis. Leidet oder litt einer von euch beispielsweise unter einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung, werdet ihr ziemlich sicher als Bewerber ausscheiden.

Für eine Adoption müsst ihr älter als 25 Jahre sein. Seid ihr bereits über 40, solltet ihr euch überlegen, ein älteres Kind zu adoptieren, damit sich eure Chancen erhöhen. Seid ihr jünger, kommt ihr auch als Adoptiveltern eines Säuglings in Betracht. Habt ihr diese Hürden alle überwunden, heißt es erstmal warten, bis ein Kind für euch gefunden wurde. Im Durchschnitt dauert das etwa sechs bis zwölf Monate. Das kommt dann für ein Jahr in „Adoptionspflege“ zu euch, bevor endgültig über die Adoption entschieden wird.

Auslandsadoption

Ihr wollt ein Kind aus dem Ausland adoptieren? Dann müsst ihr nicht nur noch mehr Geduld aufbringen, sondern auch viel mehr Geld. Durchschnittlich kostet eine Auslandsadoption nämlich 15.000 Euro. Vermittlungsgebühr, Beglaubigungen sowie Reisen – beispielsweise zu Gerichtsverfahren – sind ganz schön teuer.

Dürft ihr adoptieren?

Anlaufstelle für Auslandsadoptionen sind ebenfalls die anerkannten Vermittlungsstellen. Zunächst gilt es, das Eignungsverfahren beim Jugendamt zu überstehen. Allerdings gelten – je nach Land, aus dem ihr adoptieren wollt – unterschiedliche Kriterien und Gesetze. In manchen Ländern müssen die potentiellen Adoptiveltern ein Gerichtsverfahren über sich ergehen lassen, bevor sie das Kind zu sich nehmen dürfen. Andere Länder schreiben vor, dass die Adoptiveltern erst eine Zeitlang in dem Herkunftsland des Kindes gelebt haben müssen, bevor sie adoptieren dürfen. Bis zu zwei Jahre dauert es, bevor ihr bei einer Auslandsadoption euer Kind in die Arme schließen dürft. Spätestens in dieser Zeit, solltet ihr euch eingehend mit Sprache und Kultur eures Kindes beschäftigen.

Einfach ist es meistens nicht, mit einem adoptierten Kind zu leben. Einige Kinder sind traumatisiert, andere stammen aus einem vollkommen anderem Kulturkreis. Doch wenn du und dein Partner bereit seid, euch auf das Abenteuer Adoption und vor allem auf euer Kind einzulassen, ist es ein Geschenk für beide Seiten!

Wie funktioniert eine Adoption?

Beinahe jedes 10. Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Adoption ist eine Möglichkeit das zu ändern.

MeinSpatz Gezwitscher

Informationen zur Adoption und Vermittlungsstellen findest du zum Beispiel auf familien-wegweiser.de, einem Informationsportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.