Fruchtbarkeitstest: Wie viel Zeit habe ich noch?

DIENSTAG, 25.12.2018

Wie viel Zeit habe ich noch, um schwanger zu werden? Wir verraten, wie die Bestimmung deiner Eizellenreserve dir die Antwort liefert. 

Fragst du dich auch, ob du noch genug Zeit für dein Wunschkind hast? Klar, je älter du wirst, desto schwieriger ist es, schwanger zu werden. Doch wie lange eine Frau fruchtbar ist, ist individuell verschieden. Sogenannte Tests zur Eizellen- oder ovariellen Reserve sollen voraussagen, wann du spätestens mit dem Kinderkriegen loslegen solltest. Wir erklären, wie diese Tests funktionieren und wie sie dir bei deiner Familienplanung helfen können.

Deshalb nimmt deine Fruchtbarkeit ab

Schon als Embryo werden im weiblichen Körper unzählige Eizellen gebildet, von denen ein Großteil allerdings bis zur Pubertät abstirbt. Neue Eizellen bildet der Körper nicht nach. Das heißt, jede Frau hat genügend Eizellen für eine bestimmte Anzahl an Zyklen zur Verfügung. Doch diese sind irgendwann aufgebraucht. Schon vor der Menopause werden Zyklen ohne Eisprung immer häufiger und eine Schwangerschaft damit unwahrscheinlicher, die Fruchtbarkeit nimmt ab. Jetzt aber keine Panik, immerhin werden viele Frauen auch mit 40 plus noch Mami. Allerdings häufig nicht auf natürlichem Weg. Ab 35 liegt die Wahrscheinlichkeit pro Zyklus schwanger zu werden durchschnittlich bei 16 %.

So stellt der Arzt fest wie viele Eizellen du noch hast

Wenn du es genauer wissen willst, mach einen Termin bei deinem Arzt. Er verbindet in der Regel zwei Untersuchungen, um deine Eizellenreserve zu bestimmen. Das ist zum einen die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut. Ist dessen Konzentration niedrig, kann das darauf hinweisen, dass die Eizellenreserve zur Neige geht. Auch die Hormone FSH und Östrogen werden gemessen. In einem zweiten Schritt untersucht dein Arzt mittels vaginalem Ultraschall Größe und Anzahl der Eibläschen. Die Kombination aus beiden Methoden kann eine grobe Einschätzung ermöglichen, wie lange du ungefähr noch fruchtbar bist. Allerdings liefert der Test keinen exakten Zeitpunkt und ist auch nicht zu 100 Prozent genau. Er hilft dir lediglich besser einzuschätzen, wie viel Zeit du dir noch lassen kannst, um schwanger zu werden. Kein Wunder also, dass diese Tests umstritten sind. Entscheidend für deine aktuelle Fruchtbarkeit ist nämlich nicht nur die Zahl, sondern die Qualität deiner Eizellen. Diese hängt zwar von deinem Alter, aber auch von deinem Lebenswandel ab. So wirken sich zum Beispiel Rauchen und starkes Übergewicht negativ auf deine Fruchtbarkeit aus.

Dann ist der Test sinnvoll

Als gesunde Frau mit Kinderwunsch im gebärfähigen Alter musst du dich erstmal noch nicht so einem Test unterziehen. Er wird vor allem Frauen empfohlen, die kurz vor einer Kinderwunschbehandlung stehen. Mit den Erkenntnissen der Untersuchungen ist es möglich die Hormone, die dir der Arzt gibt, um den Eisprung zu regulieren, besser zu dosieren. Außerdem hilft die Zahl deiner Eizellen, das weitere Vorgehen bei künstlicher Befruchtung oder Social Freezing zu bestimmen. Möchtest du den Test machen lassen, ist dein Frauenarzt der beste Ansprechpartner. Ohne medizinische Begründung ist die Bestimmung der ovariellen Reserve allerdings eine Wahlleistung und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Die meisten Tests kosten um die 150 Euro.

Welche Alternativen gibt es?

Wenn du auch ohne Test einschätzen können willst, wie viel Zeit dir noch für die Familienplanung bleibt, hilft auch ein Blick auf deine Familiengeschichte. Eine Studie der European Society of Human Reproduction and Embryology hat vor einigen Jahren ergeben, dass die Eizellenreserve erblich bedingt sein könnte. An der Universität von Kopenhagen wurden dafür 863 Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Abnahme der Fruchtbarkeit bei den Frauen mit dem Alter zusammenhing, in dem ihre Mütter in die Wechseljahre kamen. Sprich, waren die Mütter schon früh in die Menopause gekommen, war auch bei den Töchtern schon in jungen Jahren die Eizellenreserve nicht mehr allzu groß. Der Rückgang der Fruchtbarkeit beginne, laut Forscherin Janne Bentzen, in der Regel 20 Jahre vor der Menopause. Wenn deine Mutter also mit 50 Jahren in die Menopause eingetreten ist, könnte es für dich ab dem 30. Geburtstag langsam mit einer Schwangerschaft schwieriger werden. Den Mut solltest du allerdings nicht verlieren. Denn in Stein gemeißelt ist diese Regel nicht: In der Studie zeigten sich im Einzelfall deutliche Abweichungen von dieser "Faustformel". Und das ist ja das Schöne an uns Frauen: Wir sind alle verschieden.

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Studien zeigen, dass die Fruchtbarkeit bei Frauen ab dem Alter von 35 Jahren deutlich eingeschränkt ist. Mit 40 liegt die Wahrscheinlichkeit pro Zyklus schwanger zu werden bei nur noch 5 %. Aber wie viel Zeit bleibt dir persönlich?

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