Noch nicht schwanger? Entspannt dich, aber richtig!

DONNERSTAG, 01.02.2018

Nichts stresst mehr, als krampfhaft zu versuchen, sich nicht stressen zu lassen. Klar ist aber auch, dass Stress und Druck die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung verringern. Und schon steckst du mittendrin im Teufelskreis. Aber keine Bange: Laut Statistik werden rund 84 Prozent der Frauen innerhalb von zwölf Zyklen schwanger. In zwei Jahren sind es sogar 90 Prozent. Was du und dein Partner also vor allem braucht, ist Geduld und die Erkenntnis, dass eine entspannte Herangehensweise im Normalfall auch zum Erfolg führt. Leichter gesagt als getan, gerade wenn in deinem Umfeld gefühlt alle schwanger werden, außer dir.

Stress beeinflusst die Empfängnis

Zunächst ist es wichtig, den Kopf frei zu bekommen. Denn machst du dir zu viel Druck, erzeugt das Stress und der setzt im Körper bestimmte Hormone frei. Diese wiederum können eine Befruchtung in manchen Fällen erschweren. Courtney Denning-Johnson Lynch, Professorin für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Ohio State University in Columbus, USA, fand in verschiedenen Studien heraus: Frauen mit einer hohen Konzentration an Stressmarkern haben eine um bis zu 29 Prozent geringere Chance, schwanger zu werden, als Frauen, die sich besser entspannen können. Was für uns so klingt, als würde unser Körper verrücktspielen, macht evolutionsbiologisch absolut Sinn. Für die Ur-Frau war es in Krisen-, Flucht- oder Hungerszeiten besser, kein Kind zu bekommen. Daher beeinflusst viel Stress die Empfängnis negativ. So weit, so klar. Nur, wie kommen wir aus der Stressfalle wieder heraus?

Sport, Städtetrips und ganz viel Sex

Das Zauberwort heißt Ablenkung, und zwar mit allem was Spaß macht: Ein Abend im Lieblings-Restaurant, romantische Kinobesuche oder Relax-Stunden im Spa und beim Floating lenken den Hauptfokus weg vom Kinderthema. Absolut empfehlenswert sind kurze Mini-Urlaube. Städtetrips geben euch neuen Input, und ein Wochenende in den Bergen macht den Kopf frei. Eine neue Sportart stärkt deinen Körper für die bevorstehende Schwangerschaft und schenkt dir ein gutes Körpergefühl – du vertraust wieder auf deine eigene Kraft und darauf, was dein Körper zu leisten imstande ist. Der schönste Tipp: Schlaft miteinander! So oft ihr wollt, so oft es geht, vor allem abseits des Fruchtbarkeitsplan – denn regelmäßiger Sex entspannt nicht nur und bringt dich deinem Partner näher, er steigert die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung auch während der unfruchtbaren Tage. Warum? Ganz einfach: Frauen die oft Sex haben beeinflussen damit ihr Immunsystem positiv und machen es so den Spermien leichter, die weibliche Immunabwehr auf dem Weg zur Eizelle zu überwinden.

Stress in Job und Alltag reduzieren

Zu hohe Anforderungen im Job, Überstunden und zu viele Aufgaben im Alltag – und schon steigt das Stresslevel und der Körper reagiert mit Bluthochdruck und Verspannungen. Keine gute Voraussetzung, um schwanger zu werden. Da hilft nur eines: Sprich mit deinen Kollegen und deinem Chef darüber. Natürlich musst du nicht explizit erwähnen, dass ihr an einem Kind arbeitet. Aber vielleicht kannst du ein paar Aufgaben abgeben? Überlege dir, wo die Stressfaktoren in deinem Alltag liegen. Musst du die Wohnung wirklich täglich staubsaugen? Nein! Nimm dir Zeit für dich. Ein warmes Bad, deine Lieblingsschokolade, ein gutes Buch – das alles macht glücklich. Relaxen ist sowieso grade total in. Also spring auf den Wellness-Zug auf. Gönn dir eine Massage oder eine Pediküre. Eigne dir eine Entspannungstechnik an: Schon zehn Minuten Yoga, Meditation oder auch autogenes Training pro Tag helfen dir, neue Kraft zu tanken. So tiefenentspannt zeigst du deinem Körper, dass physisch und mental alles bereit ist für Nachwuchs.

Lass dich durchchecken

Du hast Angst, dass es mit dem Baby nicht klappen könnte? Dann lass dich durchchecken. Dein Hausarzt oder Gynäkologe stellt fest, ob du fit bist und kann dir hilfreiche Tipps mit auf den Weg geben. Er wird dir auch erklären, dass es einige Zeit dauern kann, ein Kind zu zeugen und das völlig normal ist. Vielleicht empfiehlt dir dein Arzt Präparate wie Vitamine und Mineralstoffe, die deinen Körper auf eine Empfängnis vorbereiten. Ganz bestimmt aber schenkt dir ein Vorab-Gesundheitscheck die Zuversicht, dass rein körperlich erstmal alles für eine erfolgreiche Empfängnis spricht.

Wenn Entspannung nichts nützt

Natürlich ist es möglich, dass der Arzt eine körperliche Ursache findet. Für eine verzögerte Schwangerschaft ist meistens keine vollständige Unfruchtbarkeit verantwortlich, sondern eine vorübergehende Fruchtbarkeitsstörung. Mehr darüber erfährst du in unserem Artikel „Es klappt nicht mit dem Baby? So wird es doch noch was“. Und manchmal ist auch eine Behandlung nötig, um euch den Kinderwunsch zu erfüllen. Mit Hilfe modernen Medizin, muss das eigene Baby kein Wunschtraum bleiben: „So kannst du dich bei Kinderlosigkeit behandeln lassen“.

Gib dir Zeit

Aber was du dir und deinem Partner als erstes geben solltest ist Zeit. Auch wenn es schwer ist. Auch wenn du vielleicht schon eine Fehlgeburt erleiden musstest. Auch wenn Freundinnen von dir schon im ersten Zyklus schwanger geworden sind. Wünsch deiner Vergangenheit alles Gute und starte noch mal neu. Ohne Stress. Ein bisschen entspannter. Du kannst dabei nur gewinnen.

Noch nicht schwanger? Entspannt dich, aber richtig!

Stress ist Gift für deinen Kinderwunsch. Auch wenn du es vielleicht nicht mehr hören kannst: Entspann dich! Wir sagen dir, worauf es dabei wirklich ankommt.

MeinSpatz Gezwitscher

Auch Kolleginnen aus der Redaktion haben diese Erfahrung schon gemacht. Wir wissen wie es ist, wenn man seine Tage bekommt und am liebsten sofort losheulen würde. Wir wissen wie es ist, wenn man versucht sich mit einer Bekannten zu freuen, die gerade schwanger geworden ist, es einen innerlich aber fast zerreißt vor Verzweiflung: Warum nicht endlich ich? Wir wissen wie es ist, wenn man in der Stadt plötzlich nur noch Babybäuche oder Kinderwägen sieht. Leider ist vieles das gut ist, schwierig, bevor es einfach wird. 

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