Ab wann kann ich einen Schwangerschaftstest machen?

FREITAG, 06.09.2019 Lotte L.

Verschiedene Arten von Tests können Gewissheit verschaffen, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht. In diesem Artikel klären wir auf, ab wann bei welchem Schwangerschaftstest mit einem verlässlichen Ergebnis zu rechnen ist.

Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest?

Schwangerschaftstests messen den Anteil des Schwangerschaftshormons hCG (Humanes Choriongonadotropin) im Blut. Sobald sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet, fängt die Fruchtanlage an, hCG zu produzieren. Das Hormon verhindert, dass die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen wird und die Menstruationsblutung einsetzt. Außerdem regt es die Produktion der Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen an. Während der ersten Schwangerschaftswochen steigt die Konzentration von hCG deutlich an. Das Schwangerschaftshormon ist schon in sehr geringen Mengen zuerst im Blut und dann auch im Urin nachweisbar.

Ab wann liefert ein Schwangerschaftstest ein zuverlässiges Ergebnis?

Ab wann man eine Schwangerschaft zuverlässig nachweisen kann, hängt von der Art des verwendeten Schwangerschaftstests ab.

1.       Urintest

Ein Urin-Schnelltest in Form eines Selbsttests ist der wohl üblichste Weg, eine Schwangerschaft festzustellen. Kommen die in Teststreifen befindlichen hCG-Antikörper mit dem Schwangerschaftshormon im Urin in Berührung, verfärbt sich der Teststreifen, d.h. entweder erscheint ein weiterer Strich, ein Plus oder das Wort „schwanger“.

Die Sensibilität eines Urintests ist auf der Packung in mIU/ml (milli-International Unit pro Milliliter) angegeben. Gängige Tests haben eine Empfindlichkeit von 20 bis 25 mIU/ml.

In der Regel wird die Verlässlichkeit eines Urintests mit 90 bis 99% ausgewiesen. Diese Tests kommen etwa 14 Tage nach der Befruchtung der Eizelle zu einem sicheren Ergebnis, also etwa zum Zeitpunkt der fälligen Regelblutung. Spätestens zwei Tage nach dem eigentlichen Beginn der Menstruation liefert ein Urintest ein sehr sicheres Ergebnis, mit einer Zuverlässigkeit von über 99%. Je länger die Schwangerschaft besteht, desto zuverlässiger ist das Ergebnis. Ein gängiger Urintest ist in Apotheken, Drogerien und im Internet erhältlich und kostet zwischen 4 und 10 Euro.

Ist die Periode schon eine Weile überfällig, kann es sinnvoll sein, einen Schwangerschaftstest mit Wochenbestimmung durchzuführen. Dadurch kann man sich noch vor dem Besuch beim Frauenarzt Gewissheit über den zeitlichen Ablauf der Schwangerschaft verschaffen.

2.       Urinfrühtest

Der einzige Unterschied zwischen einem Urin-Schnelltest und einem Frühschwangerschaftstest (auch Pre-Test genannt) liegt in der Empfindlichkeit der Teststreifen. Ein Frühtest hat eine Sensibilität von weniger als 25 mIU/ml und kann hCG bereits ab einer Konzentration von 10 mIU/ml nachweisen. Je niedriger die angegebene Empfindlichkeit ist, desto früher kann der Test eine Schwangerschaft erkennen. Daher ist der Nachweis von hCG im Morgenurin bereits etwa 3 bis 4 Tage vor der zu erwartenden Regel möglich. Allerdings ist Fehlerquote dieser Tests sehr hoch. Daher empfiehlt es sich, auch diesen Test erst nach dem Ausbleiben der Menstruation durchzuführen. Die Urinfrühtests kosten mit 15 bis 20 EURO mehr als die üblichen Urin-Schnelltests.

3.       Bluttest

Anders als der Urintest muss ein Bluttest vom Arzt durchgeführt werden. Er kann eine bestehende Schwangerschaft bereits eine Woche vor der zu erwartenden Regelblutung feststellen. Ein solcher Bluttest wird vor allem bei Kinderwunschbehandlungen gemacht, um schnell Gewissheit über den genauen Wert des hCG zu bekommen und um die Schwangerschaft gegebenenfalls medikamentös zu unterstützen. Üblicherweise wird bei einer Schwangerschaft ohne besonderen Risiken oder vorherigen Auffälligkeiten (wie Fehlgeburten) kein Bluttest vom Frauenarzt vorgenommen.

4.       Ultraschall

Schon in der vierten Woche (etwa eine Woche nach Ausbleiben der Regel) kann man im vaginalen Ultraschall die Einnistung einer Eizelle abbilden, d.h. eine kleine Fruchthöhle wird sichtbar. Ab der sechsten oder siebten Woche lassen sich dann im Ultraschallbild der Dottersack und das Embryo erkennen. Wie der Bluttest wird auch der Ultraschall beim Frauenarzt durchgeführt.

Was sollte ich bei der Anwendung eines Urin-Tests beachten?

Bei einem Frühtest noch vor dem Ausbleiben der Periode ist es wichtig, dass du den Test mit dem Mittelstrahl des Morgenurins durchführst. Denn am Morgen ist die hCG-Konzentration im Urin am höchsten und auch im Mittelstrahl ist das Hormon besonders konzentriert enthalten. Am besten lässt zunächst etwas Urin ab, bevor du etwas davon für den Test auffängst. Wird der Test nach der Fälligkeit der Periode durchgeführt, spielt die Tageszeit beim Testen keine Rolle, da die Konzentration des Hormons im Urin gleichbleibend hoch ist.

Wenn du den Schwangerschaftstest zuhause durchführst, beachte bitte immer genau die Packungsbeilage und folge den Instruktionen des Herstellers. Dort findest du auch Informationen, wie sensibel der Test ist, ab wann er eine Schwangerschaft anzeigen kann, und ob der Zeitpunkt des Testens von Bedeutung ist. Im Zweifelsfall kannst du dich auch von deinem Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Schwanger oder nicht schwanger?

Bei einem zu früh durchgeführten Test besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis falsch-negativ ausfällt. Das heißt, dass der Test ist negativ, obwohl du schwanger bist, weil die Konzentration hCG im Urin für die Messung noch zu gering ist. Lässt die Regel trotz eines negativen Testergebnisses weiter auf sich warten und bleiben möglicherweise Schwangerschaftsanzeichen bestehen, solltest du den Test ein paar Tage später wiederholen.

Auf der anderen Seite ist es auch möglich, dass der Urinfrühtest ein positives Ergebnis anzeigt, obwohl gar keine Schwangerschaft vorliegt. Das kann passieren, wenn zwar eine Befruchtung und Einnistung stattgefunden haben, sich die Fruchtanlage aber anschließend fehlentwickelt. Dann wird die befruchtete Eizelle wieder abgestoßen und geht als Menstruationsblutung ab. Frauen bekommt häufig nichts von einer solchen Befruchtung mit, denn manchmal verschiebt sich nur die Periode. Fällt der Test nur leicht positiv aus, d.h. der Teststreifen verfärbt sich nur geringfügig, gilt dies trotzdem als positives Testergebnis. Es deutet aber auf eine nur geringe Konzentration des hcG-Hormons im Urin hin. Der Test sollte daher zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden. Bei einem positiven Testergebnis sollte ein Frauenarzt zeitnah überprüfen, ob die Einnistung normal verläuft und keine Eileiterschwangerschaft vorliegt.

Ärzte raten daher besonders Paaren mit starkem Kinderwunsch, einen Schwangerschaftstest nicht so früh wie möglich durchzuführen, da die Verlässlichkeit der Tests vor dem Ausbleiben der Menstruation noch vergleichsweise gering ist. Ein falsch-positives Testergebnis kann in diesen Fällen besonders deprimierend sein. Deshalb sollte erst nach dem Ausbleiben der Regelblutung getestet werden.

Fazit

Hofft man, schwanger zu sein, kann das Warten und Hoffen auf ein positives Testergebnis eine echte Herausforderung sein. Doch trotz aller Ungeduld ist frühes Testen nicht unbedingt empfehlenswert, denn Schwangerschaftsfrühtests sind nicht immer zuverlässig. Daher: lieber noch ein bisschen länger mit dem Testen warten, um einem falschen Ergebnis vorzubeugen.

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Schwanger oder nicht schwanger? Ein üblicher Urin-Schwangerschaftstest kommt etwa 14 Tage nach der Befruchtung der Eizelle zu einem sicheren Ergebnis, also etwa zum Zeitpunkt der fälligen Regelblutung.

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Lotte L.

Lebt mit ihrem einheimischen Mann und zwei kleinen Moglis im Norden Thailands. Die berufstätige Mama fühlt sich in ihrer Wahlheimat meistens rundum wohl. Ihre beiden Jungs sind für Lotte zwar auch Ursache chronischen Durcheinanders, von Dauererschöpfung, Schmierfingern am Kostüm und gelegentlichen Identitätskrisen, vor allem aber sind sie Sinn allen Daseins, Quelle unendlichen Glücks und bedingungsloser Liebe.