Ungewollt schwanger – was soll ich tun?

FREITAG, 01.12.2017

Du bist schwanger? Und das, obwohl es nicht geplant war? In dieser Situation versetzt der positive Schwangerschaftstest viele Frauen zuallererst in Panik. Wie soll es jetzt weitergehen?  

Auch wenn dich die ungewollte Schwangerschaft zunächst in einen Schockzustand versetzt: Lass die aufkommenden Ängste zu! Verdrängte Gefühle holen dich immer wieder ein und machen die Situation nicht besser. Nachdem der erste Schock verdaut ist, solltest du dir die Frage stellen, wie es weitergehen soll. Ob du dein Baby austragen oder die Schwangerschaft abbrechen möchtest, ist ganz allein deine Entscheidung. Hilfreiche Unterstützung erhältst du dabei von Beratungsstellen für Schwangere.

Wende dich an eine Schwangerenberatungsstelle

Wenn du das Gefühl hast, dass du mit der Situation alleine nicht zurechtkommst, trau dich und wende dich an eine Schwangerenberatungsstelle. Viele Städte, aber auch karitative Einrichtungen wie beispielsweise profamilia oder die Caritas, bieten Beratungsgespräche an. Dort erhältst du die Möglichkeit, deine Ängste und Sorgen loszuwerden und bekommst – auf Wunsch auch anonym – Unterstützung. Du wirst neutral zum Thema Schwangerschaftsabbruch beraten und dir werden Möglichkeiten aufgezeigt, die du in Anspruch nehmen kannst, wenn du dich für das Baby entscheidest.

Schwangerschaftsabbruch

In deiner Verzweiflung ist der erste Gedanke vielleicht der, die Schwangerschaft abzubrechen. Solltest du dich nach reiflicher Überlegung dafür entscheiden, muss dies bis zur 12. Woche erfolgen. Außerdem musst du eine Schwangerschaftskonfliktberatung in Anspruch nehmen. Dort sprichst du über die Gründe, die dich zur Abtreibung veranlassen und du wirst über die rechtliche Lage aufgeklärt. Die Entscheidung, ob die Schwangerschaft fortgesetzt oder abgebrochen wird, liegt alleine bei dir. Ein Urteil darüber steht keinem zu, da niemand deine individuelle Situation einschätzen kann. Wenn möglich, beziehe trotzdem den Vater in die Entscheidung mit ein. Du kannst nicht wissen wie er reagiert, bevor du ihm nicht von der Schwangerschaft erzählt hast.

Adoption

Wenn du dich gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheidest, du das Baby aber aufgrund deiner Situation nicht selbst aufziehen kannst, besteht die Möglichkeit einer Adoption. So kann das Baby leben und bei Adoptiveltern aufwachsen. Hierbei wird zwischen drei Arten unterschieden. Bei der offenen Adoption hast du regelmäßigen Kontakt zu deinem Kind. Eine halboffene Adoption macht den Kontakt über die vermittelnde Adoptionsagentur möglich. Die dritte Möglichkeit ist die geschlossene Adoption. Hierbei verläuft alles anonym und ohne weiteren Kontakt.

Ja zum Baby

Viele Frauen entscheiden sich bei einer ungewollten Schwangerschaft für das Baby. Schwangerschaftsberatungsstellen klären dich darüber auf, welche finanzielle Unterstützung dir zusteht und wo du Hilfe in Anspruch nehmen kannst. Denn auch wenn eine Schwangerschaft gerade nicht in deine aktuelle Lebenslage passt, gibt es Perspektiven, wie aus einer ungewollten Schwangerschaft das größte Glück der Welt werden kann.

 

In jedem Fall solltest du dir die Zeit nehmen, deine Lebensumstände zu überdenken und dich über die verschiedenen Alternativen ausreichend informieren. Egal wofür du dich letztendlich entscheidest: Es muss sich für dich richtig anfühlen!

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Ein positiver Schwangerschaftstest ist nicht immer ein Grund zu Freude. Von Januar bis Juni 2017 gab es in Deutschland 52200 Schwangerschaftsabbrüche.

MeinSpatz Gezwitscher

In den 70er Jahren kämpfte die Frauenbewegung erfolgreich für das Recht auf Abtreibung. Der Slogan: "Mein Körper gehört mir!" Bis dato war ein Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich verboten. Er musste deshalb heimlich durchgeführt werden und war vor allem eines: erniedrigend.