Weniger Sex gleich bessere Spermien?

MONTAG, 11.03.2019 Julia M.

Es gibt ein Gerücht, das besagt: Spermien würden an Qualität nachlassen, je häufiger man Sex hat. Aber ist es wirklich nur ein  Irrglaube oder ist doch etwas dran?

Manche Paare lassen es einfach auf sich zukommen: Wenn es passiert, passiert es eben. Andere probieren vielleicht schon länger, nehmen sich eine Schwangerschaft bewusst vor, und setzen dabei auf die unterschiedlichsten Methoden, um ihrem Kinderwunsch gemeinsam ein Stück näherzukommen. Dabei spuken die lustigsten und schrägsten Tipps  durch das Netz, die versprechen, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, damit das Elternglück schnell einkehrt. Beispielsweise wird der Frau geraten, einen Handstand zu machen oder die Beine in die Höhe zu strecken, damit die Spermien leichter ihren Weg finden. Schaden können Tipps dieser Art zwar sicher nicht, aber wirklich hilfreich sind sie auch nicht. Denn Spermien finden ihren Weg zum Ei der Frau nicht schneller, nur weil du dein Becken nach dem Sex anders positionierst.

Was ist dran am Sexverzicht?

Sicher hast du auch schon einmal davon gehört, dass sich die Spermienqualität angeblich verbessert, wenn der Mann nicht so häufig Sex hat. Von höchstens alle zwei bis drei Tage ist dabei die Rede. Studien zeigen jedoch, dass man dieser Theorie nicht wirklich Glauben schenken sollte. Korrekt ist, dass sich die Spermienzahl verringert, je öfter man ejakuliert. Dass dabei aber die Qualität nachlässt, stimmt nicht. Eine australische Forschergruppe bewies bei 118 Probanden sogar das genaue Gegenteil. Die Qualität der Schwimmer wurde anhand des DNA-Fragmentationsindex (DFI) bestimmt. Dieser Wert sagt aus, wie hoch der Prozentsatz an Spermatozyten mit schadhafter DNA ist. Die Männer sollten sieben Tage lang täglich ejakulieren. Das Ergebnis war erstaunlich: Die Spermienqualität verbessert sich am Ende um mehr als das Doppelte!

Frische Spermien sind bessere Spermien

Zwar weist das Ejakulat nach einigen Tagen Sexverzicht mehr Volumen und damit auch mehr Spermien auf. Diese sind aber von geringerer Qualität, wie Ärztezeitung.de klarstellt: "So machen radikale Sauerstoffspezies den einmal produzierten Spermien zu schaffen. Sind diese nicht mehr ganz frisch, akkumulieren DNA-Schäden, die wiederum die Chancen für eine erfolgreiche Schwangerschaft senken könnten. So hat eine im vergangenen Jahr publizierte experimentelle Untersuchung belegt, dass bei einer Ejakulation nach elf Tagen Abstinenz das Samenvolumen rund doppelt so hoch und die Spermienzahl dreifach höher ist als nach einem Tag Pause. Allerdings erhöht sich auch rasch der Anteil der Spermien mit DNA-Schäden von rund 10 % nach zwei Tagen auf 20 % nach elf Tagen Abstinenz." Die Forscher kamen nach Abschluss der Studie also zu dem Schluss, dass Paare mit Kinderwunsch lieber viel Sex haben sollten, um die kleinen Schwimmer frisch und gesund zu halten.

Findet euren Weg!

Der Weg ist das Ziel – und genau darum geht es: Der Sex sollte nicht rein seinen Zweck erfüllen, sondern ein ausgekosteter Königsweg auf der Straße zum großen Glück sein. Und sollte es beim ersten Mal nicht gleich klappen: Wer geht denn da nicht gerne noch einmal los? Allerdings ist es natürlich wieder ein ganz anderes Thema, wenn ein Paar es schon länger versucht und es mit der Schwangerschaft einfach nicht klappen will. Weitere Infos hierzu findest du in unserem Artikel "Es klappt nicht mit dem Baby? So wird es doch noch was". In Situationen wie diesen kann außerdem ein Besuch in einer Kinderwunschklinik oder ein Termin bei einem Kinderwunsch-Coach helfen. Wenn du dir schon länger ein Baby wünscht, der Test aber immer negativ bleibt, musst du da nicht alleine durch. 

Spermienqualität pin

Solltet ihr bei Kinderwunsch lieber weniger Sex haben, um die Spermienqualität zu verbessern? 

MeinSpatz Gezwitscher

Viel Sex ist also nicht das Problem. Aber es gibt da tatsächlich ein paar Dinge, die den Spermien deines Partners schaden und so eine Schwangerschaft schwieriger machen. In dem Artikel "Was macht Männer unfruchtbar" verraten wir dir, was Rindfleisch und Ibuprofen damit zu tun haben.

Julia M.

Die zweifache Mama könnte auf ihre geliebte Großstadt nie verzichten – und das trotz Familie und Hund. Wenn ihre wilden Jungs im Wald toben wollen, geht’s ab aufs Land zu Oma und Opa. Sie ist geschieden, aber glücklich liiert und liebt ihre Patchwork-Familie und die dreijährige Tochter ihres Freundes. Eigener Nachwuchs? Nicht ausgeschlossen.