Alleinerziehend: Hier findest du Unterstützung

DIENSTAG, 24.04.2018

20 Prozent der Eltern in Deutschland erziehen ihre Kinder ohne Partner, Tendenz steigend. Wir erklären, wo Alleinerziehende Hilfe bekommen.

Rund 1,5 Millionen Mütter und ca. 157.000 Väter stehen tagtäglich vor der schwierigen Aufgabe, Job, Erziehung und Haushalt unter einen Hut zu bringen – ohne die Unterstützung eines Partners. Dabei sehen viele Alleinerziehende ihre Situation langfristig gar nicht als problematisch an und blicken sogar positiv in die Zukunft, was eine Studie des Bundesfamilienministeriums ergeben hat. Dennoch stehen Alleinerziehende größeren Schwierigkeiten gegenüber als die klassische Mutter-Vater-Familie: „Insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit ist für eine große Gruppe alleinerziehender Mütter nur schwer zu realisieren“, wie in der Studie weiter zu lesen ist.

Hier bekommen Alleinerziehende Hilfe

Wer sein Kind allein erzieht, bekommt Hilfe. Nicht nur in Form von beratenden Hilfsorganisationen wie dem „Verband alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e.V.“, ProFamilia oder der AWO. Auch Staat und Krankenkassen greifen mit speziellen Angeboten und detaillierten Gesetzen alleinerziehenden Mamas und Papas unter die Arme.

1. Finanzielle Hilfe

Alleinerziehende bekommen das Kindergeld in voller Höhe. Diese richtet sich nach der Anzahl der Kinder. Auch das Elterngeld wird für volle 14 Monate ausgezahlt und aus dem Vorjahreseinkommen errechnet. Für den Kindesunterhalt bekommen Alleinerziehende vom anderen Elternteil Unterhalt – je nach Höhe des Einkommens und Alter des Kindes. Eine genaue Staffelung findet ihr in der sogenannten Düsseldorfer Tabelle. Wird das Kind zu Hause betreut, kann bis zum dritten Lebensjahr zusätzlich ein Betreuungsunterhalt eingefordert werden. Kann oder will der andere Elternteil nicht für den Unterhalt aufkommen, bekommt der Alleinerziehende einen Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt. Dieser muss aber erst beantragt werden und richtet sich in der Höhe nach dem Alter des Kindes. Kinderfreibeträge, Betreuungskosten und auch die Fahrtkosten der Großeltern im Babysitter-Einsatz können in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Alle möglichen finanziellen Zuwendungen für Alleinerziehende findet ihr auf dieser Seite des Bundesfamilienministeriums.

2. Auszeit für Alleinerziehende

Damit der Alltag nicht zur Zerreißprobe wird und die Kraftreserven nicht zur Neige gehen, können und sollen sich Alleinerziehende Hilfe holen. Das fällt nicht immer leicht, denn gerade Mamas und Papas, die ihr Kind alleine großziehen, wollen oft beweisen, dass sie alles im Griff haben und keine Unterstützung benötigen. Dabei geraten auch Eltern MIT Partner in Sachen Kindererziehung, Job und Alltag oft an ihre Belastungsgrenze. Um Hilfe zu bitten ist also keine Schwäche, sondern eine sinnvolle Maßnahme, um das Nervenkostüm zu schonen und letztendlich die Abläufe in der Familie zu optimieren. Dies kann zum Beispiel in Form einer Haushaltshilfe geschehen. Die meisten Krankenkassen übernehmen in akuten Krankheitsfällen die Kosten dafür. Wird die psychische Belastung zu groß, hilft Alleinerziehenden oft eine Kur mit oder ohne Kind. Dazu muss euch ein Arzt die Notwendigkeit für Mutter/Vater und Kind bescheinigen. Anlaufstellen wie das Müttergenesungswerk oder Wohlfahrtsverbände wie die Caritas helfen mit Spenden, wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen. Dort findet ihr auch ein umfangreiches Beratungsangebot.
Auch ein gemeinsamer Urlaub ist für Alleinerziehende nicht immer ohne weiteres machbar. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung bietet Familien mit geringen finanziellen Mitteln die Möglichkeit, deutschlandweit in über 90 gemeinnützigen Familienferienstätten Urlaub zu machen. In finanziell besonders schwierigen Situationen können die Träger sogar Zuschüsse vermitteln. Denn gerade wer Kindererziehung und Co. alleine stemmt, braucht unbedingt Auszeiten, die Erholung und Spaß mit den Kids garantieren.

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Sich alleine um ein Kind zu kümmern braucht viel Kraft. Hilfe anzunehmen ist deshalb völlig in Ordnung.

MeinSpatz Gezwitscher

Einen interessanten Artikel zum Thema „Alleinerziehend“ findest du auf ZEIT ONLINE „Einsam zu zweit“.