Hör auf, die Entwicklung deines Kindes zu vergleichen

DONNERSTAG, 26.10.2017

Sprechen, essen, laufen – ständig vergleichen wir unsere Kinder mit anderen. Alles ganz normal. Nur dann nicht, wenn wir vor lauter Vergleichen das Kind als Individuum nicht mehr wahrnehmen.

Egal ob Krabbelgruppe, Spielplatz oder der Besuch bei der guten Mami-Freundin: Wir kommen nicht umhin, unsere Kinder mit denen der anderen zu vergleichen. Der eine läuft schon mit elf Monaten, während das eigene Kind gerade mal ordentlich krabbelt. Die andere malt mit drei Jahren Menschen, Bäume und Wolken, während der eigene Vierjährige lediglich ein wildes Durcheinander an Strichen und Kreisen zu Papier bringt. Und sofort wird uns schmerzhaft bewusst: Unser Kind ist nicht perfekt. Und hier schon mal vorneweg: Das muss es auch gar nicht sein!

Ist mein Kind normal entwickelt?

Eine Unmenge an Büchern, Blogs und Online-Ratgebern beschäftigen sich mit dem Thema: Was muss das Kind wann können. In unzähligen Foren beginnen die Fragen mit „Kann euer Kind schon …?“ oder „Ist es normal, dass mein Kind das noch nicht kann?“. Trotz der Informationsflut, sind Mütter so unsicher wie nie. Anstatt auf ihr Bauchgefühl und die Entwicklung ihres Kindes zu vertrauen, vergleichen sie jeden Fortschritt mit dem der anderen Kinder. Als wäre es eine Art Wettbewerb: Welches Kind ist das beste und schlaueste. Die Idee der Perfektion beginnt schon im ersten Lebensjahr und setzt Kinder und Eltern unnötig unter Druck.

Kinder brauchen Zeit und Freiheit

Dabei ist es völlig normal, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln. Natürlich sind gewisse Richtlinien durchaus sinnvoll. Etwa, wenn ein Kind mit vier Jahren noch nicht richtig spricht und deswegen logopädische Unterstützung in Anspruch nehmen darf. Aber nicht jeder Pups braucht einen Vergleich. Kinder, die lange gestillt werden, beginnen häufig später mit selbständigem Essen als Kinder, die mit sechs Monaten den ersten Brokkoli in Händen halten. Jungs, die viel draußen herumtoben, wollen keine Bäume malen, sie wollen sie erklimmen. Und Mädchen, die mit Hingabe am Tisch basteln, lernen vielleicht ein wenig später Rad fahren.

 

Na und? Kein Kind muss alles können. Aber jedes Kind kann etwas richtig gut. Wenn wir als Eltern für unsere Kleinen einen sicheren Raum schaffen, in dem sie sich frei bewegen und ihre Welt entdecken dürfen, dann werden sie sich ganz natürlich und in ihrem eigenen Tempo entwickeln. Also – hör auf zu vergleichen und betone lieber die Stärken deines Kindes! Denn so geht Selbstbewusstsein!

Hör auf, die Entwicklung deines Kindes zu vergleichen pin

Jedes Kind ist ein Superheld - auf seine Weise. Wir sollten endlich mit den Vergleichen aufhören.

Das sagt die Redaktion

Wenn andere Mamas sich dem Vergleichswettkampf hingeben: einfach nicht darauf einsteigen. Am besten das Thema wechseln. Denn unsere Kids sind keine Trophäen.