Wie kann ich das Immunsystem meines Kindes stärken?

MITTWOCH, 09.10.2019 Lotte L.

Im Herbst und Winter sind Kinder besonders anfällig für Krankheiten. Darum ist es so wichtig, ihr Immunsystem gezielt zu stärken. Wir klären auf, wie vor allem eine gesunde Ernährung die kindlichen Abwehrkräfte verbessern kann.

Warum ist das kindliche Immunsystem so wichtig?

Das Immunsystem ist das biologische Abwehrsystem des Körpers, das vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren oder Parasiten schützt und den Heilungsprozess von Verletzungen unterstützt.

Beim Neugeborenen ist das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt, aber in den ersten Lebensmonaten sorgen mütterliche Antikörper im Körper des Babys für einen gewissen Schutz vor Krankheiten (der sog. Nestschutz). Darüber hinaus stärkt Stillen das Immunsystem eines Säuglings, denn die Muttermilch enthält einen hohen Anteil an vom Immunsystem der Mutter gebildeten Abwehrstoffe. Etwa drei Monate nach der Geburt beginnt das kindliche Immunsystem, selbständig Antikörper zu bilden. Die Abwehrkräfte eines Kindes nehmen über die Zeit zu, denn das Immunsystem eines Kindes muss erst lernen, sich gegen Eindringlinge wie Viren und Bakterien zu wehren.

Ein intaktes und gut funktionierendes Immunsystem bildet die Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden. Es hilft deinem Kind, gerade auch in der kalten Jahreszeit gesund zu bleiben. Daher ist es wichtig, die Entwicklung der Abwehrkräfte eines Kindes gezielt zu unterstützen und zu stärken.

Was kann ich tun, um die Immunabwehr zu stabilisieren?

Wie genau kann man das kindliche Immunsystem stärken? Es gibt eine Reihe von einfachen Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die körpereigene Abwehr gut funktioniert.

Einfache Maßnahmen zur Stärkung der Abwehr

Zur Förderung der Abwehrkräfte ist zum Beispiel regelmäßige Bewegung an der frischen Luft (auch bei Kälte, mit entsprechender Bekleidung) ganz wichtig, da Herz, Kreislauf und die Immunabwehr gekräftigt werden. Überanstrengung sollte allerdings unbedingt vermieden werden. Auch ausreichend Entspannung und wenig Stress im kindlichen Alltag wirken sich förderlich auf die Immunabwehr aus. Kinder brauchen zudem ausreichend viel Schlaf und ihre Umgebung sollte rauchfrei und sauber sein. Regelmäßiges Händewaschen ist wichtig, aber übermäßige Hygiene gilt es zu vermeiden, damit die Kinder in der Auseinandersetzung mit Umwelteinflüssen ihr Abwehrsystem „trainieren“ können. Nachgewiesenermaßen beeinflussen auch Zuwendungen und Zärtlichkeit das kindliche Immunsystem positiv und bewirken, dass Kinder seltener krank werden.

Besonders wichtig: die Ernährung

Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Stärkung der Immunabwehr ist aber eine gesunde und ausgewogene Ernährung, die den Nährstoffbedarf des Körpers abdeckt. Ganz wichtig für die Immunabwehr ist dabei eine gesunde Darmflora, da die meisten Immunzellen im Darm ansässig sind und dort die Vermehrung von krankheitserregenden Bakterien verhindern.

Für ein intaktes Immunsystem brauchen Kinder wie Erwachsene eine Reihe verschiedener Vitamine und Nährstoffe, besonders Vitamine A, B6, B12, C, D, E, Folsäure; Spurenelemente wie Zink, Selen, Eisen und Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe.

Zur Stärkung der Abwehrkräfte: Vitamin- und nährstoffreiche Lebensmittel

1)      Vitamine

Man sollte auf eine ausgewogene Ernährung achten, die neben Vitamin C auch andere Vitamine (z.B. A, E) enthält, denn verschiedenen Vitamine ergänzen einander in ihren Funktionen.

Vitamin C  

Es ist weithin bekannt, dass Vitamin C Infekten vorbeugt und die Abwehrkräfte stärkt, da es einen aktiven Anteil an der Abwehr von Krankheitserregern hat. Es aktiviert die weißen Blutkörperchen, sorgt für einen verbesserten Zellschutz im Körper und unterstützt die Wundheilung. Kinder können Vitamin C, Ballaststoffe und Mineralien gut über Obst und Gemüse aufnehmen. Viel Vitamin C ist beispielsweise in Zitrusfrüchten (z.B. Zitronen, Orangen), Kiwis, Paprika, Kohl, Brokkoli, Pilze (z.B. Champignons), Knoblauch und Kohlrabi enthalten.

Achtung: künstliches Vitamin in zu hoher Dosis kann ungesund sein, daher sollte man möglichst auf natürliches Vitamin C in Form von frischem Obst und Gemüse zurückgreifen. 

B-Vitamine

B-Vitamine sind wichtig für die Produktion von Antikörpern und weißen Blutkörperchen und helfen so bei der Abwehr von Krankheitserregern. Vitamin B6 findet sich z.B. in Haferflocken, Kartoffeln, oder Bananen. Folsäure (B9) ist in bestimmten Gemüsesorten enthalten, z.B. Erbsen, Bohnen, Spinat, Pilzen und Brokkoli. B12-Vitamine können über eiweißhaltige Lebensmittel wie Milch, Käse oder Joghurt zugeführt werden, aber auch über Fleisch (z.B. Leber) oder Fisch (z.B. Hering).

Vitamin A, D und E

Vitamin D wird in der Haut durch die UV-Strahlung der Sonne erzeugt. Da die Produktion jedoch häufig nicht ausreicht, sollte Vitamin D auch über die Nahrung aufgenommen werden. Vitamin D-reiche Nahrungsmittel sind Fisch (z.B. Aal, Lachs, Thunfisch), Eier, Milchprodukte (z.B. Butter) oder Pilze (z.B. Steinpilze). Vitamin A unterstützt das Immunsystem, denn Erregern wird es erschwert, die Schleimhäute anzugreifen. Karotten und Paprika enthalten zum Beispiel viel Vitamin A (bzw. seinen Vorläufer Beta-Carotin), außerdem Kürbis, rote Beete, Grünkohl, Nüsse (z.B. Pistazien), Knoblauch, Eier, Milchprodukte, Fisch und Fleisch. Vitamin E wirkt antioxidativ und hilft bei der Abwehr von Bakterien. Reichhaltig an Vitamin E sind Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl, Sojaöl oder Erdnussöl und Getreidekeime, wie Nüsse, Mandeln, Vollkorngetreide, aber auch Butter, Brokkoli und Paprika.

2)      Spurenelemente: Eisen, Zink und Selen

Eisen ist wichtig für die Produktion roter Blutkörperchen, hilft aber auch den Fresszellen dabei, Krankheitserreger abzuwehren. Eisen findet sich zum Beispiel in Fleisch, Getreide (z.B. Hirse), Hülsenfrüchten, Roter Bete, Brokkoli, Grünkohl und in Hülsenfrüchten. Zink unterstützt den Körper, Antikörper zu produzieren. Es kann gut über Fleisch (z.B. Kalbsleber, Rindfleisch), Fisch, Vollkornprodukte und Haferflocken aufgenommen werden. Selen hilft dem Immunsystem dabei, Schwermetalle und Schadstoffe abzubauen. Viel Selen ist in Fisch (Hering, Thunfisch) und Getreideprodukten enthalten.

Auch Ballaststoffe stärken das Immunsystem, da sie zur Erhaltung der Darmgesundheit beitragen. Sie sind zum Beispiel in Vollkornprodukten oder braunem Reis enthalten.

Besondere Immun-Booster

Es hat sich gezeigt, dass bestimmte Lebensmittel eine Kombination vieler dieser wichtigen Nährstoffe und Vitamine enthalten und sich daher besonders gut zur Stärkung des Immunsystems eignen. Dazu gehören Brokkoli (enthält z.B. Vitamine, Kalzium, Eisen, Magnesium und Folsäure), Grünkohl (Vitamine, Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium, sekundäre Pflanzenstoffe), Pilze (Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe), Nüsse (Vitamine, Ballaststoffe) und Knoblauch (Vitamine und Mineralstoffe, wie Kalium und Selen, und sekundäre Pflanzenstoffe).

Abwehrstärkende Lebensmittel- wie mache ich sie meinem Kind schmackhaft?

Schön und gut, Obst und Gemüse sind für die Stärkung des kindlichen Immunsystems ausgesprochen wichtig. Aber viele Kinder tun sich schwer damit, Gemüse und andere gesunde Nahrungsmittel zu essen, die sie  noch nicht kennen. Man sollte dennoch nicht aufgeben und sie immer wieder anbieten. So kann man Gemüse z.B. in unterschiedlicher Form darreichen, gebraten, gerieben, püriert, als Suppe oder als Rohkost. Erfahrungsgemäß gefällt Kindern Finger Food, da sie z.B. Gemüsesticks selber dippen können. Man kann auch bei der Präsentation des Essens einfallsreich sein, z.B. Nahrungsmittel als lustiges Bild auf dem Teller anbieten (Gesichter, Monster, Tiere) oder sie durch die Kombination von etwas Neuem mit Altbewährtem und Beliebtem (z.B. etwas Ketchup) schmackhaft machen. Schließlich kann man gesunde Nahrungsmittel, die das Kind ablehnt, auch in anderen verstecken, z.B. in einer Tomatensoße oder in Hackfleischbällchen. Wichtig ist auf jeden Fall, Gemüse nicht zu heiß und zu lang kochen, da sonst wichtige Vitamine und Mineralien zerstört werden.

Nicht vergessen: viel trinken!

Damit das Immunsystem gut funktionsfähig bleibt, brauchen Kinder auch viel Flüssigkeit, am besten Wasser, Fruchtschorle oder ungesüßten Tee. Denn besonders in der kälteren Jahreszeit sind Schleimhäute in beheizten Räume vom Austrocknen gefährdet. Viren und Bakterien können dann über die trockene Haut und Schleimhaut leichter in den Körper gelangen. Das Kind sollte daher am besten immer eine gefüllte Trinkflasche dabei haben. 

Übrigens ist es wichtig, das Immunsystem nicht nur in den kalten Monaten zu stärken und zu stabilisieren, sondern am besten das ganze Jahr über!

Wie kann ich das Immunsystem von meinem Kind stärken? pin

Wir verraten, wie ihr eurem Kind helfen könnt, gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

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Lotte L.

Lebt mit ihrem einheimischen Mann und zwei kleinen Moglis im Norden Thailands. Die berufstätige Mama fühlt sich in ihrer Wahlheimat meistens rundum wohl. Ihre beiden Jungs sind für Lotte zwar auch Ursache chronischen Durcheinanders, von Dauererschöpfung, Schmierfingern am Kostüm und gelegentlichen Identitätskrisen, vor allem aber sind sie Sinn allen Daseins, Quelle unendlichen Glücks und bedingungsloser Liebe.