Kindertag: 5 Dinge, die anders sind, seit ich Mama bin

MITTWOCH, 29.05.2019 Tina

Am 1. Juni ist internationaler Kindertag und ich bin wirklich froh, eine fröhliche und gesunde Tochter daheim zu haben. Allerdings hat es mein Leben auch ganz schön verändert ...

Am 1. Juni ist internationaler Kindertag. An diesem Tag soll auf die Bedürfnisse und Rechte von Kindern weltweit aufmerksam gemacht werden. In jedem Land ist die Ausrichtung anders, vom Feiertag bis hin zum politischen Kampftag: Hauptsache, die Bedürfnisse von Kindern werden in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Zusätzlich feiern die Vereinten Nationen am 20. November den Weltkindertag, denn an diesem Tag verabschiedete die UN-Vollversammlung 1989 die Kinderrechtskonvention.

Und in Deutschland feiern wir den Tag des Kindes sogar zweimal, Hurra. Das hat mit der ehemaligen DDR zu tun. Die führte 1950 den Kindertag am 1. Juni ein, der jedes Jahr mit Schulfrei und großen Festen begangen wurde. Die BRD legte 1954 den 20. September als Weltkindertag fest. Dort fand der Tag allerdings keine große Beachtung und wurde erst ab 1989 relevant. Deshalb geht es heute in Deutschland an zwei Tagen nur um die Kinder und das ist auch gut so. Ganz  besonders gut geht es den Kindern in Thüringen, denn dort ist ab 2019 der 20. September gesetzlicher Feiertag.

Bevor man Kinder hat, kann man sich nicht vorstellen, wie sehr sich das Leben verändert. Man sagt Sätze wie „Was soll schon groß passieren? Das Kind wupp ich so nebenher“ oder „Der Neuzugang muss sich an mein Leben anpassen, nicht umgekehrt“. Ja … Ha Ha! Heute ist mir klar, warum meine Mami-Freundinnen damals nur süffisant gelächelt haben. Glaubt man an das Gute im Menschen, würde ich sagen, sie wollten meine naive Weltanschauung nicht erschüttern und mich meine eigenen Erfahrungen machen lassen. Aber ich weiß es besser: Sie wollten mich ins offene Messer laufen lassen, damit sie heute laut lachend mit dem Finger auf mich zeigen können, wenn ich mich ins Bad einschließe, um ein Duplo zu essen.

Hier kommen 5 Dinge, die sich in meinem Leben grundsätzlich verändert haben, seit meine Tochter es bereichert.  

 

1. Der schwarze Kajal setzt Staub an 

Früher habe ich selbst beim Müll rausbringen zumindest Puder und Mascara aufgelegt. Es könnte mich ja der Nachbar sehen. Heute checke ich kurz optisch und olfaktorisch, ob der Pulli auf meinem Messie-Stuhl akzeptabel genug für die Fahrt zum Einkaufen ist und kämme mir mit den Fingern die Haare. Die Außenwelt muss mich so akzeptieren wie ich bin. Ich habe wichtigeres zu tun.

 

2. Der Sieg des Spießertums

Ich wusste nicht, welche Freude es ist, frisch ausgepackte noch unbenutzte Knete in den Händen zu halten. Mit welcher Genugtuung mich ein frisch aufgeräumter und einsortierter Krämerladen erfüllt. Und welche Pein es verursacht, mitansehen zu müssen, wie Minuten später aus der schönen bunten Knete ein großer Exkrement-brauner Ball wird und die mit meinem Ordnungs-System unzufriedene Tochter den Kaufladen wieder ausräumt.  

 

3. Die verbotene (Schokoladen-) Frucht

Vorbei sind die Zeiten, in denen ich mir kurz einen Schokoriegel aus dem Kühlschrank geholt habe, um ihn dann genüsslich auf der Couch zu verspeisen. Heute muss ich verborgene Geheimagenten-Gene aktivieren, wenn ich Lust auf was Süßes verspüre. Kind im Kinderzimmer beschäftigt – Check. Schaukelpferd gekonnt im Weg platziert, falls ein spontaner Zimmerwechsel erfolgt – Check. Kühlschranktür geölt, um verdächtige Geräusche zu minimieren – Check. Und dann sitz ich da, im Dunkeln, auf dem Klo, und verschlinge den Riegel in 10 Sekunden. Schaff dir Kinder an, haben sie gesagt. Die machen dein Leben schöner.  

 

4. Die Dämme sind offen

Ich war nie nah am Wasser gebaut. Ich habe weder auf meiner eigenen Hochzeit geweint, noch ein Tränchen verdrückt, als Leo in den Tiefen des Ozeans versank. Jetzt langt ein Spenden-Spot für die Kinder Afrikas und ich bin ein emotionales Wrack. Leiden irgendwo Kinder, macht mich das wütend und unheimlich traurig. Ich möchte das weder sehen (und ich habe früher Filme geliebt, in denen der Hauptdarsteller Rache übt, weil seine Familie grausam abgeschlachtet wurde) noch lesen. Beschwerde an Herrn Fitzek, er möge doch bitte seinen Krimis einen Warnhinweis vorsetzen, falls Kinder zu Schaden kommen, ist raus.  

 

5. Party on!

Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal den Abspann eines Films gesehen habe. Und ich bin Film-Fan, ich höre den Netflix Account manchmal stöhnen vor Erschöpfung. Aber mit dem Kind kam die Müdigkeit. Obwohl das mittlerweile durchschläft und ich eigentlich genug Zeit zur nächtlichen Erholung habe. Aber abends so gegen 21:30 beginnt der tägliche Kampf gegen das Sandmännchen. Und ich kämpfe ihn mit allen Mitteln! Die enge Jeans bleibt an, ich sitze aufrecht und esse die ganze Zeit irgendwelche Snacks, damit meine Finger in Bewegung bleiben. Alles vergeblich. Am Ende habe ich fiese Druckstellen unterm Bauchnabel und mein Mann entfernt liebevoll das halbe Stück Salami aus meinem Mundwinkel, damit ich mich beim Schnarchen nicht verschlucke.

Kindertag: 5 Dinge, die anders sind, seit ich Mama bin pin

Am Kindertag dreht sich ein- bis zweimal im Jahr alles um das Wohl von Kindern. Daheim ist jeden Tag Kindertag. Und deswegen ist auch alles anders als früher.

MeinSpatz - Gezwitscher

Auch neu in meinem Leben mit Kind: Ich sage Sätze, von denen ich nie gedacht habe, dass sie einmal über meine Lippen kommen. Sowas wie "Nicht mit dem Gummihuhn auf den Kuchen hauen" oder "Wenn du jetzt auf die Puppe pinkelst, gibt’s keinen Nachtisch". So anstrengend und anders das Leben mit Kind sein kann: Es gibt auch wirklich viel zu lachen!

Tina

Tina lebt mit Mann und Tochter in München, backt den besten Marmorkuchen der Welt und wollte lange keine Kinder. Dann kam Matilda. Jetzt findet sie Kinder ganz in Ordnung, zumindest ihr eigenes. Ach ja, und sie plädiert für mehr Humor und Selbstironie in der Erziehung.