Mama übt noch: Der Fleck muss weg

FREITAG, 06.04.2018

Unserer Kolumnistin Patricia Renoth reicht´s: Was tun, wenn Flecken einfach nicht verschwinden wollen? Und warum produziert mein Kind mehr Wäsche als eine ganze Fußballmannschaft?

Falls du hier einen todsicheren Tipp erwartest, wie du jeden Fleck aus Kinderkleidung problemlos entfernen kannst, muss ich dich leider enttäuschen. Dieses Wundermittel suche ich auch schon seit längerem vergeblich. Mein Wäscheschrank ist voll mit Gallseife, verschiedensten Fleckenteufeln und Vorwaschsprays. All diese Dinge helfen manchmal und manchmal überhaupt nicht. Bevor ich ein Kind hatte, habe ich mir über dieses Thema kaum Gedanken gemacht. Da war einmal im Jahr ein schwer zu entfernender Make-up-Fleck schon das höchste der Gefühle.

Sonne statt Waschmaschine

Seit dem Beikoststart meiner damals 4 Monate alten Tochter, bin ich zum Fleckexperten mutiert. Unfreiwillig natürlich. Ich sah mich mit völlig neuen Probleme konfrontiert. Plötzlich hatte Babys sorgfältig zusammengestellte Garderobe überall Karotten-, Kürbis- oder Tomatenflecken. Den Tipp meiner Mama, die Sachen in die Sonne zu legen, habe ich erst mal leicht belächelt. Was soll das schon bewirken? Nach dem ersten Test: Sprachlosigkeit. Der orange Babybrei, der sich heimtückisch in einem rosa T-Shirt festgesetzt hatte, war nicht mehr zu sehen. Einfach weg. Von der Sonne ausgebleicht. Danke Mama, das hat mir viel Zeit erspart! Mit dem sich immer mehr erweiternden Speiseplan meiner Tochter, kamen auch immer mehr Herausforderungen in der Wäschepflege auf mich zu. Seit mein Spatz außerdem laufen und hinfallen kann, sind sämtliche Hosen übersät von Matsch- und Grasflecken. Da muss selbst die Sonne kapitulieren.

Meine Kampfansage steht: Ich überfärbe die Flecken.

Zusätzlich sind die Erzieher in der Kita auch nicht wirklich hilfreich. Denn wenn ein Kind kein Lätzchen möchte, bekommt es auch keines. Wirklich ärgerlich, dass sie eher an die Erziehung des Spatzes, als an die Wäscheberge der Mama denken. Freie Entscheidung, unabhängig werden, blablabla. Ich meine natürlich: Das ist wirklich toll! Aber die Gabel-Mund-Koordination ist bei einer 2-Jährigen leider noch nicht ausgereift. Deshalb hat man Lätzchen erfunden.

Es gibt also drei Möglichkeiten: 1. Ich lasse mein Kind ab jetzt nur noch von Kopf bis Fuß mit beschichteten Matsch-Klamotten rumlaufen. 2. Ich werfe einfach alle Klamotten mit hartnäckigen Fleck weg 3. Ich überlege mir härtere Maßnahmen. Punkt 1 bringe ich nicht übers Herz, für Punkt 2 fehlt uns das Geld (ist auch nicht grade nachhaltig) – also werden jetzt größere Geschütze aufgefahren. Aktuell sitze ich mal wieder vor einem riesen Wäscheberg, der innerhalb einer Woche zusammengekommen ist. Gefühlt wasche ich für die komplette Fußballnationalmannschaft und nicht für einen 3-Personen-Haushalt. Und ich habe Sorgenkinder: Zwei Hosen, die sich standhaft weigern sauber zu werden. Die Flecken haben sämtliche Vorbehandlungen, Wäschen und Sonnenbäder überstanden. Und meine Geduld ist so was von am Ende. Jetzt reicht´s. Drastische Maßnahmen sind gefragt. Meine Idee: Ich färbe einfach über den Schmutz drüber. Wofür gibt es denn diese Farben für die Waschmaschine? Ich habe bisher nur ausgebleichte Jeans wieder aufgefrischt. Aber angeblich kann man damit ja auch Klamotten komplett neu einfärben. Meine Kampfansage steht.

Aus pink wird schwarz

Neon-pink und hellblau: Farbe ist doch völlig überbewertet. Die beiden Hosen aus jeansähnlichen Stoffen bekommen jetzt ein neues Gesicht – und das ist kohlrabenschwarz. Ich hole die frisch gefärbte Kleidung aus der Maschine. Sieht schon ganz gut aus, aber erst mal abwarten, bis alles trocken ist. Und dann ein Jubelschrei! Die Flecken sind nicht mehr zu sehen! Bei der vormals pinken Hose ist das Schwarz richtig gut angegangen. Witziger Effekt: Die Nähte sind immer noch pink, da der Faden die Farbe nicht angenommen hat. Sieht sogar richtig cool aus. Ich bin ein kleines bisschen stolz. Die hellblaue Hose ist dagegen nur dunkelgrau geworden. Macht aber nix. Kein Schmutz ist mehr zu sehen und mit dem hellen Faden und dem rosa Knopf, sieht sie wie neu gekauft aus. Ich fühl mich wie ein Gewinner! Die Flecken haben kapituliert. Jetzt muss ich nur noch meiner Tochter erklären, warum ihre pinkfarbene Hose jetzt schwarz ist… Mama übt noch!

Es ist zum Haare raufen: Babys und Kleinkinder produzieren riesige Wäscheberge. In unserer Kolumne "Mama übt noch" geht es diesmal um fiese Tricks gegen hartnäckige Flecken.  

MeinSpatz Gezwitscher

Ein guter Partner im Kampf gegen die Flecken ist auf jeden Fall das Vorwasch-Spray von Vanish, das ich nach dem Tipp einer Freundin in mein Arsenal aufgenommen habe. Die Textilfarbe die ich benutzt habe, ist von Simplicol. Wie entfernst du die Flecken aus Kinder- und Babykleidung? Schreib uns deinen Tipp auf Facebook.