#momlife: Herbstzeit = Schreckenszeit

DIENSTAG, 22.10.2019 Hella B.

Unsere Kolumnistin Hella sieht mit Schrecken den Herbst in großen Schritten kommen. Obwohl sie die ruhigen, kühleren Tage eigentlich mag, hat sie ein Problem mit der Nachmittagsgestaltung mit ihren Zwillingen. Denn: Basteln ist ihr ein Graus.

Jedes Jahr ist dieser Tag: Wir hocken am Sandkasten, es dämmert, die Kälte kriecht mir hoch und mir wird klar, dass der Sommer vorbei ist. Wenn dann noch die Zeitumstellung dazu kommt, ist es vorbei mit der Draußen-Halli-Galli-Spielplatz-Baden-Rumtob-Saison.

Ich liebe den Herbst, ehrlich. Und ich liebe auch die kuscheligen Tage, an denen wir stundenlang Bücher lesen, Tee kochen und Höhlen bauen. Und doch habe ich Angst vor der kalten Jahreszeit. Dieser Horror hat für mich einen Namen: Basteln.

Ich habe zwei linke Hände. Ich bin absolut ungeschickt im Geschenke einpacken, könnte noch nicht einmal einen Strich gerade von links nach rechts malen und wenn wirklich niemand darf meine selbst umgenähte Dirndl-Schürze von links sehen. Als ich noch keine Kinder hatte, habe ich mich immer gefragt wie diese Mütter das machen: Kastanienmännchen bauen, dreidimensionale Weihnachtssterne (im DIY-Fachjargon Fröbelsterne genannt, wie ich nun erfahren habe) formen oder tolle Figuren aus Blättern kleben. Meine Schwester mit ihren beiden Jungs hat ganze Regale voll hübsch sortiert mit Bastel-Materialien. Getoppt wird dies noch von Müttern, die Spielküchen selbst zimmern, Rüschen-Vorhänge nähen und die schönsten Winterpullis stricken. Ich bin neidisch. Sehr. Aber fürs erste würde es mir reichen, wenn ich 1. Ideen und 2. Elan zum Selbstbasteln mit den Kindern hätte.

Mit Knete und Malstiften kann ich die Kinder nicht mehr abspeisen

Fritzi und Emma werden im Winter vier Jahre alt. Dieser Herbst und Winter wird also meine erste große Herausforderung für mich. Noch im letzten Jahr konnte ich sie mit Malstiften und Knete bei Laune halten, dieses Jahr sind sie schon anspruchsvoller. Als Vorbereitung habe ich mich schon stundenlang durch Pinterest und YouTube geklickt und vermeintlich leichte Bastel-Inspiration markiert. Salzteig-Brote, - Brezn und – Semmeln für den Kaufmannsladen stehen ganz oben auf der Liste. Hatte ich da als Kind nicht auch mal einen Igel gemacht? Ich erinnere mich, dass ich Spaß hatte, aber mein Igel am Ende rausstach als krummster Igel mit Dellen und schiefen Nelken-Augen. Ich nehme mir fest vor, demnächst einen Salzteig-Nachmittag zu planen und lade am besten eine Bastel-Mama als Unterstützung ein. 

Ich bin vorbereitet: Vorlagen für süße Tassen-Wärmer, bunte Herbstbäume, Kartoffel-Stempel-Gesichter und Knüll-Blätter-Wälder liegen bereit. Für den Notfall habe ich fertige Bastel-Sets im Schrank, die ich eigentlich für Oma-Zwillings-Tage gekauft hatte. Fancy Papierflieger, Kratzbilder und solche Sachen. Mir fehlt es leider nach wie vor an Elan und ich bin froh über jeden sonnigen Herbst-Tag, an dem wir noch viel Zeit draußen verbringen können. Und wenn uns die Decke auf den Kopf fällt, können wir immer noch in die Bücherei fahren, zum Mini-Ballett oder den Weltrekord in Höhlen-Bauen brechen. Im Frühjahr berichte ich gerne in einer weiteren Kolumne, wie mein persönliches Bastel-Desaster ausgegangen ist.

Basteln mit Kleinkindern. Oh je. Hella fragt sich: Wie komme ich bloß durch die kalte Jahreszeit?

MeinSpatz Gezwitscher

Du bist auch keine Bastel-Mom? Dann schlagen wir Backen mit dem Spatz als Herbst-Aktivität vor. Schöne und simple Herbst-Rezepte findest du in unserem "Backen mit Kindern"-Artikel. 

Hella B.

Hella ist gerade mit ihrem Mann Christoph und den Zwillingen Fritzi und Emma von der Innenstadt an den Münchner Stadtrand gezogen. Sie spielt schlecht und gerne Klavier, kocht sehr gern und teilt mit ihren Mädchen das große Hobby lesen. Hella arbeitet für ein großes Kaffeeunternehmen im Bereich Social Media. Den Job als Mama hat sich Hella irgendwie anders vorgestellt - davon berichtet sie regelmäßig in ihrer Kolumne.