#momlife: Warum Kinder so viel schlauer sind als wir

MITTWOCH, 18.12.2019 Hella B.

Unsere Kolumnistin Hella hat sich schon immer auf die W-Fragen-Phase gefreut. Völlig zurecht wie sich jetzt rausstellt. Denn: Die Fragen ihrer Kinder sind wesentlich schlauer als ihre Antworten darauf.

Ich bin ehrlich gesagt nicht so die Baby-Mama. Klar, Babys sind supersüß, aber – vielleicht auch weil ich als Zwillingsmutter zwischendurch arg gebeutelt war – ich finde Babys auch echt anstrengend. Deswegen habe ich mich immer drauf gefreut, wenn die Kleinen reden können. Eine meine Lieblingsphasen bei anderen Kindern war immer die Phase der W-Fragen. Insbesondere unsere Tochter Fritzi ist wirklich groß im Fragen und mir wurde sehr schnell klar, wie viele großartige Gedanken dahinterstehen. Ja, ich würde sogar so weit gehen und sagen: Meine Kinder sind so viel schlauer als ich.

Momentan sind unsere Mädchen kurz vor ihrem vierten Geburtstag und haben das Prinzip W-Fragen perfektioniert. Über die Phase 3 x minütlich ein „Warum?“ einzuwerfen sind wir hinaus. Dafür befinden wir uns jetzt in einer hochphilosophischen Phase, in der wir uns als Eltern auch mit unseren Moralvorstellungen auseinandersetzen müssen.

Dürfen wir Tiere mit Gesicht essen?

Als Fritzi ihre Ente süß-sauer serviert bekommen hatte, fragte sich noch einmal ungläubig nach, ob das wirklich Ente auf dem Teller ist.

Ich: „Ja, ist es.“

Fritzi: „Die ist aber tot, damit sie nicht in meinem Bauch flattert, oder?“

Ich: „Ja, genau.“

Fritzi: „Aber eine Ente hat doch ein Gesicht, oder?“

Ich: „Ja, hat sie.“

Fritzi: „Warum essen wir Tiere mit Gesicht?“

Tja. Warum? Plötzlich habe ich verstanden, warum einige Frauen aus dem Bekanntenkreis schon als Kinder Vegetarier geworden sind. Gute Sache, sich damit früh auseinander zu setzen. Und im Jahr 2019 seinen Fleischkonsum zu überdenken, ist wirklich angebracht. Danke Fritzi. Dafür.

Alltagsfragen, Fragen zum Wetter, zum Weihnachtsmann, zu Funktionsweise von Windrädern, Bremstechnik von Autos, detaillierte Fragen, einfache Fragen und Fragen, die keiner Antwort bedürfen: Das Repertoire von Dreijährigen ist gewaltig. Manche Fragen erscheinen banal, andere komplex. Besonders des Nachts.

 

Die Sache mit der Wut in der Kiste

Sicher kennen es viele Eltern: Kurz vorm Einschlafen, wenn die Kinder noch ihre Gedanken sortieren, kommen die besten Fragen. „Mama, warum werden wir geboren und warum sterben wir?“ – Sehr gute Frage. Vor allem um 20.10 Uhr kurz nach dem Einschlafgedicht.

Apropos: Wenn die Kinder mal nicht einschlafen können, habe ich mit ihren Atemübungen gemacht und sie gebeten, all ihre Sorgen in eine Kiste zu packen, fest zu verschließen, einen Luftballon anzubinden und diese losfliegen zu lassen. Das hat ganz gut geklappt und ich war ein bisschen stolz. Ein paar Wochen später war ich mit den Mädchen ungeduldig und bin unangemessen laut geworden. Da schaut mich das schlaue Kind an und sagt: „Mama, nimm doch bitte Deine Wut, pack sie in eine Kiste und lass sie mit einem Ballon wegfliegen.“ Ich konnte nicht anders als dieses Kind in dem Moment einfach nur abzuknutschen.

Nachts hat sie übrigens nochmal nachgefragt, was aus der Kiste wurde und wir haben beschlossen, dass sie dank eines Wurmlochs umgekehrt wurde und so aus der Wut ein Lachen wurde, das schließlich ein Außerirdischen-Papa seinem Kind geschenkt hat.

Danke, Fritzi und Emma fürs Augen öffnen, für die Denkanstöße und für euren Blick auf die Welt.

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Hella B.

Hella ist gerade mit ihrem Mann Christoph und den Zwillingen Fritzi und Emma von der Innenstadt an den Münchner Stadtrand gezogen. Sie spielt schlecht und gerne Klavier, kocht sehr gern und teilt mit ihren Mädchen das große Hobby lesen. Hella arbeitet für ein großes Kaffeeunternehmen im Bereich Social Media. Den Job als Mama hat sich Hella irgendwie anders vorgestellt - davon berichtet sie regelmäßig in ihrer Kolumne.