Tipps und Tricks: Fliegen mit Kleinkind

MONTAG, 10.12.2018

Eine Flugreise mit Kind ist einfach nur anstrengend? Nicht mit der richtigen Vorbereitung. Wir verraten dir, wie der Flug mit Baby ganz entspannt abläuft.

Quengelnde und schreiende Kinder auf Flughäfen und in Flugzeugen, genervte Mitreisende – hast auch du diese Bilder vor Augen, wenn du ans Verreisen mit Kindern denkst? Keine Sorge, es geht auch anders.

Vorbereitung ist alles

Entspanntes Fliegen beginnt mit der richtigen Einstellung – sowohl bei dir, als auch bei deinem Kind. Bist du gut vorbereitet und weißt, dass du für jede Situation ausgestattet bist, gehst du viel entspannter an die ganze Sache heran. Die Ruhe, die du ausstrahlst, überträgt sich auf dein Kind. Bereite deinen Spatz schon im Vorfeld auf den Trip vor: Mit Büchern über das Fliegen und den Flughafen entdeckt ihr gemeinsam diese spannende Welt und dein Kind wird sich riesig auf das Abenteuer freuen. So kannst du deinem Zwerg auf der Couch in Kuschelatmosphäre erklären, was euch bei einer Flugreise erwartet und wie sich alle richtig verhalten. Neben Büchern helfen auch Rollenspiele. Am besten klärst du dabei schon im Voraus mögliche Ängste ab und stellst die Flugreise immer als schönes Ereignis und spannendes Abenteuer dar.

Handgepäck mit Kind

Ein gut durchdachtes Handgepäck ist ausschlaggebend für den Erfolg eures Flugs. Denke an genügend leckere Snacks und Getränke – und ja, für den Flug dürfen es schon mal die Lieblingsgummibärchen sein. Kippt die Stimmung, zaubern sie deinem Zwerg sofort ein Lächeln ins Gesicht. Babynahrung im Handgepäck darf in den meisten Fällen sogar mit durch die Sicherheitskontrolle genommen werden. Die Gläschen werden vom Personal separat kontrolliert. Danach darfst du sie mit ins Flugzeug nehmen. Erkundige dich am besten direkt bei deiner Airline. Die Lufthansa bietet z. B. hilfreiche Checklisten für den Flug mit Baby oder Kleinkind an. Getränkeflaschen dürfen allerdings nicht durch den Sicherheitscheck. Deshalb entweder leere Flaschen mitnehmen und auf der Toilette vor dem Gate mit Leitungswasser auffüllen (nur wenn das Leitungswasser unbedenklich ist) oder Getränke im Duty-Free-Shop kaufen. Etwas zu Trinken bekommst du zwar auch im Flugzeug, aber nicht immer schnell genug.

Damit der Druckausgleich deinem Kind nicht zu schaffen macht, helfen Lutsch- oder Kaubonbons, etwas zu trinken oder der Schnuller bei Start und Landung. Viele Fluglinien bieten spezielle Kinder- und Babymenüs an, die meist gleich bei der Buchung bestellt werden müssen. Allerdings schmecken die Gerichte den Kleinen nicht immer. Deswegen gehst du auf Nummer sicher, wenn du die Lieblingssnacks deines Kindes ins Handgepäck packst.

Darüber hinaus müssen einige Medikamente ins Handgepäck. Dazu zählen Arzneien, die regelmäßig verabreicht werden müssen. Aber auch Mittel gegen Übelkeit, Schmerzen und abschwellende Nasentropfen sollten einen festen Platz im Handgepäck haben. Am besten lässt du dich von deinem Kinderarzt und in der Apotheke beraten. Auch die Wickeltasche mit Wechselklamotten und Windeln darf im Flugzeug nicht fehlen. Und welche Klamotten ziehst du deinem Schatz an? Warme Socken, eine lange weiche Hosen und eine kuschelige Fleecejacke oder ein Kapuzenpullover sind die beste Wahl – die Klimaanlagen in den Flugzeugen sind meist eher zu kalt als zu warm eingestellt.

Spielen im Flugzeug

Denke unbedingt an genügend Beschäftigungsmöglichkeiten für den kleinen Passagier. Während des Fluges und am Flughafen gibt es einiges an Zeit zu überbrücken. Praktisch sind zum Beispiel Wimmelbücher. Dort gibt es viel zu entdecken. Auch Stickerbücher sind eine gute Beschäftigungsmöglichkeit. Das Spielzeug sollte nicht zu kleinteilig sein, damit nichts verschwindet oder auf dem Boden landet. Eine gute Idee ist eine kleine Aktivitäten-Box vorzubereiten, dass dein Spatz dann im Flugzeug auspacken darf. Gerne auch in Geschenkpapier verpacken, denn alleine das Auspacken nimmt Zeit in Anspruch. Enthalten sein können z. B. Pixibücher, Stempel, Knete und ein kleines Spielzeug, das keine Geräusche macht. Das Lieblingskuscheltier ist natürlich Pflicht. Bei längeren Flügen sind Tablet oder Smartphone mit altersgerechten Filmen oder Spielen tolle Begleiter. Wenn du dein Kind damit noch nicht beschäftigen möchtest, sind MP3-Player mit Hörbüchern und Kindermusik spitze. Egal wie, ein Kopfhörer ist unabdingbar. Die Kids und auch die Mitreisenden werden es dir danken. Am besten informierst du dich im Voraus über das Unterhaltungsprogramm an Bord. Viele Fluglinien denken besonders an die Kleinsten und bieten Puzzles oder Malbücher an.

Sperrgepäck und Koffer

Buggys, Kinderwägen, Kindersitze oder Reisebetten gelten als Sperrgepäck und müssen separat aufgegeben werden. Im Regelfall ist es ohne Probleme möglich, den Buggy bis zum Boarding mitzunehmen. Kläre dazu auch ab, wo du den Buggy am Zielflughafen wiederbekommst und ob du ihn bei Zwischenstopps erhältst. Übrigens: An manchen Flughäfen werden auch Buggys verliehen. Praktisch sind auch Kinderkoffer, auf denen die Kinds mitfahren können. Das erspart dir das Schleppen und bringt obendrein jede Menge Spaß. Mehr Infos dazu findest du unten im MEINSPATZ GEZWITSCHER.

Sicherheit an Bord

Denke bei der Sitzplatzreservierung an die familienfreundlichen Sitze. Sie liegen meist in der ersten Reihe nach den Trennwänden. Dort ist die Beinfreiheit besonders groß, so dass Kinder am Boden spielen können. Außerdem lassen sich hier Babybetten für Säuglinge befestigen. Am sichersten fliegen Kinder und Babys in Kindersitz oder Babyschale. Leider haben nur wenige Airlines eigene Sitze und Schalen an Bord. Das Komitee der American Academy of Pediatrics und auch der TÜV empfehlen, Kinder unter zwei Jahren nicht auf dem Schoss eines Erwachsenen fliegen zu lassen. Kinder bis zu 18 Monaten sollten in einer Babyschale mit dem Rücken in Flugrichtung sitzen, Kinder bis 18 Kilo im Kindersitz angeschnallt werden. Dazu können unter Umständen auch die eigenen Autokindersitze verwendet werden. Die Sitze müssen allerdings dafür ausgelegt sein. Ob dein Sitz das ist, kannst du am TÜV-Prüfsiegel "for use in aircraft" feststellen. Zusätzlich musst du die Verwendung des Sitzes mit der Airline abklären, denn nicht alle Airlines lassen alle vom TÜV-zertifizierten Sitze zu. Obendrein muss bei Verwendung des Sitzes natürlich ein eigener Sitzplatz für das Kind gebucht werden.

Eine weitere Möglichkeit, dein Kind im Flugzeug zu sichern, ist der Cares Fly Safe Gurt, der eine zusätzliche Anschnallmöglichkeit zu dem Beckengurt bietet. Beide sorgen dafür, dass die Kinder weder unter dem Gurt durchrutschen, noch ihre Organe im Bauchraum gequetscht werden. Ob die Rückhaltesysteme in der jeweiligen Airline angewandt werden dürfen, liegt jedoch im Ermessensspielraum des Personals. Also vorher am besten bei der Airline nachfragen.

Du hast mit deinem Kind die Möglichkeit auf Pre-Boardings, das heißt, ihr dürft vor allen anderen einsteigen. Das kann allerdings auch ein Nachteil sein, denn die Zeit im Flugzeug bis alle einsteigen kann lang werden. Besonders bewegungsfreudigen Kids tut es sicher gut, wenn sie noch ein wenig länger am Gate herumspringen dürfen. Ist dein Kind schon trocken? Dann jetzt noch einmal auf die Toilette setzen! Bis die Waschräume in den Flugzeugen öffnen, dauert es meist ein wenig.

Eine Flugreise mit Kleinkind kann mit der richtigen Vorbereitung durchaus auch Spaß machen! Ein Abenteuer für deinen Spatz ist sie in jedem Fall.

Flugreise mit Kleinkind pin

Für die meisten Eltern bedeutet Fliegen mit Kleinkind Stress. Mit der richtigen Vorbereitung allerdings, wird eure nächste Flugreise mit dem kleinen Spatz ein Klacks.

MeinSpatz Gezwitscher

Super schöne Idee fürs Kinder-Handgepäck: Kinderkoffer. Die farbenfrohen Köfferchen können getragen, gerollt und vor allem auch gezogen werden. Sind die Kleinen zu müde, setzen sie sich einfach auf den fahrbaren Marienkäfer, die Feuerwehr, das Piratenschiff, das Zebra … und lassen sich ziehen. Unschlagbar gut für lange Flughafenwege und noch dazu richtig spaßig. Laut Hersteller lassen die meisten Fluggesellschaften den Rollkoffer als Handgepäck zu. Am besten du erkundigst dich aber vorab nochmal.