Unser Start in den Tag - mit Kleinkind

DONNERSTAG, 22.03.2018

Morgens ziehe ich mich und die Jungs an, packe die Brotzeit, räume auf, putze den Zwergen die Zähne und frage mich: Was tut eigentlich mein Mann?

Ich will ja gar nicht undankbar sein, mein Mann ist ein wunderbarer Papa und Partner und er kümmert sich liebevoll um mich und die Bärenbande. Aber in Sachen Kinderorganisation sind seine Fähigkeiten maximal ausbaufähig. Das war auch völlig in Ordnung, so lange ich noch Vollzeit-Mama und zu Hause war. Jetzt jedoch arbeite ich seit einem Jahr wieder. Das bedeutet eine straffe Morgenroutine, damit die Jungs morgens nicht zu spät in den Kindergarten und ich nicht zu spät in die Arbeit komme.

Morgens gebe ich Vollgas

Während mein Mann nun also morgens eine gemütliche Stunde fürs Duschen, Anziehen, Kaffeetrinken und Zusammenpacken hat, gebe ich in dieser Zeit Vollgas: Ich stehe auf, dusche – allerdings nur jeden zweiten Tag, das spart Zeit – ziehe mich an, Creme, Wimperntusche und Puder. Das muss reichen. In der Zwischenzeit versuche ich mit Bussis und Gute-Laune-Gesicht meine Jungs zu wecken. Fehlanzeige. Na gut, also erstmal ab in die Küche. Kaffee kochen. Brotzeit machen. Jalousien auf, Fenster auf, ich brauche frische Luft! Da schleicht der erste müde Krieger die Treppe herunter. „Mamaaa mir ist kalt. Ich will Kaba und Marmeladenbrot.“ Dir auch einen schönen guten Morgen, ja, ich habe gut geschlafen – achso, das will sowieso niemand wissen. Einen Kaba und ein Himbeer-Marmeladenbrot später, trage ich ihn wieder die Treppe hinauf, um den kleinen Bruder zu wecken. Der hat morgens chronisch schlechte Laune und ist nur mit seinen Lieblingsklamotten und Spielsachen aus dem Bett zu locken. Es gibt auch Tage, da klappt das Aufstehen gar nicht und ich muss den Zwerg in seinem Bett umziehen.  Und auch er kann „Mamaaa mir ist kalt. Ich will Kaba und Marmeladenbrot“ schon sehr gut sagen.

Und ja, auch wenn der Große sich komplett alleine umziehen kann, helfe ich ihm, damit wir eine realistische Chance haben, rechtzeitig das Haus zu verlassen. Sind beide endlich fertig, geht es ins Bad. Halt. Stimmt nicht ganz. Erstmal geht es in aller Ruhe ins Kinderspielzimmer. Denn das Schwert, das Weltraum-Buch, das Schafi-Kuscheltier, diverse Autos und ein Hammer müssen beim Zähneputzen unbedingt zusehen!? Das können sie aber nicht einfach so. Sie müssen in einer mir unverständlichen Reihenfolge neben dem Waschbecken auf dem Fensterbrett liegen, um den vollen Blick auf die Zahnputz-Könige zu haben. Und die Minuten rennen …

Tief durchatmen und Ruhe bewahren

Was ich mit der Zeit gelernt habe ist, ruhig zu bleiben. Tatsächlich bringt es nichts, die Kinder zu hetzen. Sie bekommen nur schlechte Laune und schneller geht es sowieso nicht. Außerdem möchte ich nicht den ganzen Morgen motzen und sie anschließend mit diesem Gefühl stundenlang im Kindergarten abgeben. Wir sind alle ziemlich harmoniesüchtig und mögen keinen Streit. Sie haben es sich ja nicht ausgesucht, dass ich nach dem Kindergarten noch mit dem Auto zur S-Bahn hetzen muss und mit der S-Bahn in die Stadt. Unsere Morgenroutine funktioniert wunderbar, wenn ich nicht zu viel erwarte und auch mal geduldig bin. Und wenn Papi sich nicht einmischt. Denn so sehr es mich manchmal ärgert, dass ich quasi komplett allein zuständig bin, so sehr nervt es mich auch, wenn er spontan mitmischt. Meine Jungs und ich haben unseren Ablauf. Ich weiß, wann ich ihnen zehn Minuten länger geben kann und welche Dinge sie morgens gar nicht mögen. Hat Papa plötzlich ein paar Minuten Zeit und will schnell noch lieb ein Buch vorlesen, bringt uns das alle aus dem Konzept. Und mich auf die Palme! Abends gebe ich das „ins Bett bringen“ aber gern in seine Hände, denn er ist ein großartiger Geschichten-Vorleser und ein herrlich lieber Kuschel-Papa. Der Morgen aber gehört mir! Und dann funktioniert es auch.

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Der Morgen mit einem Kleinkind kann ganz schön anstrengend sein. Vor allem, wenn man pünktlich los muss. Unsere Autorin erzählt, wie es bei ihr Zuhause morgens so abläuft.

MeinSpatz Gezwitscher

Es gibt Mamas die schwören darauf alle Outfits der Woche für ihre Kids schon am Sonntagabend zusammenzustellen. Jeder Wochentag bekommt dann einen festen Platz im Schrank oder ganz ordentlich: eine eigene Box. Am besten das Kind hilft dabei mit und schon umgeht man morgendliche Diskussionen. Die beginnen ja teilweise auch schon im Kleinkindalter. Und manchmal schafft man es dann sogar einer 2-Jährigen den Wind aus den Segeln zu nehmen, mit dem Satz: „Das Katzen-Shirt hast du dir selbst für heute ausgesucht!“ Und basta!